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?Sitzenbleiben ist zweite Chance?

?Sitzenbleiben ist zweite Chance?

58 Prozent der Sachsen sind mit dem sächsischen Bildungssystem zufrieden, so eine aktuelle Studie. Für die CDU ein Grund mehr, am Bewährten festzuhalten - wie an der Ehrenrunde für leistungsschwache Schüler.

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Banger Blick aufs Zeugnis: In Sachsen sollen die Schüler bei schlechten Leistungen auch weiterhin eine Klasse wiederholen können. Der Freistaat will am Sitzenbleiben festhalten.

Quelle: Jochen Luebke

"Einmal ganz allgemein gefragt: Glauben Sie, dass das sächsische Bildungssystem die jungen Menschen in Sachsen gut auf die Zukunft vorbereitet oder würden Sie das nicht sagen?" Das wollte das Meinungsforschungsinstitut TNS Emnid Anfang des Jahres von 1025 Sachsen wissen. Und 58 Prozent der Befragten sagten: Ja, bereitet gut auf die Zukunft vor. 33 Prozent meinten das nicht, neun Prozent wussten nicht so recht.

Mehr als die Hälfte Zustimmung zur Bildung in Sachsen. Woran das liegt, hat nach Ansicht von Lothar Bienst mit der Leistungsorientierung zu tun. Deshalb wird der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion heute im Plenum noch mal klarstellen, dass in Sachsen weiter sitzengeblieben wird. "Uns geht es darum, den Menschen im Land zu signalisieren, dass es mit der CDU kein Abschaffen des Sitzenbleibens geben wird." Die aus Niedersachsen nach Sachsen geschwappte Diskussion "bringt Unruhe ins System", sagt Bienst, "dieser Unruhe wollen wir entgegenwirken." Entsprechend klingt der Antrag der Regierungsfraktionen von CDU und FDP: "Kinder brauchen Herausforderungen - Für ein leistungsorientiertes sächsisches Schulsystem."

Mitte Februar hatte die rot-grüne Koalition in Niedersachsen die Debatte um die Ehrenrunde neu entfacht. Sie kündigte im Koalitionsvertrag an, das Sitzenbleiben stufenweise abzuschaffen und "durch individuelle Förderung überflüssig" zu machen. Niedersachsen verweist auf seine integrierten Gesamtschulen, wo es ohne Sitzenbleiben gelungen ist, die Zahl der Schulabbrecher deutlich zu drücken.

In der Länderdebatte gehört Sachsen, wie auch Bayern, zur Fraktion der Verteidiger. Anders im Stadtstaat Hamburg, wo Sitzenbleiben von Klasse Eins bis Klasse Neun nicht mehr möglich ist. Bis 2017 soll das für alle Klassen gelten. Stattdessen wird, wer eine Fünf fängt, zur kostenfreien Nachhilfe geschickt.

Rheinland-Pfalz will das probieren, dort ist ein Modellversuch in Planung, um die rot-grüne Koalitionsvereinbarung umzusetzen. Auch Rot-Grün in Baden-Württemberg schreitet fort beim Abschaffen des Sitzenbleibens. Indifferenz ist Berlin, wo SPD und CDU nur den Gymnasiasten das Sitzenbleiben nicht ersparen wollten. Sachsen indes hält weiter am pädagogischen Instrument der Ehrenrunde fest - und beruft sich dabei auf europäische Praxis: Nur in zwei Staaten, heißt es aus dem Kultusministerium, würden die Kinder in der Primar- und Sekundarstufe Eins automatisch versetzt: Norwegen und Island.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.04.2013

Christine Keilholz

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