Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° Regenschauer

Navigation:
Google+
Problem-Elternabende in "Aufstocker-Kitas" vereinbart

Problem-Elternabende in "Aufstocker-Kitas" vereinbart

In den Kitas, die nun mit mehr Kindern als früher gefüllt werden, gibt es künftig nicht nur jährlich oder halbjährlich Elternabende, sondern mindestens einmal im Quartal.

Dadurch sollen Mütter, Väter und Kindergärtnerinnen mit Vertretern des städtischen Kita-Eigenbetriebs schneller praktische Probleme lösen können, die mit den steigenden Kinderzahlen pro Haus und Gruppe einher gehen. Das haben Kita-Eigenbetriebsleiterin Sabine Bibas und rund 40 Elternvertreter gestern Abend während eines Treffens im Rathaus auf Vorschlag von Stadtsprecher Kai Schulz vereinbart.

Vorausgegangen war eine - zeitweise recht scharfe und kritische - Diskussion, in der sich Elternvertreter der 26 betroffenen Häuser vor einer Überfüllung ihrer Kitas warnten: Statistische Quadratmeter- und Erzieherzahlen pro Kind seien das eine, so argumentierten sie. Der praktische Tagesablauf in einem Kindergarten, in dem dann zum Beispiel plötzlich 21 statt 18 Kinder in einer Gruppe auf einmal schlafen, essen, auf die Toilette gehen oder umsorgt werden wollen, werfe jedoch zu viele Probleme auf. "Das bringt uns auf die Palme", echauffierte sich ein Vater aus der Kita an der Forststraße. Andere fühlten sich von "Entscheidungen, die an einem fernen grünen Tisch" getroffen worden seien, "übermannt".

Und so schlugen die Wellen zwar hoch, aber die Debatte eskalierte nicht - vor allem, weil sich Bibas und deren Kolleginnen und Kollegen nicht nur im allgemeinen Blabla ergingen, sondern zu fast jeder angesprochenen Frage und Kita konkrete Antworten parat hatten. So sagten sie beispielsweise der Elternvertreterin einer Kita, die in Gruppenstärke weitere Kinder aufnehmen muss, eine zusätzliche Erzieherin zu - in Summe sind 17 zusätzliche Stellen in den "Aufstocker-Kitas" vorgesehen.

Hintergrund der Diskussion: In Dresden fehlen rund 1500 Krippen-Plätze, ab August haben die Eltern aber einen Rechtsanspruch auf solche Plätze. Daher hatte der Eigenbetrieb für 38 Kitas, die ihre gesetzlich vorgesehenen Raumreserven bisher nicht ausgereizt hatten, beim Landesjugendamt beantragt, weitere Plätze einzurichten. Bis heute hat das Amt solche Kapazitätserweiterungen in 26 Kitas genehmigt.

Bibas verwies auch auf rechtliche Zwänge: Laut einem vom "Deutschen Institut für Jugendhilfe und Familienrecht" Heidelberg für den "Deutschen Städtetag" erstellten Gutachten, das den DNN vorliegt, müssen die Kommunen nämlich damit rechnen, dass sie ab August von Eltern ohne Krippen-Platz verklagt werden, wenn sie ihre Kitas nicht bis zur maximal zulässigen Grenze auslasten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.03.2013

Heiko Weckbrodt

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Bildung
Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Wettersponsor

Das Wetter in und um Dresden präsentiert Ihnen die Toskana-Therme Bad Schandau.