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Politik, Eltern und Schulvertreter diskutieren am Runden Tisch zur Dresdner Schulnetzplanung

Politik, Eltern und Schulvertreter diskutieren am Runden Tisch zur Dresdner Schulnetzplanung

Am Samstag startete der Runde Tisch zum am vergangenen Dienstag vorgelegten und insbesondere in Bildungskreisen umstrittenen Schulnetzplan der Stadt Dresden. Vertreter aus Politik, Bildung, Schüler- und Elternschaft wollen in dem öffentlichen Gremium zum aktuellen Stand der Schulsituation sowie über Für und Wider der neuesten Planungen diskutieren.

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Bildungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU) führte die Teilnehmer des Runden Tisches zu dessen erster Sitzung in die Inhalte des Schulnetzplanes ein. Ob die erarbeiteten Vorschläge den Weg in die Politik finden würden, ließ Lehmann offen.

Quelle: Jane Jannke

Die Resonanz auf den kurzfristig initiierten Runden Tisch bei Bürgern, Schülern, Eltern und Lehrern hatten sich die Organisatoren allerdings anders vorgestellt. Kaum 30 Zuhörer hatten um halb zehn Uhr morgens am Samstag den Weg in die Aula des beruflichen Schulungszentrums Gustav Anton Zeuner in der Gerokstraße gefunden. Moderator Peter Stawowy registrierte es mit Galgenhumor. Einen möglichen Grund für das öffentliche Desinteresse hatte Kreiselternsprecherin Annett Grundmann direkt in der Vorstellungsrunde parat: „Viele Eltern glauben nicht, dass der Runde Tisch tatsächlich Einfluss auf das politische Geschehen haben wird." Viele Eltern hätten bereits resigniert, so Grundmann. Vielleicht hatte aber auch das Tischprotokoll, das keine Redebeiträge aus dem Zuschauerraum vorsah, den Mangel an Interesse befördert.

Ähnlich wie die Stadträte der Linken und der SPD sowie die Mehrheit der anwesenden Schulleiter und Schülerrepräsentanten auch fordert Grundmann eine bessere Beteiligung von Eltern, Schülern und Lehrern an der Entscheidungsfindung: „Ein solcher Runder Tisch hätte im Vorfeld der Schulnetzplanung stattfinden müssen", so die Elternratssprecherin.

Welchen Zweck der Runde Tisch genau erfüllen soll, blieb beim ersten von insgesamt sechs angedachten Tagungsterminen zunächst noch diffus. Zwei Lager zeichneten sich jedoch bereits in der ersten halben Stunde ziemlich klar ab: Das eine, bestehend aus der Mehrheit der Schulleiter, den Eltern- und Schülersprechern sowie den Stadträten von Linken und SPD, drängt auf eine stärkere Gewichtung der am Runden Tisch erarbeiteten Lösungsvorschläge in der Entscheidungsfindung. Das andere, repräsentiert vorwiegend durch Bildungsbürgermeister Winfried Lehmann (CDU), Vertreter der Stadt sowie den Stadträten von CDU, FDP, Grünen und Freien Bürgern, schreibt dem Gremium eher den unverbindlichen Charakter eines offenen Forums zu, auf dessen Empfehlungen der Stadtrat je nach Belieben eingehen kann, aber eben nicht muss.

Seit seiner Vorstellung am vergangenen Dienstag war der Schulnetzplan Gegenstand von Kritik und Protesten. „Es besteht nach wie vor eine erhebliche Diskrepanz zwischen dem, was an Bedarf in den nächsten Jahren auf uns zukommt, und dem, was die Stadt derzeit bereit ist, zu leisten", kommentierte Linken-Stadtrat Jens Matthis. Im Zuge der Planungen habe es trotz zahlreicher Anträge der linken Parteien im Stadtrat keinerlei öffentliche Debatten zum Thema gegeben. Das bestätigt indirekt auch Falk Schmidtgen, Leiter des städtischen Schulverwaltungsamtes: Runde Tische seien im Vorfeld der Schulnetzplanung nicht vorgesehen gewesen. Üblicherweise fänden die Gespräche auf nichtöffentlicher Ebene mit Vertretern der Schulleitungen statt - ohne Eltern, Schüler und Lehrer.

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Das Aktionsbündnis "Macht?Schule.Bildung!" demonstriert am 2. März gegen den neuerarbeiteten Schulnetzplan der Stadt Dresden.

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Fünf neue Grund-, sechs neue Mittelschulen sowie fünf neue Gymnasien sollen laut Schulnetzplan in den kommenden zehn Jahren in Dresden zusätzlich eröffnen. Teilweise durch Neubauten, teilweise durch Reaktivierungen bereits vorhandener Schulgebäude. Mehr als 200 Millionen Euro wird das kosten. Doch viele fragen sich: Woher soll das Geld jetzt kommen, nachdem sich dieser gewaltige Bedarf aufgrund von Einsparungen über Jahre hinweg aufgestaut hatte? Schülerratssprecher Andreas Tietze befürchtet: „Wahrscheinlich wird der Neubau zulasten der bereits vorhandenen Schulen gehen, deren Sanierung dann zurückgestellt wird."

Fünf Tagungsrunden stehen den Teilnehmern des Runden Tisches bis zum finalen Beschluss zum Schulnetzplan im Stadtrat am 12. Juli noch bevor. Jeweils am 17. und 24. März, am 28. April sowie am 2. und 9. Juni sollen weitere Termine folgen. Ob das Beispiel auch im Hinblick auf die bereits in zwei Jahren anstehende nächste Schulnetzplanung Schule machen wird, bleibt abzuwarten.

Jane Jannke

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