Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -2 ° wolkig

Navigation:
Google+
Tausende Schüler wollen in Dresden gegen Lehrermangel protestieren - Ministerin wägt ab

Tausende Schüler wollen in Dresden gegen Lehrermangel protestieren - Ministerin wägt ab

Rund 3000 Schüler aus Sachsen wollen am Mittwoch in Dresden gegen Lehrermangel im Freistaat auf die Straße gehen. An mindestens neun Schulen im Stadtgebiet soll es am Vormittag kleinere Aktionen geben, bevor sich dann am Nachmittag ab 15.30 Uhr mehrere Tausend Schüler, Eltern und Lehrer am Landtag versammeln wollen.

Voriger Artikel
Dresdner Gymnasiasten auf Spurensuche im tschechischen Lidice
Nächster Artikel
Dresdner Schüler begehren auf – zahlreiche Protestaktionen an Schulen, Großdemo am Nachmittag

Der Landesschülerrat Sachsen sieht angesichts des zunehmenden Lehrermangels und Unterrichtsausfalls an den Schulen die Qualität der Bildung im Freistaat gefährdet.

Quelle: André Kempner

Über die Devrientstraße, die Marienbrücke und die Große Meißner Straße soll der Demo-Zug dann bis zum Finanz- und Kultusministerium gehen. Dort werden zur Abschlusskundgebung auch Finanzminister Georg Unland (CDU) und Sachsens neue Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) erwartet.

Die Nachfolgerin des zurückgetretenen Roland Wöller warnte am Dienstag vor einer Pauschalisierung beim Thema Lehrermangel. „Ich habe ein Problem, wenn von Lehrermangel insgesamt gesprochen wird", sagte Kurth bei ihrer ersten Pressekonferenz. Man brauche eine differenzierte Betrachtungsweise, weil sonst mit Unwahrheiten argumentiert werde. Kurth bat um Verständnis, dass sie nach drei Tagen im Amt noch keine umfassende Analyse vornehmen könne. Das Problem sei, dass sehr viel und vor allem unterschiedliches Zahlenmaterial vorliege.

„Ihr Vorgänger Wöller hat der CDU-Fraktion auf 34 Seiten genau vorgerechnet, wie einerseits die Schülerzahlen steigen, andererseits die Zahl der in den Ruhestand eintretenden Lehrer/innen zunimmt. Das Ausmaß von Lehrermangel und Lehrerbedarf bis zum Jahr 2020 liegt dank Wöller vor", kritisierte dagegen die bildungspolitische Sprecherin der Linken-Landtagsfraktion, Cornelia Falken.

„Statt kostbare Zeit mit Scheinanalysen zu verbringen, sollte die neue Kultusministerin im Interesse einer gedeihlichen Entwicklung der Schulen in Sachsen die Vorarbeit ihres Vorgängers lesen und daraus praktische Konsequenzen ziehen und in Verhandlungen mit dem Finanzminister auch durchsetzen", fordert sie. Offenkundig rechnet aber auch Kurth mit einer Aufstockung für ihr Ressort. „Die Tatsache, dass gute Bildung Geld kostet, dieser Tatsache kann keiner ausweichen", sagte die Ministerin.

Sachsens Schüler, Eltern und Lehrer fordern von der Landesregierung ein stärkeres Engagement gegen den drohenden Lehrermangel und den schon vorhandenen Unterrichtsausfall. „Gerade der Rücktritt des Kultusministers hat allen Betroffenen eins deutlich gezeigt: Dieser sachsenweite Aktionstag wird wohl nicht der letzte Protest gewesen sein", sagte Andreas Tietze, Sprecher des Aktionsbündnisses Macht?Schule.Bildung. „An der Situation des Lehrkräftemangels, an den fehlenden finanziellen Mitteln für Bildung hat der Rücktritt des sächsischen Kultusministers nichts geändert. Es zeigt nur in aller Deutlichkeit, dass es auch weiterhin so bleiben wird."

Neben Dresden soll auch in Leipzig, Chemnitz und Bautzen demonstriert werden. Sachsenweit rechnen die Organisatoren mit mehr als 10.000 Teilnehmern. ein Demonstrations- und Streikrecht für Schüler gibt es allerdings nicht. „Es ist natürlich ein Spannungsfeld zwischen der Schulpflicht und der Notwendigkeit, damit ein Stück weit Demokratie zu lernen - auch im Hinblick darauf, dass immer Politikverdrossenheit beklagt wird." Es gehe darum, dass Betroffene ihre Meinung artikulieren könnten, die von der der Landesregierung abweiche. „Wir werden sicher nicht mit Kanonen auf Spatzen schießen", sagte Roman Schulz, Sprecher der Leipziger Bildungsagentur.

Dass sie eigentlich nicht streiken dürfen, wissen auch die Schüler. „Wir haben lange recherchiert, wie wir den Aktionstag rechtlich absichern", sagte Helen Schahin, Schülersprecherin am Leipziger Friedrich-Schiller-Gymnasium. „Aber wir haben einmal im Jahr die Möglichkeit, eine Vollversammlung einzuberufen, bei der wir nicht am Unterricht teilnehmen müssen. Und das haben wir für den Mittwoch getan."

sl / dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
Anzeige
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.