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Null Bock auf Schule! - Dresdner Schulschwänzer-Hilfsprojekt vor dem Aus

Null Bock auf Schule! - Dresdner Schulschwänzer-Hilfsprojekt vor dem Aus

Einem der wichtigsten Schulschwänzer-Hilfsprojekte in Dresden droht in reichlich einem Jahr das Aus. Denn die beiden Koordinierungsstellen von "Die zweite Chance" werden wohl nur bis Ende 2013 gefördert.

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Nach Angaben des Kultusministeriums haben im vergangenen Schuljahr reichlich 1000 Kinder und Jugendliche in Dresden unentschuldigt im Unterricht gefehlt.

Quelle: Volkmar Heinz

Dabei wird das Problem mit Schulschwänzern immer akuter. Die DNN beantworten wichtige Fragen zum Thema.

Wie hat sich die Zahl der Schulschwänzer entwickelt?

Nach Angaben des Kultusministeriums haben im vergangenen Schuljahr reichlich 1000 Kinder und Jugendliche in Dresden unentschuldigt im Unterricht gefehlt. Tendenz seit Jahren steigend. 2012 musste die Stadt bis Freitag bereits 418 Bußgeldbescheide aufgrund von Verletzungen der Schulpflicht ausstellen. Zum Vergleich: 2010 waren es im ganzen Jahr nur 372.

Gibt es typische Muster bei Schulschwänzern?

Ja und nein. Zum einen stellt Claudia Bühring vom Jugendamt immer wieder fest, dass viele Jungen und Mädchen aus den gleichen Gründen nicht zur Schule gehen: Entweder weil sie von ihren Klassenkameraden gemobbt werden und Konflikte scheuen oder weil sie in eine Gruppe hineingeraten sind, in der es als cool gilt zu schwänzen. Aber auch Fälle von Abhängigkeit, Sucht und häuslicher Gewalt begegnen Bühring und ihren Mitarbeitern häufig. "Dennoch ist die Problematik mit den Schulverweigerern nach wie vor vielschichtig. Zum Beispiel schwänzen auch Jugendliche die Schule, die in sozial abgesicherten Elternhäusern aufwachsen, wo aber die Eltern oft keine Zeit haben", sagt sie.

Warum steigt die Zahl der Schulschwänzer?

Stefanie Gilbricht vom Schulverwaltungsamt vermutet, dass die Schulen heutzutage stärker für das Thema sensibilisiert sind und entsprechende Fälle frühzeitig bei der Stadt melden, die nach dem fünften Tag unentschuldigten Fehlens ein Ordnungswidrigkeitsverfahren einleiten kann. "Wir müssen auch den Fakt akzeptieren, dass die Dunkelziffer bei Schulschwänzern mit Sicherheit weitaus höher liegt als die uns bekannten Zahlen", betont Bühring. "Überhaupt nicht erfasst werden können zum Beispiel jene Schüler, die zwar körperlich im Unterricht anwesend sind, aber nur träumen und aus dem Fenster schauen."

Renate Schubert, Psychologin in einer städtischen Erziehungsberatungsstelle des Jugendamtes, sieht gleichzeitig handfeste gesellschaftliche Probleme. "Meiner Meinung nach lastet auf Schülern heutzutage ein sehr viel höherer Druck als früher. Die Mittelschule gilt als verpönt, alle Eltern wollen ihr Kind unbedingt auf ein Gymnasium schicken", sagt sie. Dies führe am Ende bei so manchem Gymnasiasten zu häufigen Misserfolgen, irgendwann schwänzt er dann nur noch.

Wie wird Schulschwänzern in Dresden geholfen?

In der Landeshauptstadt gibt es zunächst einmal mehr als 40 Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit sowie der Jugendsozial- und Jugendverbandsarbeit, das heißt kleine Treffs, größere Häuser, Aktivspielplätze und Jugendfarmen. Darüber hinaus arbeiten vielfältige Projekte unter dem Dach der 49 evangelisch-lutherischen und 13 katholischen Kirchgemeinden. Auch in den Jugendsektionen der Sportvereine und zahlreichen soziokulturellen Einrichtungen finden Schulschwänzer Unterstützung.

Reichen diese Maßnahmen aus?

Nein. Zumal die Zukunft der Koordinierungsstellen des Projektes "Schulverweigerung - die zweite Chance", wie eingangs erwähnt, unklar ist. "Wir schaffen Voraussetzungen zur Re- Integration der Schulverweigerer und implementieren dabei verschiedene Unterstützungsangebote wie Grundlagenunterricht, um neue Motivationsanstöße für einen geregelten Schulbesuch mit den Kindern und Jugendlichen gemeinsam zu erarbeiten. Wer diese Lücke schließen soll, wenn wir wegfallen, bleibt mir ein Rätsel. Schon jetzt können alle Angebote in der Stadt zusammengenommen den eigentlichen Bedarf nicht decken", sagt Koordinator Jost Otto.

Christoph Stephan

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