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Neuer BSZ-Leiter Bernd Petschke: "Geht's der Wirtschaft gut, geht's der Schule gut"

Neuer BSZ-Leiter Bernd Petschke: "Geht's der Wirtschaft gut, geht's der Schule gut"

Seit September leitet Bernd Petschke das größte Berufliche Schulzentrum in Dresden, das BSZ für Elektrotechnik, mit 2200 Schülern und 110 Lehrern. Im DNN-Gespräch verrät der 54-Jährige, was ihm an seinem Job gefällt, welche Ausbildungsberufe besonders begehrt sind und auch, welches Buch er gerade liest.

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Bernd Petschke, Leiter des BSZ für Elektrotechnik, lobt die "stabilen Verhältnisse in Dresden". Die Unternehmen würden zuverlässig Schüler an die Schule schicken. "Man muss nicht darüber nachdenken, ob es diesen oder jenen Ausbildungsgang im nächsten Jahr noch gibt oder nicht", sagt er.

Quelle: Andor Schlegel

Frage: Wie wird man denn Leiter eines Beruflichen Schulzentrums mit 2000 Schülern?

Bernd Petschke: Ich stamme eigentlich aus der Lausitz, habe viele Jahre in Hoyerswerda gewohnt. Mein Berufsleben ist recht bewegt. Gleich nach der Wende habe ich die Hoyerswerdaer Volkshochschule geleitet, war dann fünf Jahre lang im Kultusministerium für die Erwachsenenbildung zuständig, habe anschließend die Beruflichen Schulzentren in Bautzen, Zwickau und zuletzt in Meißen geleitet. Mit dem Dresdner BSZ für Elektrotechnik schließt sich der Kreis wieder. Denn von Hause aus bin ich eigentlich Berufsschullehrer für E-Technik.

Was hat Sie gereizt an diesem BSZ, an Dresden?

Wissen Sie, ich habe fünf Jahre lang das BSZ in Meißen geleitet. Das war nicht immer leicht, weil uns die Schüler gefehlt haben. In Dresden hingegen gibt es stabile Verhältnisse. Die Unternehmen schicken zuverlässig Schüler zu uns. Das Besondere an diesem BSZ ist, dass wir ganz dicht an der Wirtschaft dran sind. Wenn es der Wirtschaft gut geht, geht es auch der Schule gut. Das macht den Kopf frei, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Man muss nicht darüber nachdenken, ob es diesen oder jenen Ausbildungsgang im nächsten Jahr noch gibt oder nicht.

Wie haben Sie das BSZ vorgefunden im September?

In einem sehr guten Zustand. Die Kollegen wissen ganz genau, wo es lang geht. Und wir haben hier drei stabile Säulen: die Berufsschule, in der wir z.B. Mechatroniker und Informatiker ausbilden, das Berufliche Gymnasium für Technik und die Fachschule für Technik.

Wo wollen Sie Schwerpunkte setzen?

Ein Beispiel: Wir gehören zu den drei Schulen in Sachsen, an denen man in vier Jahren eine Berufsausbildung im Bereich der Elektrotechnik mit Abitur machen kann. Da will ich versuchen, dass die Betriebe diese Chance besser erkennen und diese jungen Leute längerfristig, also über sieben, acht Jahre aufbauen für einen Posten im mittleren Management.

Welche Ausbildungsberufe sind am BSZ für Elektrotechnik beson- ders begehrt, wo gibt es noch freie Plätze?

Es gibt nicht wirklich freie Plätze. Das ist das Schöne an der Stadt Dresden. Am begehrtesten ist vielleicht der Mechatroniker. Da bilden wir pro Jahr fünf Klassen à 28 Schüler aus. Aber auch für die Fachschule gibt es viele Interessenten.

Wie beschreiben Sie Ihren Führungsstil?

Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, der auch im Zeitalter von E-Mails und SMS gern mit den Menschen auf Augenhöhe im Gespräch ist. Aber als Schulleiter habe ich eben letztlich eine Entscheidung zutref- fen. Und da lassen die Rahmenbedingungen manchmal wenig Kompro-misse zu.

Was lesen Sie gerade?

"Wolfskinder" - eine Dokumentation über die Kinder aus Ostpreußen, deren Eltern im Krieg verschollen sind, die ermordet wurden. Diese Kinder haben in dem Buch ihre Schicksale geschildert. Ich war im Sommer im Baltikum im Urlaub. Da hat mich die Frage nicht losgelassen, was nach dem Krieg in den ehemaligen deutschen Gebieten passiert ist.

Was ist Ihre Lebensmaxime?

Das berühmte Glas ist für mich nicht halbleer, sondern halbvoll. Man sollte einfach nicht den Mut verlieren. Auch wenn Wochen und Monate vergehen - es ist immer Licht am Ende des Tunnels.

Was machen Sie in Ihrer Freizeit?

Lesen, manchmal gehe ich joggen. Ich genieße es im Augenblick, in der Stadt zu leben und ein bisschen in Dresden herumzutrödeln um aufzutanken. Und dann ist es ja so: Meine Frau leitet auch eine Schule in Dresden. Da unterhalten wir uns oft und stellen fest: Die Sorgen, die du hast, sind im Vergleich zu denen, die der andere mitbringt, ja gar keine und umgekehrt.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 07.11.2013

Katrin Richter

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