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Sechs Grundschulen in Dresden müssen derzeit ohne Schulleiter auskommen

Sechs Grundschulen in Dresden müssen derzeit ohne Schulleiter auskommen

Manche Chefsessel sind heiß begehrt, für andere findet sich monatelang niemand, der freiwillig darauf Platz nehmen möchte. Insbesondere Grundschulen müssen nicht selten ohne Schulleiter bzw.

mit einem Interimschef auskommen. Sechs Grundschulen haben im Moment einen freien Chefsessel zu vergeben, berichtet Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, auf DNN-Anfrage. Das betrifft die 4., 12., 26., 61., 102. und 103. Grundschule. In allen anderen Schularten seien keine Stellen offen. Allerdings war beispielsweise das Hans-Erlwein-Gymnasium 2010 über Monate ohne Chef, so dass Annette Hähner, Leiterin des Marie-Curie-Gymnasiums, gleich zwei große Schulen leiten musste.

Nach Informationen von Katrin Reis kommen an manchen Schulen sechs bis sieben Bewerber auf einen Chefsessel, an anderen müsse die Stelle mehrfach ausgeschrieben werden, bis sich ein geeigneter Bewerber finde.

Die Situation könnte sich zuspitzen, denn bis 2015 gehen Reis zufolge 13 Schulleiter in den Ruhestand - davon fünf an den Grundschulen. Hinzu kommen mindestens weitere 16 Leiter für Schulen, die in diesem und den kommenden Jahren neu gegründet werden.

Die Sprecherin begründet die derzeit nicht besetzten Chefsessel mit "nicht planbaren Ausscheidensfällen" wie Krankheit, Abordnung an eine andere Einrichtung und persönlichen Gründen. Bis ein neuer Leiter gefunden sei, übernehme der Stellvertreter oder kommissarische Schulleiter den Posten. Die Bildungsagentur wähle den neuen Chef nach dem Prinzip der "Bestenauslese". Amtierende Schulleiter bekämen maximal eine Zulage, nicht aber dasselbe Gehalt wie der Chef.

Kompliziert wird es, wenn es wegen zu geringer Schülerzahlen keinen hauptamtlichen Stellvertreter gibt. Immerhin lernen an 18 Grundschulen weniger als 180 Kinder. Muss der Stellvertreter den Chef vertreten, fällt Unterricht aus.

Frank Haubitz, seit 22 Jahren Leiter des Gymnasiums Klotzsche, erklärt sich das geringe Interesse am Leiterposten so: "Abgesehen vom Papierkram braucht man als Schulleiter ein breites Kreuz und gute Nerven, zunehmend mehr Organisationstalent und muss oft Entscheidungen fällen, die nicht allen Kollegen gefallen." Viele junge Pädagogen würden sich den Stress nicht freiwillig antun.

Haubitz selbst übrigens ist nach der Wende noch von der Schulkonferenz (sechs Lehrer, drei Schüler, drei Eltern) zum Leiter gewählt worden. "Zu DDR-Zeiten durfte ich an der 105. Polytechnischen Oberschule ,A. N. Tupolew' nicht Direktor werden, weil ich nicht in die ,Partei' wollte", berichtet er. Als er das 1986 bei einem "Kadergespräch" kundgetan habe, sei die Abkürzung "NWK" (für Nachwuchskader) kurzerhand aus seiner Akte ausradiert worden, erinnert sich Haubitz.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.01.2013

Richter, Katrin

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