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TU Dresden spart bei studentischen Hilfskräften Sozialbeiträge

TU Dresden spart bei studentischen Hilfskräften Sozialbeiträge

Erneut sorgt die TU Dresden für negative Schlagzeilen beim Thema Studentenbeschäftigung. Grund: Der Studentenrat der TU und die DGB Jugend Sachsen haben die Arbeitsbedingungen von Studentischen Hilfskräften (SHK) an der TU Dresden untersucht.

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Der Studentenrat (Stura) der TU Dresden.

Quelle: Dominik Brüggemann

Fazit: Auch diese müssen Aufgaben im Bereich Verwaltung übernehmen und verdrängen damit sozialversicherungspflichtige Stellen.

Bereits Anfang April sorgte die Sächsische Landesbibliothek Dresden (SLUB) für Schlagzeilen, als herauskam, dass die auf Honorar-Basis angestellten Studenten unter anderem die Buchausleihe übernehmen oder bei der Poststelle arbeiten. „Diese Aufgaben gehören zur regulären Tätigkeit einer Bibliothek, ohne die ein Betrieb nicht gewährleistet ist", sagte damals Holger Mann, hochschulpolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion und fügte hinzu: „Für diese Tätigkeiten bräuchten die Studenten eigentlich eine Ausbildung."

Anlass für die aktuelle Umfrage waren Anfragen von Studierenden zu ihren Rechten und Pflichten als SHK beim Studentenrat und den Gewerkschaften. Eines der größten Probleme ist laut Umfrage die Pünktlichkeit der Verträge. Knapp die Hälfte der Befragten (47,8 Prozent) gab an, ihren Vertrag nicht pünktlich zu Beginn ihrer Tätigkeit bekommen zu haben. Das sei besonders prekär, da es sich um befristete Verträge handelt, erklärt Vincent Drews von der DGB Jugend Sachsen: „Nach Paragraph 14 des Teilzeit- und Befristungsgesetzes bedarf eine Befristung der Schriftform um gültig zu sein. Das bedeutet, dass alle Hilfskräfte, die ihren Vertrag zu Arbeitsbeginn noch nicht hatten, Anspruch auf einen unbefristeten Vertrag haben und diesen auch einklagen könnten."

Außerdem: Die meisten SHK-Verträge sind auf drei bis sechs Monate befristet, wie die Umfrage ergab. Ein weiterer Punkt, den die Organisatoren der Umfrage kritisieren, da Studierende dadurch keine Planungssicherheit hätten. Doch es gibt auch positive Ergebnisse der Umfrage. 75 Prozent der jungen Arbeitnehmer werden auch während der vorlesungsfreien Zeit beschäftigt.

Neben der Pünktlichkeit der Verträge hat die Umfrage ein zweites großes Problem offenbart: Knapp ein Viertel der Befragten gab an, in ihrer Tätigkeit als Hilfskraft auch Aufgaben in der Verwaltung zu übernehmen. Doch laut Paragraph 57 des Sächsischen Hochschulfreiheitsgesetzes dürfen sie nur Tätigkeiten bei der Unterstützung von Lehre, Forschung und künstlerischer Praxis übernehmen. Dazu erklärt Jessica Rupf vom Studentenrat: „Verwaltungsaufgaben dürfen nicht von SHK übernommen werden. Dafür müssen Beschäftigte nach dem Tarifvertrag der Länder bezahlt werden. Die Hilfskräfte verdrängen also direkt sozialversicherungspflichtige Stellen und damit spart die Hochschule Geld an einer Stelle, an der sie es eigentlich nicht dürfte." Deshalb beharrt Jessica Rupf auf eine Veränderung der Situation an der TU: „Es ist unerlässlich, dass grundlegende Arbeitnehmerrechte eingehalten werden." Am wichtigsten sei es, dass die Uni selbst die Gesetze befolgt.

An der Umfrage nahmen 809 der knapp 2000 studentischen Hilfskräfte teil.

Nadine Steinmann

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