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Städtisches Bildungspapier fordert gleiche Bildungschancen für alle Dresdner

Städtisches Bildungspapier fordert gleiche Bildungschancen für alle Dresdner

Um Lücken in der Dresdner Bildungslandschaft zu schließen, soll die Stadt den Palitzschhof zu einem "Bürgerhaus Prohlis" ausbauen, einen Bildungsbeirat berufen, digitale Bibliotheken für alle Schulen einrichten, die jährliche Wissenschaftsnacht erweitern und mehr pädagogisches Fachpersonal insbesondere für Kitas gewinnen.

Das empfiehlt - neben anderen Punkten - das neue "Kommunales Handlungskonzept Bildung", das gestern Abend im Sozialausschuss beraten wurde. Als zentrale Ziele werden gleiche und hürdenfreie Bildungschancen für alle Dresdner und Ausbildungsketten ohne Lücken benannt.

Der Stadtrat hatte solch ein Strategiepapier angefordert, nachdem der 1. Bildungsbericht 2012 aufgezeigt hatte, "dass Bildungserfolg stark von Geschlecht, körperlichen und geistigen Beeinträchtigungen oder sozialer Herkunft" der Jugendlichen abhängt. Einwandererkinder zum Beispiel haben im Schnitt schlechtere Noten als "Eingeborene. Und Kinder, die in Problemvierteln wie Prohlis, Gorbitz oder Reick aufwachsen, schneiden bei Vorschuluntersuchungen meist schlechter ab, wechseln seltener aufs Gymnasium als Altersgenossen in anderen Stadtteilen.

Hatten die Räte auf innovative Vorschläge gehofft, dürfte sie das 64-seitige Strategiepapier wohl enttäuschen: Lange Listen von ohnehin Geplantem sowie darüber, was alles fortgeführt werden soll, sind reichlich zu finden, Neues indes nur wenig. "Eine Fleißarbeit", kommentierte "Linke"-Stadtrat Hans-Jürgen Muskulus nach der Lektüre. "Doch mir fehlen darin konkrete Ideen, wie sozial bedingte Chancen-Ungleichheiten zwischen den Stadtteilen abgebaut werden können." Das sieht Martin Bertram (SPD) ähnlich, er meldete für das Papier noch "Ergänzungsbedarf" an - etwa mit Blick auf besondere Förderprogramme von Grundschulen in Problemvierteln.

Anita Köhler (Freie Bürger) sieht ein wichtiges Thema unterrepräsentiert: "Wie schaffen wir es, dass mehr junge Dresdner ihren Schulabschluss schaffen und eine Ausbildung zu Ende bringen, damit sie nicht später jahrelang auf Transferzahlungen angewiesen sind?" Jens Hoffsommer (Grüne) forderte mehr Verbindlichkeit in dem Papier, etwa über die künftige Finanzierung des Bildungsbüros und die Gründung des Bildungsbeirates. Im Sozialausschuss fand das Konzept trotz dieser Kritikpunkte eine Mehrheit, letztlich muss der Stadtrat darüber entscheiden.

Weckbrodt, Heiko

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