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Stadt Dresden finanziert Schulschwänzer-Projekte weiter, wenn Bundesförderung ausläuft

Stadt Dresden finanziert Schulschwänzer-Projekte weiter, wenn Bundesförderung ausläuft

Die Stadt wird die Hilfsprojekte für Schulschwänzer (die heute euphemistisch "Schulverweigerer" genannt werden) im kommenden Jahr weiterfinanzieren, wenn die Bundesförderung ausläuft.

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Ein Schulkind mit Schulrucksack steht angelehnt an einer Straßenlampe in Dresden und ist mit einem elektronischen Spielgerät beschäftigt.

Quelle: Arno Burgi, dpa

Das hat Jugendamtsleiter Claus Lippmann angekündigt. Er verwies auf die Erfolge der beiden Projekte, die unter der Regie der QAD, der AWO, Int GmbH und SUFW seit dem Jahr 2007 aufgebaut wurden: Die Hälfte der Schulschwänzer ging danach wieder in eine reguläre Schule oder wechselte in ein anderes Projekt.

Die Trägervereine selbst waren auf Anfrage sehr zögerlich mit Auskünften über diese Projekte, die Int mbH verweigerte sogar jede mündliche Auskunft. In den beiden Projekten werden aber laut Auskunft von Lippmann derzeit insgesamt 40 Kinder und Jugendliche betreut. Im besonderen Fokus stehen junge Dresdner ab zwölf Jahren, die eigentlich einen Hauptschul-Abschluss anstreben, aber wegen Unlust, familiären Problemen oder aus anderen Gründen wochen- oder gar monatelang den vorgeschriebenen regulären Schulbesuch geschwänzt haben, so dass ein normaler Abschluss kaum noch möglich erscheint.

Ein kleinerer Teil der Teilnehmer - beim Int-Projekt sind es sechs - bekommen deshalb unter intensiver Betreuung durch Pädagogen bei den Trägern die ganze Woche über Sonder-Unterricht. Die anderen Schüler werden beraten und haben bis zu zwei Tage pro Woche Nachhilfeunterricht und Praktika. Laut Jugendamt scheiterte dieses Konzept bisher nur selten: Die Abbrecher-Quote liege bei der AWO bei 18,5 Prozent, in der Int mbH bei 17 Prozent.

Für diese "2. Chance" erhielten die Vereine bisher jährlich 290 000 Euro Bundesförderung, die aber im Dezember ausläuft. Damit einmal Angefangenes dadurch nicht zusammenbricht, strebt das Jugendamt für 2014 eine Mischfinanzierung mit einem wesentlichen kommunalen Anteil an. Über die genaue Dotierung verhandeln Stadt und Vereine noch.

Die Regionalstelle Dresden der Bildungsagentur, die für die fachliche Aufsicht verantwortlich ist, sprach sich inzwischen dafür aus, die Schulverweigerer-Hilfsprojekte fortzusetzen. "Ziel muss immer sein, die Schüler durch Motivation und unterstützende Begleitung in befristeten Zeiträumen wieder zum Regelschulbesuch zu befähigen", betonte Sprecherin Petra Nikolov.

Jugendliche ohne Schulabschluss haben es auf dem Lehrstellen- und Arbeitsmarkt besonders schwer, da es immer weniger Jobs für Niedrigqualifizierte gibt. In Dresden liegt der Anteil der Schulabgänger ohne Abschluss laut Statistischem Landesamt seit Jahren bei etwa 8,5 Prozent.

In Dresden hält sich zudem seit Jahren hartnäckig ein Sockel von etwa 500 notorischen Schulschwänzern: Im Jahr 2011 zum Beispiel verteilte das Ordnungsamt im Auftrag des Schulverwaltungsamtes 554 Bußgelder gegen Familien, deren Kinder die Schulpflicht wiederholt verletzten. 2012 waren es 407 Bescheide und in diesem Jahr (bis Ende August) 201 Bußgeldbescheide.

Anzeigen gegen Schulschwänzer gingen zwar deutlich mehr bei der Behörden ein - pro Jahr zwischen 600 bis 1100. Manche Verfahren erledigen sich jedoch nach Ermahnungen von Kindern und Eltern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 23.09.2013

Heiko Weckbrodt

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