Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Google+
Tausende Schüler und Studenten protestieren in Dresden für bessere Bildung

Tausende Schüler und Studenten protestieren in Dresden für bessere Bildung

Dresden. Mehrere tausend Schüler und Studenten aus ganz Sachsen haben am Donnerstagnachmittag in Dresden für bessere Bildung investiert.

Voriger Artikel
Dresdner Schüler und Studenten gehen am Donnerstag für bessere Bildung auf die Straße
Nächster Artikel
Dresdner Sportschulen erhalten Auszeichnung – Tom Liebscher wird „Eliteschüler des Jahres“

Schüler und Studenten demonstrieren in Dresden für eine bessere Bildung.

Quelle: Stephan Lohse

In zwei Demo-Zügen zogen sie vom TU-Gelände und vom Albertplatz zum Carolaplatz und von dort gemeinsam bis zum sächsischen Landtag. Die Veranstalter sprachen von rund 4000 Teilnehmern, die Polizei von knapp 3000.

Deutlich mehr als 1000 Studenten waren kurz vor 15 Uhr am Fritz-Förster-Platz gestartet. Mit zahlreichen Transparenten wollten sie gegen die Kürzungspläne an der Dresdner Uni mobil machen. Zu ihnen gehörte auch Julian Schweizer. Er studiert im zweiten Semester Geografie – der Studiengang ist von massiven Kürzungen bedroht. Es gebe zwar eine Garantie, dass jeder zu ‚Ende studieren könne, erzählt Schweizer, aber das Wie sei entscheidend.

Wahlfächer würden wegfallen, Professuren nicht neu besetzt – die individuelle Auswahl werde dadurch schlechter, auf jeden Professor kämen zwangsläufig immer mehr Studenten. „Das kann doch nicht sein“, beschwert er sich. Sachsen spare trotz Fachkräftemangel ausgerechnet an der Zukunft, daher sei er jetzt bei seiner ersten Demo überhaupt.

Der Protest bleibt über die ganze Strecke friedlich. Als am Hauptbahnhof weitere rund 1000 Studenten der anderen sächsischen Unis hinzukommen, wird der Protest noch einmal lauter. Mehrere hundert Meter lang ist schließlich der Demo-Zug, der über die St. Petersburger Straße und die Carolabrücke zum Kultusministerium führt.

Dort treffen die Studenten auf knapp 500 Schüler aus Dresden und vielen anderen Städten, die vom albertplatz gelaufen kommen. Sie hatten schon im März mit einem großen Aktionstag auf fehlende Lehrer, massiven Unterrichtsausfall und marode Schulen hingewiesen. Jetzt sind sie erstmals gemeinsam mit den Studenten unterwegs.

„Wir haben an unserer Schule zwölf Gastlehrer“, berichtet beispielsweise der 17-jährige Florian aus Olbernhau. Die Personaldecke bei den Lehrern sei so dünn, im benachbarten Brand-Erbisdorf sei zum Beispiel der Biologie-Unterricht ein halbes Jahr lang ausgefallen. „Sachsen muss die ausgebildeten Lehrer im Land halten“, ist seine Forderung. „Dafür müssen aber auch Anreize geschaffen werden.“

Über die Augustusbrücke geht es bis zum Landtag, wo die jungen Menschen ihrem Ärger Luft machen. Während mehrere Oppositionspolitiker wie Sabine Friedel (SPD) sich unter die Menge mischen, schaute sich Patrick Schreiber von der CDU das Spektakel aus sicherer Entfernung vom Landtagseingang aus an.

Im Landtag wird am Donnerstag zumindest ein erster Schritt in Richtung mehr Lehrernachwuchs getan. In der kommenden Woche sollen mit den Universitäten Leipzig und Dresden entsprechende Vereinbarungen unterzeichnet werden, kündigte Wissenschaftsministerin Sabine von Schorlemer (parteilos) an. Die Uni Leipzig erhalte bis 2016 rund 29 Millionen Euro, um unter anderem 114 zusätzliche Stellen für die Lehrerausbildung zu schaffen. Dresden werde rund 13 Millionen Euro erhalten, davon sollten 35,5 neue Stellen finanziert werden.

Ziel sei es, im Herbst 1700 statt 1000 Studienanfänger für das Lehramt an die Unis zu bekommen; 1000 in Leipzig, 600 in Dresden sowie 100 an den beiden Musikhochschulen. Zudem bereite das Ministerium derzeit mit der Uni Leipzig ein Konzept zur Gewinnung von Seiteneinsteigern für das Lehramt an Grund- und Mittelschulen vor - an diesen beiden Schularten ist der Nachwuchsmangel besonders gravierend. Laut Schorlemer könnten das etwa Studenten von Unis und Fachhochschulen mit einem Diplom oder Bachelor-Abschluss sein.

Die Ausweitung der Pädagogen-Ausbildung ist Teil des heftig umstrittenen Bildungspaketes, das die CDU/FDP-Koalition aufgelegt hatte. Ungeklärt blieb in der Landtagsdebatte, woher das kürzlich angekündigte frische Geld zur Einstellung neuer Lehrer kommen soll. Das Kabinett hatte vier Wochen nach dem Rücktritt von Kultusminister Roland Wöller (CDU) beschlossen, 23,5 Millionen Euro zur Absicherung des nächsten Schuljahres zur Verfügung zu stellen. Wöller hatte wegen fehlenden Geldes das Handtuch geworfen.

Stephan Lohse / dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.