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Stesad-Chef Axel Walther über Dresdens größte Schulbauvorhaben in Tolkewitz und Pieschen

Stesad-Chef Axel Walther über Dresdens größte Schulbauvorhaben in Tolkewitz und Pieschen

Zwei Riesenschulstandorte entstehen in den kommenden Jahren in Dresden - der eine in Tolkewitz, der andere in Pieschen. Beide nehmen Oberschüler und Gymnasiasten in Größenordnungen auf und kosten mit 60 bzw.

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Axel Walther im ehemaligen Straßenbahnhof Tolkewitz - 1800 Schüler sollen hier einmal lernen, im März 2016 könnten die Bauarbeiten losgehen.

Quelle: Carola Fritzsche

57 Millionen Euro fast gleich viel. DNN sprachen mit Stesad-Geschäftsführer Axel Walther darüber. Das Projekt Straßenbahnhof Tolkewitz hat die Stadttochter komplett übertragen bekommen, in Pieschen fungiert sie als Projektsteuerer.

Auf dem Gelände des alten Straßenbahnhofs Tolkewitz soll ein Schulkomplex für 1800 Schüler entstehen. Wie ist hier der Sachstand?

Es geht ja um den Bau eines fünfzügigen Gymnasiums und einer vierzügigen Oberschule. 67 Teams aus Architekten, Statikern, Gebäudeausstattern und Landschaftsarchitekten haben sich beworben, 15 sind im April zugelassen worden. Nach der Jurysitzung am 1. und 2. September wird feststehen, wer den Schulkomplex baut.

Worauf kommt es Ihnen an beim Entwurf?

Die Schüler sollen sich wohlfühlen. Die Schule muss funktionieren. Und wir setzen auf Nachhaltigkeit. Das Gebäude soll kein Hexenwerk werden, wir wollen keine Schule mit besonders spektakulärem Äußeren. Uns interessiert mehr, was drinnen stattfindet. Die Schule soll später umgenutzt werden können. Nicht, um Wohnungen oder Büros unterzubringen. Die Frage ist eine ganz andere: Wie machen wir aus einer Oberschule ein Gymnasium, wenn sich die Zugangskriterien für die Fünftklässler ändern? Früher hat man Betonwände genommen, die sich nicht versetzen ließen, heute sind es Leichtbauwände. So können wir innen flexibel bleiben.

Sind unter den 15 ausgewählten Teams auch Dresdner Büros?

Drei Teams werden von Dresdner Büros geführt. Die Hälfte der Bewerber kommt aus Sachsen. Obwohl es eine europaweite Ausschreibung gab und sich Architekturbüros aus Österreich und Skandinavien beworben hatten, sind internationale Büros nicht mehr im Rennen.

Wann soll der Schulkomplex fertig werden?

In den Winterferien 2018. Wir wollen sehen, ob wir den Bauablauf etwas straffen können. Das lässt sich aber erst sagen, wenn im September der Planer mit am Tisch sitzt. Vielleicht können wir auch erst mal eines der beiden Schulgebäude in Betrieb nehmen. Wir haben ja zunächst nur 5. Klassen, weil es sich um eine Neugründung handelt. Das müssen wir sehen. Im kommenden Jahr wird geplant und wir haben Zeit, das Baugelände vorzubereiten, alte Bausubstanz wegzureißen. Im März 2016 könnte es dann wirklich losgehen mit dem Bau.

Wie groß ist die Schadstoffbelastung in Tolkewitz?

Bei Probennahmen hat man viele Schmierstoffe gefunden. Das führt dazu, dass wir tatsächlich von der alten Bausubstanz eine ganze Menge wegreißen müssen - einfach weil sie schadstoffbelastet ist. Wie tief wir in den Boden gehen müssen, wird sich noch zeigen. Bei dem alten Werkstattgebäude hat das beispielsweise dazu geführt, dass wir nur die Fassade erhalten können. Dort riecht es immer noch nach Öl und Fett. Was mögliche Schadstoffe im Grundwasser betrifft, gibt es aber inzwischen Entwarnung.

Der Straßenbahnhof steht schon lange leer. Haben sich inzwischen Tiere angesiedelt?

Ja, verschiedene Arten von Fledermäusen vor allem. Wir werden circa 100 Nistkästen bauen.

In Pieschen gibt es ja ein ganz ähnliches Bauvorhaben mit Gymnasium und Oberschule auf einem Areal. Was ist anders?

Das Gelände an der Gehestraße ist eine Brache und etwas größer als in Tolkewitz. In Tolkewitz haben wir schon Baurecht, in Pieschen noch nicht. Der große Unterschied für uns ist, dass wir den Schulstandort im Straßenbahnhof per Stadtratsbeschluss komplett übertragen bekommen haben und wie ein Bauherr handeln können. Wir schließen die Verträge und bezahlen auch die Rechnungen. Wir erhoffen uns bei unvorhergesehenen Dingen kürzere Wege und schnellere Entscheidungen, um Zeit zu sparen. In Pieschen ist die Landeshauptstadt der Bauherr, wir sind nur Projektsteuerer. Da dürfen wir keine Vergabeentscheidungen treffen. Wir bezahlen auch keine Rechnungen, sondern prüfen sie nur.

Wann soll denn der Schulstandort an der Gehestraße fertig werden?

Dort beginnen wir fast zeitgleich wie in Tolkewitz, nur etwa einen Monat später. Der Plan ist, im Sommer 2018 fertig zu werden. In Pieschen sind aber ganz andere Risiken drin. Ein Beispiel: Wenn die Entwurfsplanung fertig ist, muss sie in den Bauausschuss. Da muss man gucken, dass man nicht in die Sommerpause reinrutscht. Das kostet Zeit. In Tolkewitz ist das kein Problem.

Warum gibt man nicht auch Pieschen komplett in die Hände der Stesad?

Tolkewitz ist ein Experiment. Wenn es sich bewährt, dürfte das durchaus möglich sein.

Wieviele Teams haben sich in Pieschen beworben?

Weniger als in Tolkewitz, es waren 29. 14 sind zugelassen worden. Die Entscheidung, wer den Wettbewerb gewonnen hat, fällt im Oktober.

Pieschen wird mit 57 Millionen Euro auch ein bisschen billiger als Tolkewitz mit 60 Millionen. Warum?

Die Altlastenbeseitigung macht Tolkewitz teurer. Ganz ehrlich: Was es wirklich kostet, wissen wir erst, wenn die Planung auf dem Tisch liegt. Eine seriöse Kostenangabe ist erst möglich, wenn wir wissen, wie das Gebäude aussehen soll. Sollte sich herausstellen, dass wir über dem Budget liegen, muss das Projekt überarbeitet werden.

An welchen Schulbauten ist die Stesad noch beteiligt?

An einer ganzen Reihe von Schulen - am Gymnasium Südwest an der Bernhardstraße, an der 82. Oberschule in Klotzsche, am Erweiterungsbau für das Gymnasium in Bühlau, an der 76. Grundschule "Am Lehmberg" und am Erweiterungsbau für das Gymnasium Bürgerwiese.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.06.2014

Richter, Katrin

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