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Schülerrechenzentrum erhält neue Computer: Mehr Informatik an Gymnasien gefordert

Schülerrechenzentrum erhält neue Computer: Mehr Informatik an Gymnasien gefordert

"If ... Else"? "Int"! "Break"? Klare Sache: Anton Heuer schreibt ein Programm in der Sprache "Java". "Ist eigentlich gar nicht so schwer und macht auch Spaß", findet der 14-Jährige, der im Schülerrechenzentrum (SRZ) an der Gret-Palucca-Straße Befehlszeile für Befehlszeile in die PC-Tastatur eingibt.

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Der 14-jährige Anton Hoyer hat im Schülerrechenzentrum prominenten Beistand: Oberbürgermeisterin Helma Orosz schaute dem jungen Mann gestern über die Schulter.

Quelle: Dietrich Flechtner

"Ich schreib erst mal drauf los und guck, was mir für Ideen kommen", erzählt er. Der Junge neben ihm hat gerade ein kleines 3D-Spiel geschrieben, in dem ein Männlein zufällig auftauchende Treppenstufen meistert. Doch dies sind nur Fingerübungen: Die besten Talente werden für Firmenpraktika ausgesucht und programmieren dort gemeinsam mit den Profis an Software-Paketen, die wenige Monate später schon in den Unternehmen zum Einsatz kommen sollen.

Und die Kooperation mit der Wirtschaft wird immer enger, wie SRZ-Chef Professor Steffen Friedrich und Dr. Hartmut Eberius vom SRZ-Förderverein betonen. Denn immer mehr Dresdner Hightech-Firmen erkennen, dass es sich lohnt, die Spitzenkräfte von morgen frühzeitig zu fördern, schon während der Schulzeit. Während die Stadt für die Schulräume sorgt, das Kultusministerium für die Fachkräfte und die TU das SRZ fachlich leitet und trägt, sind es vor allem die Softwareschmieden und Chipfirmen, die für einen Großteil der Technik sorgen. So übergab Viola Klein von der Saxonia Systems AG gestern 13 neue Rechner im Gesamtwert von 14 000 Euro an Anton und die anderen jungen Talente im Schülerrechenzentrum - modernste PCs mit berührungssensitiven Bildschirmen, wie sie gerade erst auf den Markt gekommen sind.

Der Wandel könnte nicht größer sein: Als das SRZ 1983 von der SED-Bezirksleitung und vom DDR-Computerkombinat "Robotron" gegründet wurde, gehörten zur Startausstattung 16 Taschenrechner, fünf "Polycomputer" und ein Roboter. Nach heutigen Maßstäben eine eher schwachbrüstige Ausstattung, aber: Sie legte den Grundstein für ein Nachwuchsförderprojekt, das in seiner Art in Deutschland einzigartig ist.

Heute, 30 Jahre später, lernen hier 112 besonders talentierte Schüler von Spezialisten, wie man Roboter programmiert, Java-Software schreibt, 3D-Modelle entwirft und Miniprogramme (Apps) für Android-Computertelefone entstehen. Viele dieser Kurse sind erst in jüngster Zeit auf Drängen der Förderer dazu gekommen, zu Lasten älterer Programmiersprachen wie "Pascal" oder "Visual Basic".

Schüler, die sich um diese Begabtenförderung bewerben, gebe es genug, versichert SRZ-Leiter Prof. Friedrich. Sorgen macht er sich dennoch um die Nachwuchsbasis: "Informatikunterricht findet an den Gymnasien bei weitem nicht in dem Umfang statt, wie er für einen Hochtechnologiestandort wie Dresden benötigt wird", kritisiert er - insofern schließe das Zentrum auch Lücken für jene, die an ihrer Schule Informatik gar nicht wählen können.

Und was Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) bei ihrem Besuch gestern sofort auffiel: Nur vier der 112 jungen Talente sind Mädchen. Dies müsse sich ändern, meint sie. Im Übrigen brachte sie frohe Kunde mit: Wenn das neue, 24 Millionen Euro teure Gymnasium Bürgerwiese nebenan fertig ist, soll auch die alte Schule, in der das Zentrum sitzt, für acht Millionen Euro saniert werden.

Heiko Weckbrodt

www.srz.tu-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 16.01.2013

hw

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