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Rekord in Dresdner Bibliotheken: 5,6 Entleihungen

Rekord in Dresdner Bibliotheken: 5,6 Entleihungen

Die Städtischen Bibliotheken sind bei den Dresdnern beliebter denn je: 5,6 Millionen Entleihungen registrierten die kommunalen Leihbüchereien im vergangenen Jahr, rund 1,8 Prozent mehr als im Vorjahr. Dies sei ein neuer Ausleihrekord, betonte Bibliotheken-Direktor Arend Flemming.

"So viele Entleihungen hatten wir noch nie." Auch die Zahl der registrierten Nutzer kletterte um 1,5 Prozent auf nun über 73 000.

Dennoch macht sich Flemming Sorgen: Einerseits darf er wegen der Sparvorgaben im Haushaltsplan-Entwurf 2013/14 keine freiwerdenden Stellen mehr besetzen. Wegen dieses Mitarbeiterschwundes werden mehrere Bibliotheken im Netz wohl ab April zusätzliche Schließtage einführen. Einige Filialen haben dann nur noch drei Tage pro Woche geöffnet.

Vor allem aber sorgt sich der Direktor um die "Kulturpalast"-Debatte: "Wenn der Kulturpalast nur bestandssaniert wird, ist das das Ende für die geplante Zentralbibliothek", warnte er. "Dann wird auch die Einführung des RFID-Systems sehr, sehr schwierig" - obwohl Dresden da technologisch bereits anderen deutschen Großstadtbibliotheken hinterherhinke.

Gemeint ist mit dem "RFID"-System ein Umstieg von Barcodes zu Funketiketten auf den Büchern und zur automatisierten Ausleihe und Rückgabe. Dies erfordert die Installation von Leihautomaten, die auch außerhalb der Öffnungszeiten vom Leser bedient werden können, sowie die Installation einer Bücher-Eisenbahn wie in der Sächsischen Landes- und Uni-Bibliothek SLUB, mit der Medien automatisch von und zu den Magazinen beziehungsweise Nutzern transportiert werden. Die dafür nötigten Wanddurchbrüche seien in Mietobjekten wie dem WTC und an der Waisenhausstraße, in dem die Haupt- und Musikbibliothek sowie die Jugendbibliothek Medien@age bisher residieren, nur schwer durchsetzbar, betonte Flemming.

Er will diese Bibliotheken nach einem Kulturpalast-Generalumbau dort zu einer Zentralbibliothek (Kostenanteil: rund 9,6 Millionen von insgesamt rund 85 Millionen Euro für den gesamten Kulti-Umbau) zusammen ziehen. Dort möchte er die Bibliothek der Zukunft vorexerzieren, mit rund 500 Nutzerplätzen, moderner Technik, langen Öffnungszeiten, 24-Stunden-Buchrückgabe, Begegnungsmöglichkeiten für Jung und Alt.

Doch sollte der alte Konzertsaal im "Kulti" nun doch nicht - wie derzeit aus Spargründen diskutiert - durch einen kleineren und runden Spitzenkonzertsaal ersetzt, sondern nur saniert werden, wäre für solch eine Zentralbibliothek kein Platz mehr. Dresden könne durch solch einen "faulen Kompromiss nur verlieren", meinte Flemming: "Eine Zentralbibliothek würde den Kulturpalast tagsüber endlich beleben, sie würde uns eine Entwicklungsperspektive eröffnen, nicht zuletzt wäre eine Bestandssanierung des Kulturpalastes ohnehin nur unwesentlich billiger als ein Umbau", argumentierte der Direktor.

Das letzte Wort darüber hat am Donnerstag der Stadtrat, der sich dann endlich auf einen Haushalt für die Jahre 2013 und 2014 einigen will und muss. Angesichts rückläufiger Steuereinnahmen (DNN berichteten) ist indes nicht sicher, ob auch die beiden Großprojekte Kulturpalast-Umbau und Kulturkraftwerk Mitte in dem Plan stehen werden.

Ein Votum für eine bloße Sanierung des "Kultis" wäre jedenfalls aus Flemmings Sicht die schlechteste Entscheidung. "Dann lieber eine Verschiebung", sagte er. "Wir haben unsere Mietverträge vorsichtshalber schon mal bis zum Frühjahr 2016 verlängert - und bekämen als Top-Mieter sicher auch noch eine Verlängerung."

Heiko Weckbrodt

Ergänzend dazu Infos über den eBuch-Streit mit den Verlagen: computer-oiger.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.01.2013

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