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Planspiel zum Alltag bei den Vereinten Nationen im Landtag in Dresden

Planspiel zum Alltag bei den Vereinten Nationen im Landtag in Dresden

Ein Treffen der Vereinten Nationen (UN) inmitten der sächsischen Landeshauptstadt: Gestern wurden die wichtigsten Ergebnisse der "elb Model United Nations" im Landtag präsentiert.

Von ANNE NITZPAN

Ein Treffen der Vereinten Nationen (UN) inmitten der sächsischen Landeshauptstadt: Gestern wurden die wichtigsten Ergebnisse der "elb Model United Nations" im Landtag präsentiert. Die sogenannte elbMUN ist eine fünftägige Planspielsimulation, zu der insgesamt 110 Studenten aus der ganzen Welt nach Dresden gepilgert sind. Schirmherr ist Landtagspräsident Matthias Rößler, Organisator ist die elbMUN Hochschulgruppe der TU Dresden.

Es ist mucksmäuschenstill in den Hallen des Landtags. Im Plenarsaal tagt gerade der UN-Sicherheitsrat zu einem brisanten Thema: Israel hat vor einigen Minuten den Iran angegriffen. Es muss eine schnelle Entscheidung getroffen werden. Vertreter aus insgesamt 60 Ländern debattieren fieberhaft über die nächsten Schritte. Doch etwas ist verkehrt: Deutschland fehlt bei der kurzfristig einberufenen Krisensitzung. Und noch eines macht stutzig: Keiner der Ländervertreter, die gerade versuchen die Welt vor einem atomaren Krieg zu bewahren, sieht viel älter als 25 aus.

Verfallen Sie jetzt bitte nicht in Panik, es steht uns kein Dritter Weltkrieg bevor. Das Szenario ist Teil einer Planspielsimulation, die den Teilnehmern der dritten elbMUN-Konferenz in Dresden einen Einblick in die Arbeit der UN geben soll. In simulierten Gremien wie dem Sicherheitsrat oder der Generalversammlung, debattieren die Jung-Diplomaten über weltpolitische Themen.

Jeder Teilnehmer repräsentiert nicht seinen eigenen, sondern einen ihm zugelosten Staat. Das erklärte Ziel ist es, die offizielle Position des Landes möglichst realistisch wiederzugeben. Jutta Wiedling macht ihren Master in Internationale Beziehungen in Dresden und ist Vertreterin Großbritanniens im Sicherheitsrat. "Um ein Land politisch zu repräsentieren, muss man zunächst die gesellschaftlichen Strukturen, Kulturen und Mentalitäten im Staat verstehen. Ich persönlich finde es aber schwer, ein Land zu vertreten, dessen politische Positionen mir selber nicht zusagen. Allein dieser Erkenntnis wegen lohnt es sich schon mitgemacht zu haben."

Wiedling möchte, falls sie das nächste Jahr wieder bei der elbMUN dabei ist, nicht für ein Land, sondern eine unabhängige Organisation antreten. Bastien Koch, der im zweiten Semester des Bachelor-Studiengangs Internationale Beziehungen ist, vertritt Nigeria im Sicherheitsrat. Er hat ein Jahr Freiwilligendienst in Benin (grenzt an Nigeria) gemacht und sich deshalb als Vertreter verschiedener afrikanischer Staaten beworben. Bei ihm wohnt Pavel, Student der Internationalen Beziehungen aus Prag, der Portugal vertritt.

So hat fast jeder Teilnehmer, dessen Wohnung groß genug ist, einen Nicht-Dresdner aufgenommen. Der Dialog der Generationen findet eben nicht nur im Plenarsaal, sondern auch mal bei einem abendlichen Bier in der WG-Küche statt. Und weil sie schon ziemlich professionell sind, stehen die sympathischen Entscheider am nächsten Morgen dann wieder um 8 Uhr auf, um weitere zwölf Stunden über die Zukunft der Welt zu debattieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.04.2012

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