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Notarzt initiiert Lehrbienenstand in Dresden und rennt damit bei den Kleingärtnern offene Türen ein

Notarzt initiiert Lehrbienenstand in Dresden und rennt damit bei den Kleingärtnern offene Türen ein

Wenn es die Bienen nicht gäbe, stünde es schlecht um den Ertrag auf Plantage, Feld und im Garten. Das haben auch die Dresdner Kleingärtner in den vergangenen Jahren bei ihren Ernten schmerzlich erfahren müssen.

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Michael Schnur ist nicht nur aufgrund des therapeutischen Nutzens der Bienen und ihrer Produkte ein Fan dieser Insekten.

Quelle: Carola Fritzsche

Denn die Zahl der Bienenvölker war aufgrund von Bienenkrankheiten und dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln drastisch zurückgegangen. Auch immer mehr Imker gaben auf.

"Früher hatte jeder größere Kleingärtnerverein seinen Imker. Heute sind im Stadtverband der Gartenfreunde Dresden gerademal noch 18 Imker registriert - in 366 Vereinen", verdeutlicht Gunter Wolf, Leiter der AG Fachberatung des Stadtverbandes, das Problem.

Die Gründe sind vielfältig. Zum einen lohnte Hobbyimkerei finanziell nicht mehr, weiß Wolf. Zum anderen fiel das zeitaufwändige Hobby für viele flach, die noch im Berufsleben standen. Des Weiteren wird die Haltung von Bienen oft von Ängsten in der Nachbarschaft begleitet. Da tut Aufklärung Not. In der Hellersiedlung in Dresden, konkret im Kleingärtnerverband Robinienhain, entsteht deshalb gerade ein Lehrbienenstand.

Initiator ist der Dresdner Allgemeinmediziner, Notfall- und Schularzt Dr. Michael Schnur. "Ich hatte von Kindheit an ein Faible für Bienen, war fasziniert von der Imkerei", erzählt er. Offen stand er deshalb von Anfang an auch dem therapeutischen Nutzen von Bienen und ihrer Produkte gegenüber. "Kauwachs kann man zur natürlichen Desensibilisierung bei Heuschnupfen einsetzen, Honig hat bei Brand-wunden und Geschwüren eine heilende Wirkung, Propolis-Tinktur wirkt als Antiseptikum und die Inhalation der Luft aus dem Bienenstock wird bei Asthma und chronischer Bronchitis angewendet", nennt Dr. Schnur Beispiele.

Doch nicht nur aus medizinischer Sicht setzt er sich für Bienen ein. Als Schularzt an einer Waldorfschule ist ihm klar, dass Wertschätzung den Bienen gegenüber schon den Kindern vermittelt werden muss und dass das mit Sicherheit ein Weg ist, auf lange Sicht dem Imkersterben entgegenzutreten. "Denn Kinder haben keine Vorurteile und Ängste, sind eher als Erwachsene bereit, mit Bienen Freundschaft zu schließen", so der Arzt. Mit seiner Idee stieß er nicht nur beim Gartenbaulehrer der Waldorfschule, sondern auch beim Chef-Fachberater der Dresdner Kleingärtner auf offene Ohren.

"Wir hatten in unserem Verein schon lange vor, wieder einen Bienengarten anzulegen", versichert Wolf. So wurde in kurzer Zeit dafür eine Fläche gefunden - "am Rand des Kleingartenvereins, mit Flugrichtung auf eine Bienenweide mit Haselnussträuchern, Weiden und Phacelia. Mittlerweile ist der erste Spatenstich schon Geschichte. Peu am peu wird das Imkerhaus errichtet. Die Dresdner Firmen MC mobilconcept GmbH und dem Transportunternehmen Detmers dafür, dass die Baustelle mit einem Materialcontainer eingerichtet werden konnte. Die ersten beiden Bienenbeuten stehen schon. Weitere sollen folgen. "Am 28. Oktober wollen wir fertig sein", sagt Schnur.

Drei weitere Bienengärtenin Vorbereitung

Ein ehrgeiziges Ziel, denn der Lehrbienengarten entsteht in ehrenamtlichem Engagement und wird auch ehrenamtlich betrieben. Dazu hat sich zehnköpfiges Jungimkerteam gebildet. "Zudem wird Berufsimker Alexander Weber das Projekt fachlich betreuen", freut sich Schnur. "Unser Ziel ist nicht, den Bienen einen maximalen Ertrag abzupressen und Profit zu erzielen", betont Schnur, sondern Projekte für Schulen anzubieten.

"In einer Winteraktion haben wir mit Kindern das Grundstück vermes-sen. Im Rahmen des Gartenbauunter-richts der 10. Klasse der Freien Waldorfschule Dresden fand ein erster Baumschnitt statt", freut sich der Lehrbienengarten-Initiator. Er hat nun zu anderen Schulen schon "die Fühler ausgestreckt".

"Für die Errichtung des Lehrbienenstandes stellt das Land Sachsen För-dermittel bereit. Zudem unterstützt der Landesverband der Kleingärtner das Projekt finanziell", weiß Gunter Wolf vom Stadtverband der Gartenfreunde. Der kann inzwischen von weiteren Bienengärten berichten, die entstehen: "In den Kleingärtnervereinen Alter Elbarm, Frauensteiner Platz und Dresden-West sind wir in den Startlöchern."

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2013

Catrin Steinbach

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