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Sanierung für den Schülerzuwachs: Ortsbeirat Plauen befasst sich mit zwei Schulbauvorhaben

Besonderes Denkmal dabei Sanierung für den Schülerzuwachs: Ortsbeirat Plauen befasst sich mit zwei Schulbauvorhaben

Angesichts steigender Schülerzahlen investiert die Stadt weiter in die Schulstandorte. Heute befasst sich erstmals der Ortsbeirat Plauen mit Vorlagen zu zwei Schulsanierungen, über die Ende Januar der Stadtrat entscheiden soll.

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Dresden. Angesichts steigender Schülerzahlen investiert die Stadt weiter in die Schulstandorte. Heute befasst sich erstmals der Ortsbeirat Plauen mit Vorlagen zu zwei Schulsanierungen, über die Ende Januar der Stadtrat entscheiden soll. Darunter ist auch ein besonderes Denkmal. Die Finanzierung ist in beiden Fällen noch nicht gesichert. Im Mai soll die Sanierung der 39. Grundschule auf der Schleiermacherstraße beginnen, die Schüler sind bereits seit Beginn des Schuljahres in der Cämmerswalder Straße untergebracht, weil dort schon mehr Klassen möglich waren. Nach dem jetzt geplanten Umbau am Stammsitz soll die bislang zweizügige 39. vierzügig mit Hort nutzbar sein. Die Stadt plant eine Campus-Lösung mit Neubauten (Schulgebäude und Turnhalle) rund um das denkmalgeschützte Haupthaus, das bei seiner Errichtung Ende des 19. Jahrhunderts wohl aus Kostengründen unvollendet blieb. Jetzt soll es in Anlehnung an die historischen Planungen einen Anbau erhalten. Die technischen Anlagen sind veraltet und werden komplett erneuert. Dach, Fenster und Fassaden sind bereits saniert.

In den Sommerferien 2018 soll die Schule übergeben werden. Um die Terminkette zu halten, müsse die Nutzung der Sporthalle sowie von Teilen des Hauses B als Asylunterkunft bis Ende April 2016 beendet werden. Die Gesamtkosten kalkuliert die Verwaltung derzeit mit 14,6 Millionen Euro. Dafür hat die Stadt Fördergelder beim Land beantragt, muss aber derzeit feststellen: „Ein Zuwendungsbescheid liegt noch nicht vor“.

Offene Finanzierungsfragen gehören zu den Parallelen zum zweiten Sanierungsvorhaben, mit dem sich die Ortsbeiräte in Plauen heute befassen. Dabei haben sie es mit einem ganz besonderen Denkmal auf der Bernhardstraße zu tun. Das Schulgebäude wurde 1966 bis 1968 als siebte Plattenbauschule des Typs „Dresden-Atrium“ errichtet. Sie ist laut Stadt die letzte nach dem Originalentwurf gebaute Schule, in der noch ein großer Anteil an Originalsubstanz erlebbar ist. Das Gebäude gehe im Ursprung auf die Schulbauentwicklung in der DDR durch den bekannten Dresdner Architekten Helmut Trauzettel zurück. Der Typ „Dresden Atrium“ ist auf Grundlage seiner Forschungen ab den frühen 1960er Jahren im VEB Hochbauprojektierung Dresden entwickelt worden. Sieben Gebäude nach den Originalplänen wurden zwischen 1964 und 1968 im Dresdner Stadtgebiet gebaut. Lediglich die Schule auf der Bernhardstraße 80, damals 49. POS „Juri Gagarin“, heute 49. GS „Bernhard von Lindenau“ blieb weitgehend im Originalzustand bis heute erhalten. Die übrigen wurden umgebaut oder abgerissen. Bis 1980 wurde der Schul-Typ zur Baukostensenkung nur noch in reduzierter Form gebaut, erläutert Stadtsprecher Karl Schuricht unter Verweis auf die Begründung zur Erhebung in den Denkmalstatus 2013.

Dieser Schritt hatte bei den Eltern zunächst große Sorgen um die schon länger nötige Sanierung des Gebäudes ausgelöst. Planungen für Sommer 2014 verzögerten sich. Nun soll es im Sommer dieses Jahres losgehen. Die Schüler werden für die Bauzeit in die Schule auf dem Höckendorfer Weg ausgelagert, nach dem Schuljahr 2016/17 soll es an der Bernhardstraße schon weitergehen. Doch auch hier ist die Finanzierung noch offen. 10,9 Millionen Euro hat die Stadt als Gesamtkosten berechnet. 3,4 Millionen Euro sollen aus Landesmitteln kommen, 2,2 Millionen müssten im Haushalt 2017/18 noch bereitgestellt werden. Kommt die Landesförderung nicht, müsse das dreigeteilte Vorhaben abgespeckt werden. Als erstes fällt Paket 3 hinten runter. Bodenbeläge, Innentüren, Einbauschränke, Heizungsinstallationen bleiben dann erstmal wie sie sind. Wenn es ganz schlimm kommt, will die Stadt auch das Paket 1 (Energetische Sanierung, Sanitäranlagen, Sicherung Treppengeländer) zurückstellen. Dann bliebe es zunächst bei der Sanierung des Deckenputzes, der elektrischen Installationen sowie der Erneuerung der Trink- und Abwasseranlagen.

Im Frühjahr will die Stadt über den Bau-Umfang entscheiden. Müssen Paket 1 und 3 dem Spardruck geopfert werden, sollen Sanitäranlagen und Fenstersanierung in Paket 2 einfließen. Mit der denkmalgerechten Sanierung des Treppengeländers, das nicht den Versicherungs-Anforderungen der Unfallkasse entspricht, wird es dann wohl zunächst auch nichts. Das Geländer ist nicht hoch genug, die Stababstände sind zu groß. Eine Glaswand im Treppenauge soll für Sicherheit sorgen und das Geländer unverändert erhalten.

Ingolf Pleil

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