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Schlechte Karten für Dresdens kleinste Schule in Gompitz

Schlechte Karten für Dresdens kleinste Schule in Gompitz

95 Schüler, fünf Lehrerinnen - die Grundschule Gompitz ist Dresdens kleinste Schule. Das wird sie wohl auch bleiben. Auch wenn die Verwaltung im Schulnetzplan dazu aufgefordert wird, Möglichkeiten für eine Erweiterung der 74. Grundschule zu prüfen.

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Zu klein: Die Grundschule in Gompitz platzt aus allen Nähten.

Quelle: Christian Juppe

Auch wenn sich Politiker wie die SPD-Landtagsabgeordnete Eva-Maria Stange für eine Erweiterung stark machen. Auch wenn eine Elterninitiative 682 Unterschriften gesammelt hat.

Seit einigen Jahren gibt es deutlich mehr Anmeldungen als Plätze für die Schule. In Gompitz und Altfranken entstanden mehrere Wohngebiete, Familien mit Kindern zogen an den Stadtrand im Westen. Der Stadtrat reagierte auf den Mangel und sperrte mit dem im vergangenen Jahr verabschiedeten Schulnetzplan die Kinder aus Altfranken, Niedergorbitz und Roßbach aus der 74. Grundschule aus. Sie wurden dem Schulbezirk Cotta 2 zugeordnet (DNN berichteten).

Bitter besonders für Familien, die in Altfranken in der Nähe der Kesselsdorfer Straße wohnen. Sie haben die Gompitzer Grundschule an der Altnossener Straße vor Augen, doch die Kinder sollen mit ihren schweren Ranzen größere Strecken bis zur Grundschule Naußlitz zurücklegen, die zum neuen Schuljahr eröffnen wird.

Doch auch einige Kinder aus Gompitz und den Ortschaften Pennrich, Zöllmen, Steinbach, Roitzsch und Unkersdorf werden zukünftig nicht die 74. Grundschule besuchen können. Das Schulhaus ist zwar saniert und verfügt über eine moderne Turnhalle. Aber die Klassenzimmer sind kleiner als der Standard, in einem Jahrgang können sogar nur 22 Kinder aufgenommen werden. Für das Schuljahr 2016/17 prognostiziert der Schulnetzplan aber 33 Schulanfänger - nicht für jedes Kind ist Platz.

"Grundsätzlich gibt es einen einzügigen Bedarf, dem die 74. Grundschule gerecht werden kann", sagt Falk Schmidtgen, Leiter des Schulverwaltungsamtes. Im unmittelbaren Einzugsgebiet sei aber ein öffentliches Bedürfnis für eine zweizügige Grundschule gegeben. Deshalb prüft die Behörde Möglichkeiten für eine Erweiterung. "Das ist der Auftrag, dem wir gerecht werden."

Dieser Auftrag ist allerdings eine "mission impossible": Erstens ist mittelfristig gar kein Geld für eine Er-weiterung der 74. Grundschule im städtischen Haushalt eingeplant. Und zweitens gibt es keine geeigneten Grundstücke für einen Erweiterungsbau. Direkt gegenüber der Schule hat das Unternehmen "Sanitär Heinze" einen Parkplatz. "Doch den stellt es uns nicht zur Verfügung. Eine unternehmerische Entscheidung, die wir akzeptieren müssen", so der Amtsleiter.

Auf der anderen Seite liegt ein Grundstück der Drewag-Stadtwerke. Dort könnten Container aufgestellt werden. "Aber es gibt keinen Platz für Außenanlagen. Bei jeder Aktivität müssten die Kinder über die Altnossener Straße zum Schulgebäude laufen. Wollen wir das?", fragt Schmidtgen. Und antwortet: "Wenn wir nur für zehn Jahre erweitern, kämen wir damit hin. Soll die Erweiterung unbefristet sein, wird es eine schwierige Geschichte."

Ein drittes, derzeit landwirtschaftlich genutztes Grundstück komme noch für den Bau einer Außenstelle in Frage. Aber: Dort gibt es kein Baurecht. Vier bis sechs Jahre werde es dauern, bis gebaut werden könnte. Der Neubau einer zweizügigen Schule in Gompitz sei unrealistisch. "Was machen wir mit dem alten Gebäude, das sich in einem hervorragenden Zustand befindet?"

Das Schulverwaltungsamt prüft auftragsgemäß Möglichkeiten für eine Erweiterung und findet keine. Ortsvorsteher Gerhard Ofschanke (CDU) bereitet die Einwohner bereits auf das Scheitern vor. "Die Erweiterung gestaltet sich immer schwieriger. Es gibt eine Vielzahl von Erfordernissen und Hinderungsgründen, die man akzeptieren muss, aber nicht verstehen kann." Die Elterninitiative will weiter kämpfen.

Thomas Baumann-Hartwig

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.02.2013

TBH

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