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Schulnetzplan: Wellen der Empörung schlagen hoch bei den Berufsschulzentren

Schulnetzplan: Wellen der Empörung schlagen hoch bei den Berufsschulzentren

Nach der Veröffentlichung des Ent-wurfs des Schulnetzplans schlagen die Wellen der Empörung hoch in den Beruflichen Schulzentren (BSZ): Weil die Kapazitäten in den Gymnasien, Grund- und Mittelschulen in den kommenden Jahren nicht hinten und nicht vorn reichen, plant die Stadt drastische Einschnitte bei den Berufsschulen, um letztlich Platz zu schaffen für die jüngeren Schüler.

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"Pirna, Meißen oder Hamburg: Wohin soll denn die Reise geh'n?" heißt es sarkastisch auf einem der Plakate, die Fachoberschüler und Azubis vom BSZ für Dienstleistung und Gestaltung gemalt haben. Dem Entwurf des Schulnetzplans zufolge soll ihre Schule schließen.

Quelle: Dietrich Flechtner

Von Katrin Richter

Heute Demo vorm Rathaus

Für heute planen deshalb die BSZ eine gemeinsame Demo für den Erhalt ihrer Schulen. Sie soll 15 Uhr neben dem Kugelhaus gegenüber dem Hauptbahnhof beginnen und über die Prager Straße zum Rathaus führen. Die Schulleiter waren vor 14 Tagen über die städtischen Pläne informiert worden, hatten aber vom Schulverwaltungsamt einen Maulkorb verpasst bekommen - ein Unding, denn nicht die Stadt, sondern das Land und damit das Kultusministerium ist der Dienstherr.

Am ärgsten trifft es die beiden BSZ für Dienstleistung und Gestaltung an der Chemnitzer Straße und für Bau und Technik am Güntzplatz. Beide haben im Übrigen eine 60-jährige Tradition in Dresden. Die Berufsschule für Dienstleistung und Gestaltung soll schlicht und ergreifend geschlossen und alle Berufe auf andere Schulen aufgeteilt werden. "Wir sehen in dem Entwurf ein Paket voller hilfloser Willkür, Aktionismus und Uneffektivität", macht Schulleiter Eberhard Weigel seinem Unmut Luft. In den vergangenen Jahren seien auf der Basis fehlerhafter Schülerzahlprognosen voreilig und kurzfristig viele Schulen geschlossen worden. Dies falle jetzt den Berufsschulen auf die Füße.

"Unser BSZ ist eine voll funktionierende Schule mit großer Nachfrage im Lagerlogistik-, Dienstleistungs- und Gestaltungsbereich", sagt Weigel. Die Aufteilung der Berufe auf andere Schulen bringe keinerlei Synergieeffekte. "Was sollen Lagerlogistiker an der Metallschule, was sollen Textilreiniger und Hauswirtschafter am BSZ für Gastgewerbe und was sollen die restlichen Dienstleistungs- und Gestaltungsberufe am BSZ für Bau und Technik?", fragt Weigel. Die Abschiebung an andere Schulen zerreiße ein gut funktionierendes und ineinander verzahntes Lehrerteam. "Zudem passen Fach- und Spezialkabinette nicht 1:1 in den neuen Standort", weiß der Schulleiter. Eine Vielzahl von Aus- und Umbauten seien dafür erforderlich. "Allein für ein Schneider- und zwei Friseurkabinette sowie Spezialräume für Fachober- schule und Kosmetik müssten mehrere Millionen Euro ausgegeben werden", so Weigel.

Bau-BSZ verliert alle Bauberufe

Das Berufliche Schulzentrum für Bau und Technik müsste nach dem Entwurf des Schulnetzplans gewaltig Federn lassen. Es soll sämtliche Bauberufe, darunter Beton- und Stahlbetonbauer, Bauzeichner, Maurer und Straßenbauer, ans Umland abgeben. Konkret bedeutet das, dass 400 Schüler schon vom kommenden Schuljahr an nach Meißen wechseln sollen. Umlenkungen in Größenordnungen kämen den Berufsschulen in der Region sehr gelegen, denen mangels Schülern ganze Berufsfelder wegzubrechen drohen, hätten jedoch wesentlich längere Wege für die Dresdner zur Folge.

Die beiden Beruflichen Schulzentren für Wirtschaft schließlich sollen nach dem Entwurf des Schulnetzplans umziehen: das BSZ "Prof. Dr. Zeigner" von der Melanchthonstraße nach Gorbitz und das BSZ "Franz Ludwig Gehe" an die Bodenbacher Straße.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.10.2011

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