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Schulverweigerer-Projekt "2. Chance" könnte ab kommendem Jahr ohne Geld dastehen

Schulverweigerer-Projekt "2. Chance" könnte ab kommendem Jahr ohne Geld dastehen

662 Schulschwänzer zählte das Schulamt im vergangenen Jahr in Dresden. Das Projekt "2.Chance" nimmt sich seit 2007 der noch jungen Bildungsverweigerer an und führt sie mit einer hohen Erfolgsquote wieder auf die gerade Bahn.

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Jost Otto und Kerstin Hackel von der Initiative "2.Chance" helfen seit 2007 notorischen Schulschwänzern, wieder auf eine geregelte Bahn zurück zu finden. Ende des Jahres laufen die Fördermittel für das Projekt aus.

Quelle: Hauke Heuer

Doch Ende dieses Jahres wird dem deutschlandweit agierenden Projekt der Geldhahn abgedreht und die beiden Dresdner Standorte, an der Herzberger Straße in Prohlis und an der Reisewitzer Straße in Löbtau betrieben werden, stehen vor dem Aus.

Die Initiative "Jugend Stärken" des Bundesfamilienministeriums, die aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (EFS) schöpft und auch das "2.-Chance"-Projekt finanziert, läuft Ende diesen Jahres aus. Weitere Mittel werden erst für Ende 2014 in Aussicht gestellt."Es gibt bis heute keine konkreten Pläne, wie wir uns in der Zwischenzeit finanzieren sollen", sagt Jost Otto, der den Standort an der Herzberger Straße leitet. Zwar stünden die Träger mit dem Jugendamt der Stadt in Kontakt. Von dort gäbe es aber noch keine konkreten Signale, so Otto.

Fünf sogenannte Case-Manager setzen sich im Standort an der Herzberger Straße mit den Schulschwänzern auseinander. Das kostet 180 000 Euro im Jahr. Rund 30 Schüler pro Schuljahr, die nur hin und wieder im Unterricht fehlen, werden parallel zu ihrem Schulbesuch betreut. Jeweils sechs Härtefälle, die nur schwer zum Schulbesuch zu bewegen sind, kommen für ein Schuljahr in eine Extraklasse und werden direkt im Projekt unterrichtet. Zwei Tage pro Woche erhalten sie Stunden in den Fächern Mathe, Deutsch und Englisch. Zwei weitere Tage entfallen auf praktischen Unterricht. Hier erwerben die Schüler handwerkliche Fähigkeiten. Ein weiterer Tag dient der sozialpädagogischen Betreuung der oft problembelasteten Jugendlichen.

"Gerade in den Härtefall-Klassen erreichen wir eine hohe Erfolgsquote. Im vergangenen Schuljahr konnten wir alle sechs Teilnehmer wieder in eine Schule oder eine Ausbildung integrieren", berichtet die Pädagogin Kerstin Hackel. Die Schulschwänzer hätten oft familiäre Probleme oder würden Drogen konsumieren. Da sei es wichtig, einen Ort mit festen Strukturen zu schaffen, in dem sich die Jugendlichen entwickeln könnten, so Hackel.

"Wir haben in den vergangenen Jahren große Erfolge feiern können. Dafür klopft man uns oft auf die Schultern. Der Grund für die steigende Zahl der Schulschwänzer liegt meiner Meinung nach darin, dass wir die Schulen für das Thema sensibilisieren konnten. Die Bildungseinrichtungen neigen nun eher dazu, aktiv zu werden und ein Fernbleiben anzuzeigen", sagt Otto und fügt hinzu: "Sollte unser Projekt jetzt eingestampft werden, wäre diese Entwicklung dahin. Nicht vergessen werden sollten die Folgekosten, die junge Menschen ohne Abschluss in unserem Sozialsystem verursachen."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.09.2013

Hauke Heuer

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