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Rund 150 Dresdner Lehrer gingen am Dienstag in den Warnstreik

„Das Grundniveau ist gesunken“ Rund 150 Dresdner Lehrer gingen am Dienstag in den Warnstreik

Rund 150 Lehrer an Dresdner Grund- und Oberschulen sind gestern dem Aufruf der GEW gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt. Die Gewerkschaft will damit Tarifverhandlungen zur Eingruppierung der Lehrkräfte auf Landesebene durchsetzen.

Rund 150 Dresdner Lehrer öffentlicher Grund- und Oberschulen kamen am Dienstag zum Warnstreik am Schützenplatz.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Rund 150 Lehrer an Dresdner Grund- und Oberschulen sind gestern dem Aufruf der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt. „Wir wollten ein erstes Zeichen setzen, das ist uns gelungen“, sagte GEW-Landesvorsitzende Uschi Kruse am Dienstag. 17 Oberschulen und 24 Grundschulen waren ab der vierten Unterrichtsstunde betroffen. Die Gewerkschaft will damit Tarifverhandlungen zur Eingruppierung der Lehrkräfte auf Landesebene durchsetzen. Die Forderung ist die Entgeltgruppe 13 für den öffentlichen Dienst. Beim Protest ging es allerdings nicht nur um mehr Geld – die Pädagogen forderten vor allem mehr Personal.

Die GEW sieht die Eingruppierung als wesentlichen Schlüssel zur Lösung der aktuellen Probleme im Schulbereich. Vor allem angesichts des Lehrermangels sei der von Beamtenbund und Tarifgemeinschaft der Länder im März 2015 geschlossene Vertrag wegen der beamtenrechtlichen Regelungen ungerecht, sagte Uschi Kruse. Die GEW hatte ihn damals nicht unterschrieben. Sie habe nun auch aus anderen Ländern deutliche Signale, dass er „nicht das Nonplusultra“ sei.

„Lehrermangel und wachsende Klassengrößen wirken sich extrem auf die Qualität des Unterrichts aus“, findet Werner Schacht, Sport- und Geschichtslehrer an der 116. Oberschule im Dresdner Süden. Er war einer der 150 Protestler am Dienstag auf dem Schützenplatz. „Das Grundniveau ist gesunken, das sehe ich ganz deutlich in den Klassenzimmern. Wir haben in den Klassen zum einen Inklusionsschüler, Hauptschüler, denen das Lernen etwas schwerer fällt, aber auch Schüler, die zum Gymnasium wechseln wollen – von uns Lehrern wird erwartet, den Unterricht differenziert zu gestalten. Das ist aber schlichtweg nicht möglich, wenn man von einer Situation in die nächste wechseln muss.“

Die Gewerkschaft und ihre Mitglieder kritisierten am Dienstag darüber hinaus Quereinsteiger im Lehrerberuf. So auch eine Lehrkraft der 117. Grundschule, die namentlich nicht genannt werden möchte: „Wie soll man Kinder ausbilden, wenn man keine vernünftig ausgebildeten Lehrer hat?“, so die Grundschullehrerin. „Die Leidtragenden sind die Kinder.“ Ebenso moniert sie die Kürzung der Gelder für Lehrmaterialien. Sachsen Schulen seien ihrer Ansicht nach „nicht wettbewerbsfähig und für junge Lehrer nicht mehr attraktiv.“

Neben den Tarifforderungen unterstrichen die Gewerkschaftsmitglieder auch die Steigerung des Belastungsdrucks von sächsischen Lehrkräften: Pflichtstundenerhöhung und gestrichene Altersermäßigung seien der falsche Weg zur Deckung des Lehrerbedarfs in Sachsen. Die GEW fordert deshalb adäquate Arbeits- und Einkommensbedingungen, die ältere Lehrer zum Bleiben motivieren und vor allem aber neue Pädagogen aus anderen Bundesländern zu gewinnen.

Während der Zeit des Streiks gab es an allen Schulen eine Notfallbetreuung der Kinder und Jugendlichen. Am Mittwoch sind die Lehrer an 20 Leipziger und 18 Chemnitzer Schulen aufgerufen, sich ebenfalls ab der vierten Stunde am Warnstreik zu beteiligen.

Von Juliane Weigt

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