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Tausende Dresdner genossen eine lange Wissenschaftsnacht

Organe aus dem 3D-Drucker Tausende Dresdner genossen eine lange Wissenschaftsnacht

Tausende Dresdner und Gäste sind am Freitagabend bei sommerlichen Temperaturen durch die Lange Nacht der Wissenschaften gewandert – trotz Fußball-Konkurrenz. Darunter waren auch viele Familien mit Kindern, die diesmal richtig lange aufbleiben durften. Denn Dresdens Forscher und Tüftler hatten neugierigen Flaneuren besonders viel zu bieten.

Tausende Dresdner und Gäste sind am Freitagabend bei sommerlichen Temperaturen durch die Lange Nacht der Wissenschaften gewandert – trotz Fußball-Konkurrenz.

Quelle: Anja Schneider

Tausende Dresdner und Gäste sind am Freitagabend bei sommerlichen Temperaturen durch die Lange Nacht der Wissenschaften gewandert – trotz Fußball-Konkurrenz. Darunter waren auch viele Familien mit Kindern, die diesmal richtig lange aufbleiben durften. Denn Dresdens Forscher und Tüftler hatten neugierigen Flaneuren diesmal besonders viel zu bieten: Teddykliniken und Laserschwerter, rappende Forscher und lebkuchenbekleidete Design-Studentinnen.

„Die Lange Nacht ist eine ganz wunderbare Möglichkeit, die Stärken des Wissenschaftsstandortes Dresden zu präsentieren“, sagte ein sichtlich aufgekratzter TU-Rektor Professor Hans Müller-Steinhagen, der gleich das nächste Forscherfest ankündigte: Ab Juli werde sich der Dresdner Neumarkt für etwa drei Monate in eine Riesen-Freiluftausstellung von „dresden concept“ verwandeln, den deutschlandweit beispielhaften Verbund von universitären und außeruniversitären Instituten.

Hier nur ein paar Streiflichter aus dem bunten Programm der Wissenschaftsnacht 2016:

Zum Auftakt fand Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) einen neuen Job und wurde Elektrobusfahrer: „Etwas angespannt“ habe er sich am Steuer schon gefühlt, räumte der OB ein – genoss seine neue „Berufung“ aber auch sichtlich.

"Staunend durch die Nacht" lautete das Motto der Langen Nacht der Wissenschaft Dresden am Freitag.

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Wie taub geborene Kinder das erste Mal hören lernen, zeigten Mediziner am „Sächsischen Chochlear Implantat Centrum“ am Uniklinikum Dresden. Dabei setzen Operateure den Kindern Chochlea-Implantate ein, die ähnlich wie Mikrophone funktionieren, die elektrische Signale direkt zum Gehirn senden. Durch Hirnstrommessungen und Hirn-Spektroskopien helfen die Dresdner dann den Patienten, diese elektrischen Signale in „Sprache“, „Musik“ oder eben auch bloßen Krach zu übersetzen.

Große Resonanz unter den Kindern fanden besonders die tierähnlich agierenden Spielzeugroboter im TU-Hörsaalzentrum an der Bergstraße und natürlich auch wieder die Bagger der Bauingenieure.

Stecker- und kabelfreie Ladestationen für Elektroautos stellten Automobil- und Leichtbauforscher von TU und vom Fraunhofer-Verkehrsinstitut IVI gleich hinter der SLUB-Bibliothek vor: Der Fahrer parkt sein Elektromobil über einer Induktionsscheibe im Garagenboden, und die füllt über Nacht per Magnetfeld-Energie die Autobatterie wieder mit „Saft“.

Die modebewusste Frau von heute trägt entweder Betonkleider oder Lebkuchen. Solche außergewöhnlichen Kostüme haben jedenfalls die Design-Studentinnen der privaten Fachhochschule Dresden (FHD) entworfen und in Reick vorgeführt – sehr charmant. Auch hat eine FHD-Forscherin Sporttextilien entwickelt, in denen man nicht schwitzt und die gegen UV-Strahlung schützen.

Ein ganz außergewöhnliches und hochaktuelles Videospiel hat ein anderer FHD-Student programmiert: Darin schlüpft der Spieler in die Rolle eines Bürgerkriegs-Flüchtlings und durchlebt die Etappen der langen Reise gen Europa mit. Und dabei muss er sich immer wieder entscheiden: Verkauft er sein Haus daheim oder lässt er es samt Familie erst mal zurück? Geht er über die lange Balkonroute oder wagt er die gefährliche Bootsfahrt übers Mittelmeer?

Wie Knochen- und Knorpelimplantate, vielleicht sogar ganze Ersatz-Organe in naher Zukunft mit 3D-Druckern erzeugt werden können, haben Mediziner am Uniklinikum vorgeführt. Schon jetzt gelingt es ihnen, lebende Zellen, ja sogar schon Algen zu drucken. Bis dies auch mit menschlichem Gewebe gelingt, sind aber noch Jahre der Forschung nötig.

VON HEIKO WECKBRODT

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Trotz EM-Auftakt
Rund 35.000 Neugierige haben am Freitag und Samstag die Lange Wissenschaftsnacht in Dresden besucht und damit etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr.

Rund 35.000 Neugierige haben am Freitag und Samstag die Lange Wissenschaftsnacht in Dresden besucht und damit etwa sechs Prozent mehr als im Vorjahr. Dank vieler „Public Viewing“-Leinwände hat sich selbst die Fußball-EM nicht als Konkurrenz, sondern als gute Ergänzung erwiesen.

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