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Opernsänger lehrt in Dresden Kindern Spaß am Singen

Opernsänger lehrt in Dresden Kindern Spaß am Singen

Marc Horus sitzt an seinem schwarzen Flügel. Er singt ein anmutiges Lied, begleitet sich mit leisen Akkorden selbst. Auf einmal verändern sich seine Gesichtszüge, seine Stimme wird tiefer und rau.

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Opernsänger und Stimmbildner Marc Horus am Flügel in seiner Gesangsschule "Raum für Stimme".

Quelle: Dietrich Flechtner

Wüsste man es nicht besser, könnte nun auch ein Joe Cocker am Piano sitzen. Nach nur wenigen Takten ein hoher Schrei. Wie Bruce Dickinson, von der englischen Heavy Metal-Band Iron Maiden, klingt er nun. Knarren, Kratzen, Röcheln, so nennt Marc Horus diese stimmlichen Effekte. Er singt das Lied zu Ende und kommt mit einer typischen Opern-Stimme in Tenorlage zum Schluss. In diesem Mann stecken unglaublich vielfältige Stimm- und Genre-Typen. "Wir sind das Instrument", meint er lächelnd und steht vom Flügel auf.

Der Opernsänger und Stimmbildner Marc Horus behält seine Erfahrungen und sein Wissen nicht für sich, sondern möchte seine Freude am Singen weitergeben. Daher hat er vor rund einem Jahr die Gesangsschule "Raum für Stimme" in Dresden gegründet, gemeinsam mit seiner Frau Yanar Aporta, ebenfalls Opernsängerin. Doch er beschränkt sich in seiner Arbeit keinesfalls nur auf den klassischen Gesang. Was man vermuten könnte, hört man sich seinen Lebenslauf an. Studiert an der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf steht er seit über 15 Jahren als Tenor professionell auf internationalen Bühnen. 2014 wird er beispielsweise auf dem Berliner Gendarmenmarkt bei den "Classic Open Air" zu sehen sein. Dennoch ist er allen Musikstilen gegenüber offen und bietet neben dem klassischen Gesang sowohl Popgesang als auch das Erlernen der stimmlichen Erzeugung von Effekten an.

Popgesang hat dieselben Grundlagen wie der klassische Gesang, aber im Unterricht gäbe es eine ganz andere Zielsetzung, erklärt Marc Horus. Und die Effekte, wie eben das Röcheln, das raue Singen oder das Kratzen, sind dann "das Sahnehäubchen". Dafür bräuchte man aber schon einige Grundlagen. Denn beachtet man wichtige Faktoren nicht, kann man sich seine Stimme auch schnell kaputt machen. Daher hat der Sänger und Stimmbildner spezielle Übungen, die er mit interessierten Schülern erlernt.

"Mir ist es sehr wichtig, dass die Schüler gerne und mit Freude hier her kommen", so Marc Horus. Folglich gibt es zwischen Lehrer und Schüler keine Verträge. Sie kommen stundenweise, projektweise, einfach wann sie können und wollen. In einer persönlichen und locker entspannten Atmosphäre wird dann gelernt, gearbeitet und gesungen. Barrieren zwischen Marc Horus und seinen Schüler sollen gleich zu Beginn abgebaut werden, man duzt sich. Auch an eine bestimmte Methodik will er sich nicht klammern, das schränke zu sehr ein: "Jeder Unterricht ist individuell". Was bei diesem facettenreichen Spektrum an Gesangsarten auch kein Wunder ist.

Oftmals hat er Schüler, die sich nicht recht trauen zu singen. "Töne treffen ist eine Sache des Vertrauens. Singen ist emotional aufgeladenes Sprechen, das haben wir alles in uns", erklärt Horus seine Philosophie. "Man muss sich von den Erlebnissen und Sätzen aus der Kindheit befreien." Sätze aus der Kindheit - damit meine Horus Dinge, die nicht mal böswillig oder nur beiläufig gesagt worden sind, beispielsweise von den Eltern, den Großeltern, Lehren oder sonstigen Autoritätspersonen. "Jeder kann singen", behauptet Marc Horus. Und mit seiner Leidenschaft merkt man schnell, dass er damit jeden überzeugen kann. "Singen ist ein körperliches und geistiges Erlebnis", sagt er und kommt dabei regelrecht ins Schwärmen. "Dabei kann man Emotionen verarbeiten, ohne darüber reden zu müssen." Und den Schülern, die Angst davor haben, laut und frei zu singen, will er zeigen, dass Singen hauptsächlich Freude macht.

Das ist für ihn ein wichtiger Grund, warum er "Raum für Stimme" gegründet hat. "Wenn ich etwas tue, dann will ich es mit Freude machen", erklärt der Sänger. "Und es sind solche beglückenden Momente für mich, wenn sich meine Schüler freuen." Um diese Freude und Leidenschaft weiterzugeben, vergibt Marc Horus dieses Jahr ein Gesangsstipendium. Das ist extra für die Inhaber eines Dresden-Passes oder deren Kinder gedacht. Geringverdiener sollen mit diesem Stipendium die Möglichkeit bekommen, ihre Stimme zu entfalten. Das Stipendium im Wert von 2000 Euro umfasst 40 kostenlose Gesangsstunden und wird ausschließlich per Losverfahren vergeben. Leistungsvoraussetzungen sind keine Bedingungen für das Stipendium - das einzige, was dabei zählt, ist der Wunsch zu singen. Die Bewerbungsfrist ist der 15. November 2013.

Die Gesangsschule "Raum für Stimme" von Marc Horus und Yanar Aporta befindet sich in der Lausitzer Straße 2. Alle weiteren Infos zur Schule und zum Gesangsstipendium im Internet unter www.raumfuerstimme.de

Annette Thoma

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