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TU Dresden wehrt sich gegen Schwindel mit Doktorhut

Knatsch um Doktorarbeit TU Dresden wehrt sich gegen Schwindel mit Doktorhut

Wirbel um eine fragwürdige Promotion mit Bezug zur Technischen Universität: "Die TU Dresden leitet gerade die nötigen praktischen und rechtlichen Schritte ein", um nicht länger mit einer Doktorarbeit von 2008 in Verbindung gebracht zu werden.

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Quelle: dpa

Dresden. Wirbel um eine fragwürdige Promotion mit Bezug zur Technischen Universität: "Die TU Dresden leitet gerade die nötigen praktischen und rechtlichen Schritte ein", um nicht länger mit einer Doktorarbeit von 2008 in Verbindung gebracht zu werden. Das stellt jetzt ein Uni-Sprecher klar. Aktuell steht die Dissertation auf der bekannten Internetplattform Vroniplag Wiki unter Plagiatsverdacht. Laut Titelblatt soll es sich um eine internationale Promotion an der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei) und des "Akademischen Europa-Seminars" (AES) an der TU handeln. Dieser deutsche Partner bereitete Interessenten auf die Promotion im Ausland vor. Kritiker sprechen von "pampern". Das ganze Verfahren kostete mehr als 25 000 Euro.

Um jedem Anschein einer fragwürdigen Titelvermittlung zu entgehen, hat sich die TU 2010 vom AES getrennt. Im konkreten Fall gibt der Doktor, heute Führungskraft eines Wohlfahrtsverbandes in Niedersachsen, gegenüber den DNN an, seinen "Betreuungsvertrag" selber vorzeitig gekündigt und die Promotion zur deutschen Sozialversicherung im Alleingang in Bratislava durchgezogen zu haben. Gleichwohl hat er nach Auskunft der bundesweit zuständigen Deutschen Nationalbibliothek seine Dissertation dort mit dem falschen Hinweis auf die TU eingereicht. Wie es zu dieser Einlieferung kommen konnte, dafür hat der Autor nach eigenen Angaben, fast sieben Jahre später "keine Erklärung" parat. Er habe die akademische Schrift im Berufsleben außerhalb der Wissenschaft aus den Augen verloren.

Sollte der TU-Bezug die Nachfragen vermeiden, warum er für viel Geld im Ausland promovierte? Für den Betroffenen ergeben sich aber weitere schwere Fragen: Welche Folgen hat ein offensichtlicher "Wissenschaftsbetrug" für den Bestand des Doktortitels, das damit verbundene soziale Ansehen und die berufliche Zukunft? Die Antwort hängt, wie stets, vom Einzelfall ab.

Hermann Horstkotte 

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