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Theaterprojekt für Schüler: Türke trifft auf Neo-Nazi

Theaterprojekt für Schüler: Türke trifft auf Neo-Nazi

Vor den erstaunten und teils entsetzten Blicken von etwa 100 Schülern beschimpfen sich auf einer Bühne ein Nazi und ein Deutsch-Türke. Was zu diesem Zeitpunkt noch keiner der Schüler ahnt: Es ist alles nur gespielt.

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Schauspieler Halil Yavuz ging ganz auf in seiner Rolle als türkischer Gewaltbefürworter - und erfuhr in seinem Streit mit einem Neo-Nazi viel Unterstützung durch die Schüler.

Quelle: Andor Schlegel

Sie glauben, hier stehen sich jugendliche Straftäter gegenüber...

Gestern fand an der 36. Mittelschule Dresden auf der Emil-Überall-Straße die "Tour gegen Gewalt" statt. Im Auftrag der Unfallkasse Sachsen traten vor einer Gruppe Mittelschüler fünf Schauspieler auf, die sehr authentische und emotionale Geschichten über Gewalt vortrugen. Die Akteure vom "Theatertill", einem Politischen Jugendtheater für Schulen, gaben bei den Schülern vor, von der Agentur "Mensch - aber wie?" zu sein. Dabei spielten sie Gewaltopfer, aber auch Gewalttäter, die freiwillig oder aufgrund ihrer Straftaten dazu verpflichtet wurden, ihre Erlebnisse in Schulen zu berichten. Jeder Darsteller verkörperte eine andere Form von Gewalt, hauptsächlich waren Rassismus, Mobbing und daraus resultierende Traumata vertreten.

Die Reaktionen der Schüler auf die einzelnen Vorträge waren wechselhaft. Laut dem Organisator des Programms, Roland Kramer, "normal" in dieser Altersgruppe. In dem Alter sei, so Kramer, das Verhalten gemäßigter, "bei älteren Gruppen wie an einer Berufsschule hingegen gibt es mehr emotionale Reaktion, da die Zuschauer größeren Bezug zu den vorgetragenen Erlebnissen haben und reflektiver sind", erzählt er. Dennoch übten sich die Schüler beim provokanten Auftritt des "Nazis" im lautstarkem Widerstand, als dieser Hassreden von sich gab.

Im Anschluss an die Erzählungen hatten die Schüler Gelegenheit, mit den Schauspielern zu sprechen. Besonders viele Schüler stürzten auf den Mann, der ihrem Eindruck nach ein brutaler Nazi zu sein schien. Nach zehn Minuten heftiger Diskussionen der Schüler mit den umstellten Schauspielern wurde der Vortrag aufgelöst und die eigentliche Absicht preisgegeben. Erleichtert gab auch der Schweizer Schauspieler Thomas Gisiger zu, kein echter Nazi zu sein. "Nein ich bin selber Ausländer, wenn auch "nur" Schweizer, aber es würde mir nie in den Sinn kommen, anderen etwas aufgrund ihrer Herkunft anzutun." Dennoch gaben die Geschichten den Schülern zu denken, denn, versichert Roland Kramer, alle basieren auf echten Geschehnissen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.06.2012

Karl Friedrich Zimmermann

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