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Studentenwerk Dresden klagt über fehlendes Geld vom Staat für Wohnheimsanierung

Studentenwerk Dresden klagt über fehlendes Geld vom Staat für Wohnheimsanierung

Zu wenig Wohnheimplätze, zu teures Mensaessen, zu wenig psychosoziale Beratung - dem Studentenwerk Dresden fehlen staatliche Zuschüsse. Weil der Freistaat sich immer weniger finanziell engagiert, tragen die Studenten große Teile der Finanzierung durch höhere Semesterbeiträge und steigende Mensapreise.

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Das Mensaessen wird zunehmend teurer: Den Studentenwerken fehlt staatliches Geld und die Studenten müssen immer mehr dazuzahlen.

Quelle: dpa

Martin Richter, Geschäftsführer des Dresdner Studentenwerks, findet die Finanzierungslage der Studentenwerke problematisch. „Der Anteil, den die Studenten an der Finanzierung der Mensen tragen, ist in diesem Jahr mehr als doppelt so hoch wie der Beitrag, den der Freistaat zahlt", sagte er gegenüber DNN-Online. Der Geschäftsführer kritisiert grundsätzlich die Ungleichbehandlung der Studentenwerke gegenüber der öffentlichen Kantinen. „Anders als Kantinenbetreiber müssen die Studentenwerke sämtliche Betriebskosten und Bauinvestitionen selbst tragen", sagte er am Montag in einer Anhörung im Ausschuss für Wissenschaft und Hochschule im Landtag. „Die Kosten dafür liegen längst über den öffentlichen Zuschüssen." Deshalb finde derzeit faktisch keine Stützung der Essen durch das Land statt, so Richter.

Sachsen gibt bundesweit am wenigsten für seine Studentenwerke aus, so die Grünen-Fraktion im Sächsischen Landtag. Die Fraktion fordert deshalb, dass der Freistaat mit den Studentenwerken Zielvereinbarungen über die Finanzierung und die dafür zu erbringenden Leistungen abschließt. Dadurch soll sich die Finanzierung der Studentenwerke bessern. Sprecher der Fraktion und Sachverständige haben sich am Montag in der Anhörung zu dem Antrag im Landtag kritisch zur derzeitigen staatlichen Finanzierung der Studentenwerke geäußert.

„Sachsen finanziert die Studentenwerke mit dem niedrigsten Pro-Kopf-Betrag aller Bundesländer", erklärte Karl-Heinz Gerstenberg, der hochschulpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion. Während Thüringen 106,53 Euro pro Student ausgibt, wendet Sachsen nach Angaben der Grünen nur knapp die Hälfte (50,04 Euro pro Student) auf.

Nach Angaben des Studentenwerks Dresden benötige man vor allem Gelder für die Sanierung der Wohnheime, da der Bedarf an den Häusern steigt. „In diesem Jahr wurden 830 Wohnheimplatzbewerber abgelehnt", so Richter. Rund 50 Millionen Euro seien für die Instandsetzung der etwa 1.100 unsanierten Plätze nötig, so Richter. „Leipzig hat bereits alle Wohnheime durchsaniert, aber in Dresden gibt es deutlich mehr Häuser", erläuterte er. „Und die Sanierung dieser Häuser ist aus Eigenmitteln praktisch nicht machbar." Da auch sonst keine Zuschüsse des Landes fließen, seien Kredite notwendig.

Mit der Sanierung seien die Kapazitätsprobleme in den Wohnheimen natürlich nicht gelöst, räumte Martin Richter ein. „Dass wir jährlich nur zwischen 1.700 und 1.900 Plätze bei viel höherer Anfrage vergeben können, ist eine Entwicklung, die wir schon seit einigen Jahren haben." Auch im vergangenen Jahr hatte man 670 Wohnheiminteressierten eine Absage erteilen müssen. „Der Wohnungsmarkt in Dresden hat sich eben verändert", versuchte Richter den hohen Andrang auf Dresdner Wohnheime zu erklären. „Die WG-geeigneten Wohnungen werden immer teurer und das Interesse an Wohnheimplätzen steigt weiter."

Darüber hinaus sei das Aufgabenspektrum der Studentenwerke vielfältiger geworden, meinte Richter. Es gehe nicht mehr nur um die Mensenversorgung und den Wohnheimbetrieb. „Vor allem Fragen der psychosozialen Beratung gehören heute dazu." Damit meint er unter anderem die allgemeine Gesundheitsvorbeugung, Amoklauf-Prävention und die Qualifikation der Hochschullehrer. Die psychosoziale Beratung für Studenten, die in Zeiten des Bologna-Prozesses wichtiger geworden ist, sei eine „allgemeine gesellschaftliche Aufgabe", meint der Geschäftsführer des Dresdner Studentenwerks. Und diese sollte durch öffentliche Gelder finanziert werden, nicht durch studentische.

lbo

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