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„Praxisbezug wird an der HTW Dresden gelebt“

Studium „Praxisbezug wird an der HTW Dresden gelebt“

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Dresden zeichnet sich durch die besondere Praxisnähe der Studiengänge aus. In diesem Jahr können sich Interessenten erstmals völlig papierlos zum Studium anmelden und ebenso neu ist ein spezieller Online-Mathe-Brückenkurs für die Studieneinsteiger.

Prorektor Ralph Sonntag: Der Praxisbezug wird an der HTW gelebt.

Quelle: HTW

Dresden. Wenn Ralph Sonntag danach gefragt wird, warum sich jemand für ein Studium an der HTW entscheiden sollte, antwortet er überraschend emotional. „Er sollte sich überlegen, was er in seinem Leben machen will. Wofür er brennt, ist sicher eine gute Frage, die er sich stellen sollte“, sagt der Prorektor für Lehre und Studium dann.

Das passt zur Atmosphäre, auf die an der HTW im gesamten Studienbetrieb Wert gelegt wird. Sie steht zwar bisweilen im Schatten der Elite-TU, kann aber als kleinere Einrichtung auch mit besonderen Angeboten punkten. Aus 36 Studiengängen können Interessierte wählen, außer den mit Numerus Clausus belegten Wirtschaftswissenschaften und der Produktgestaltung gibt es kaum Zugangsbeschränkungen. Prorektor Sonntag mag nicht gern Vergleiche anstellen. Universitäten, Fachhochschulen und Berufsakademien haben jeweils ihre eigene Klientel. Die HTW lege Wert auf die Verknüpfung der Lehre mit der Praxis, in jedem Studienmodul gibt es neben den Vorlesungen praktische Übungen in kleineren Gruppen. Dieses geradezu „Familiäre“ sei eine Spezialität der HTW. Und es gibt noch eine Besonderheit: Im Vergleich zu Abläufen an einer Universität gibt die HTW den jungen Menschen ein sehr strukturiertes Studium an die Hand. „Relativ durchgeplant und überschneidungsfrei schafft die Struktur eine Studierbarkeit in der Regelstudienzeit“, erläutert Prorektor Sonntag.

Dazu gehören auch die Angebote in der Studieneingangsphase. Natürlich liegt der Schwerpunkt auf den naturwissenschaftlichen Mint-Fächern. „Mathematik ist schon sehr wichtig, logisches Denken ist ja für das spätere Leben keine Schaden“, schmunzelt Sonntag. Auf der Internetseite der HTW lässt sich testen wie groß die Zuneigung zu Zahlen in den einzelnen Studiengängen sein sollte. Das eigene Niveau kann auf die Probe gestellt werden. Weil die HTW selbst Interessierten ohne Abitur nach eine Eignungsprüfung den Zugang zum Studium ermöglicht, bietet die Hochschule gerade für Mathematik eine Reihe von Kursen an, die das Schulwissen für einen optimalen Start ins Studium auffrischen sollen. Dazu gehört auch der Online-Mathematik-Brückenkurs (OMB-Plus), der erstmals in diesem Jahr angeboten wird. Auf der Online-Plattform „up2study“ vermittelt die Hochschule Lerninhalte zur Vorbereitung aufs Studium. Gemeinsam mit der Informatik-Fakultät der TU Dresden ringt die HTW mit dem Projekt LAVA um geringere Abbrecherzahlen, hier wird der Vorlesungsstoff multimedial vertieft. Eine Karriereberatung komplettiert den ganzen Strauß an Offerten. „Die Studienanfänger könnten das noch intensiver nutzen“, meint Prorektor Sonntag. Viele würden es leider gar nicht erst probieren.

Mit etwa 1000 Studienanfängern rechnet die HTW im nächsten Semester, etwa 5000 Studenten gibt es ingesamt. Eine Aufstellung aus dem Wissenschaftsministerium für den Linken-Landtagsabgeordneten Falk Neubert listete jetzt für die Jahre 2010 bis 2015 auf, wieviele Studenten ohne Abschluss an den sächsischen Hochschulen und Universitäten exmatrikuliert worden sind. Im vergangenen Jahr waren es an der HTW 742, fünf Jahre zuvor 654, dazwischen aber auch schon mal 783 (2012). An der TU reicht die Spanne von 3480 (2010) bis 5419 (2014) exmatrikulierten Studenten. Für Sonntag liegen diese Zahlen im Schnitt und sind relativ konstant. Aber aus Sicht des Prorektors haben sie auch wenig Aussagekraft. Für ihn ist wichtiger, dass an der HTW überdurchschnittlich viele Studenten ihr Studium in der Regelstudienzeit schaffen. Aber eine Mint-orientierte Ausbildung sei grundsätzlich strukturierter. Sonntag hält es für viel wichtiger, dass all die studienbegleitenden Angebot zu einem besseren Studium führen, sich die Studenten wohler fühlen. Ein Indiz dafür seien die Wertungen in Hochschulrankings wie dem der Wirtschaftswoche, für das Personalverantwortliche in Unternehmen befragt werden. Mit Maschinenbau, Elektrotechnik, Wirtschaftsingenieurwesen, Wirtschaftsinformatik und Informatik schaffte es die HTW dort bei fünf von sechs Fächern unter die Top 5 der deutschen Fachhochschulen. 200 gibt es in der Bundesrepublik etwa.

Wichtiger als Abbrecherzahlen ist für Sonntag daher die ständige Weiterentwicklung der Studiengänge, das permanente Qualitätsmanagement. Darin fließen auch die Rückmeldungen aus der regionalen Wirtschaft, 1400 Unternehmen sind für die Job-Börse der HTW registriert. Rege Kontakte mit Absolventen sorgen für weiter Erkenntnisse. „Wer im Studium Praxisprojekte kennengelernt hat und heute in einem Unternehmen ist, kommt jetzt selbst mit einem Praxisprojekt auf uns zu“, beschreibt Sonntag die Entwicklung. Der Verband der deutschen Maschinen- und Analgenbau-Unternehmen (VDMA) bietet sich mit dem Projekt „Maschinenhaus“ Hilfestellungen für die Verbesserung der Studiengänge, die City Trees, die auf dem Neumarkt gerade für Furore sorgen (DNN berichteten) gehen auf die „Gründerschmiede“ der HTW zurück. Nicht zuletzt müssen Professoren grundsätzlich drei Jahr Unternehmenserfahrung mitbringen. Sonntag bringt seine Sicht auf den Punkt: „Der Praxisbezug wird an der HTW gelebt.“

Von Ingolf Pleil

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