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Pater Pflüger kehrt zurück - Nach acht Jahren in Afrika leitet der Dresdner ab September Jesuitenflüchtlingsdienst in Berlin

Pater Pflüger kehrt zurück - Nach acht Jahren in Afrika leitet der Dresdner ab September Jesuitenflüchtlingsdienst in Berlin

"Eigentlich", schreibt Pater Frido Pflüger in seinem Brief, "hatte ich mit vorgestellt, noch ein paar Jahre in einem Flüchtlingslager zu arbeiten.

Von Katrin Richter

" Doch es sollte anders kommen: Der ehemalige Leiter des St. Benno-Gymnasiums wird schon im nächsten Jahr nach Deutschland zurückkehren und ab September in Berlin die Leitung des Jesuitenflüchtlingsdienstes (JRS) übernehmen. Acht Jahre lebt er jetzt in Afrika, koordiniert von Nairobi in Kenia aus den Flüchtlingsdienst der Jesuiten für ganz Ostafrika (DNN berichteten).

Pater Stefan Kiechle, Provinzial der Deutschen Provinz, hat ihn gefragt, ob er nicht den JRS Deutschland leiten wolle. "Bei dieser Arbeit geht es um die Begleitung von Asylbewerbern, von Menschen in Abschiebehaft - verbunden mit der Frage, wie man ihnen noch helfen kann", so Pflüger. Das Angebot des Provinzials habe er gern angenommen. In der vergangenen Woche ist Pater Pflüger zum vorerst letzten Mal nach Nairobi geflogen. In den Wochen zuvor musste er sich in Deutschland am Auge behandeln lassen. "Gerade als ich unser Projekt in Buenaventura in Kolumbien besucht habe, riss an mehreren Stellen die Netzhaut des linken Auges", berichtet er. Nach einiger Zeit habe er "den Zwangsaufenthalt akzeptiert", sich sehr gut erholt und sei nun fit für die letzten Monate in Afrika.

Bereits am 1. März kommenden Jahres wird Pater Deo Mutayoba Pflügers Aufgabe in Kenia übernehmen. Im Januar und Februar will Pater Pflüger deshalb den Jesuiten aus Tansania in seine neuen Aufgaben einführen, die u.a. darin bestehen, somalischen Flüchtlingskindern schulische Bildung zu ermöglichen.

Rückblickend auf die Flüchtlingssituation in Afrika meint Pater Pflüger, dass das Übermaß der Last von den armen Ländern getragen werde. "Man muss sich nur einmal vor Augen halten, dass zur Zeit 520 000 somalische Flüchtlinge in Kenia Zuflucht gefunden haben, 181 000 in Äthiopien und 202 000 im Jemen", schreibt der Jesuitenpater.

In Dollo Ado im Südosten Äthiopiens nahe der somalischen Grenze beispielsweise leben 138 000 Flüchtlinge in fünf Lagern und im Übergangslager. "Wenn man durch die Lager geht, sieht man fast nur Kinder und Jugendliche", berichtet Pater Pflüger. Sie müssten damit rechnen, dass sie ihre ganze Kindheit und Jugend in diesen Lagern verbringen werden. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) existiert ein Lager im Schnitt 20 Jahre lang. Er, Pflüger, schäme sich dafür, "dass wir in den reichen Ländern so engmaschige Grenzen gezogen haben, dass nur noch wenige Flüchtlinge durchkommen, obwohl sie ja auch für uns eine große Bereicherung sein könnten".

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.12.2011

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