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TU Dresden exmatrikuliert über 3000 Studenten – Schuld ist eine verschlafene Rückmeldefrist

TU Dresden exmatrikuliert über 3000 Studenten – Schuld ist eine verschlafene Rückmeldefrist

Die Technische Universität hat vor dem derzeit anlaufenden Sommersemester rund 3.100 Studierende exmatrikuliert. Grund ist, dass die Betroffenen ihren Semesterbeitrag nicht fristgerecht überwiesen haben.

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Viele Studenten haben ihren Semesterbeitrag nicht rechtzeitig überwiesen. Die Reihen in den Hörsälen werden sich wohl dennoch nicht lichten (Archivbild).

Quelle: Stephan Lohse

TU-Pressesprecherin Kim-Astrid Magister bestätigte gegenüber DNN-Online entsprechende Medienberichte am Montag.

„Die Exmatrikulation von säumigen Studierenden ist ein ganz normaler Vorgang“, sagt Pressesprecherin Magister. Der Zahlungseingang gilt formal als Rückmeldung zum neuen Semester. Bis zum 5. März sei Zeit gewesen, den Semesterbeitrag in Höhe von 242,30 Euro zu überweisen. Über Rund-Emails sind die Studierenden im Voraus über die Frist informiert worden.

„Es ist nicht ungewöhnlich, dass sich Studierende nicht zurückmelden“, sagt Magister. Und nicht alle derer, die nicht bezahlt haben, hätten die Frist verschlafen: Manche wechseln die Hochschule, andere geben ihr Studium ganz auf. Die Zahl der aktuell Exmatrikulierten ist allerdings doppelt bis dreimal so hoch wie gewöhnlich. Zum Vergleich: Zum Sommersemester 2013 mussten 1474 Studierende die TU verlassen, zum Wintersemester 2012/13 waren es lediglich 977.

Grund für den dramatischen Anstieg der Exmatrikulierten sind nun wohl die zeitigeren Rückmeldefristen, die seit diesem Semester durchgesetzt werden. Während die Studenten früher erst eine Woche vor Vorlesungsbeginn zahlen mussten, gilt nun fürs Sommersemester der 5. April bzw. fürs Wintersemester der 5. September als Stichtag. Durch die Änderung der Fristen wollen die Fakultäten zu Semesterbeginn früher Klarheit über die immatrikulierten und rückgemeldeten Studenten haben, um Lehrveranstaltungen und Seminarräume besser planen zu können, teilt Magister mit.

Profitieren würden auch Hochschulwechsler, die nun in eventuell frei gewordene Plätze in höhere Semester von zulassungsbeschränkten Studiengängen zugelassen werden können. Aufgrund der späten Rückmeldefrist sei dies in der Vergangenheit oft nicht mehr zeitnah möglich gewesen. „Damit kommt dieser Schritt letztlich allen Studierenden zu Gute, die sich pünktlich zurückmelden und optimale Studienbedingungen erwarten“, sagt Magister. Die Konsequenz: Wer bis zum Stichtag nicht überwiesen hat, der fliegt.

Das wäre nun auch fast Philipp Herzog passiert. Er ist einer von denen, die Anfang April überraschend ihre Exmatrikulation im Briefkasten fanden. Der 26-Jährige Student der Politikwissenschaften erzählt, er habe eigentlich seinem Vater aufgetragen, den Semesterbeitrag zu bezahlen, der habe das jedoch wohl vergessen. Als der Brief mit der Exmatrikulation kam, überwies Philipp Herzog sofort den Semesterbeitrag und suchte das Immatrikulationsamt auf, um Widerspruch einzulegen. „Die Mitarbeiter waren sehr freundlich“, sagt er. „Ich hatte den Eindruck, dass ich nicht der Erste war, der mit diesem Problem zu ihnen kam.“ Zwei, drei Tage nach seinem Widerspruch kamen Studentenausweis und Unterlagen per Post bei ihm an.

So wie Philipp Herzog sollten jetzt alle reagieren, die exmatrikuliert wurden, weil sie die Überweisung vergessen haben. „Allein die Einzahlung des Semesterbeitrages reicht nicht aus, um die Exmatrikulation rückgängig zu machen“ sagt Magister. „Jeder, der einen Exmatrikulationsbescheid erhalten hat, muss auch Widerspruch einlegen. Diesem wird in der Regel stattgegeben, wenn nicht gleichzeitig weitere Exmatrikulationsgründe vorliegen.“

Viele Studenten haben diese Möglichkeit bereits genutzt. „Von den 3.100 angeschriebenen Studierenden stehen zur Zeit noch circa 1.700 Rückmeldungen aus“, teilt Pressesprecherin Magister mit. „Unser Immatrikulationsamt rechnet letztlich mit rund 1.400 Exmatrikulationen auf Grund fehlender Rückmeldung.“ Verzugsgebühren auf den säumigen Beitrag werden übrigens nicht erhoben.

Von Seiten des Studentenrates der TU Dresden (Stura) zeigt man Verständnis für das Vorgehen der Uni: „Die Studenten haben rund zwei Monate Zeit, um ihren Semesterbeitrag zu überweisen. Das zu schaffen, kann man ihnen schon zutrauen“, erklärt etwa Johanna Kruner vom Stura. Sie sieht die hohen Exmatrikulationszahlen gelassen. „Nach unserem Kenntnisstand wurden die Studierenden, die es verschlafen haben, ihren Semesterbeitrag zu bezahlen, in diesem Semester einfach früher über ihre Exmatrikulation benachrichtigt, als sonst.“

Kruner wertet das als durchaus positiv: Der frühe Exmatrikulationstermin gebe den Studierenden nun ausreichend Zeit, noch vor Semesterbeginn die versäumte Überweisung nachzuholen. Dann erhalten sie auch noch rechtzeitig ihr Semesterticket, um Bahn, Bus und Straßenbahn zu nutzen. „In den vorherigen Jahren hat die Uni dagegen die Exmatrikulation erst während des bereits laufenden Semesters ausgesprochen“, sagt Kruner.

Von den insgesamt 242,30 Euro Semesterbeitrag gehen 71,50 Euro ans Studentenwerk und 4,60 Euro an Studentenrat und Fachschaften. Mit den restlichen 166,20 Euro wird das Semesterticket finanziert, mit dem Studierende der TU Dresden Bahn, Bus und Straßenbahn in Dresden sowie Nahverkehrszügen in ganz Sachsen nutzen können.

Philipp Nowotny

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