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Natur- und Umweltschule ohne Genehmigung: SBA bemängelt unzureichendes „pädagogisches Interesse“

Natur- und Umweltschule ohne Genehmigung: SBA bemängelt unzureichendes „pädagogisches Interesse“

Die Zukunft der alternativen Natur- und Umweltschule in Dresden bleibt ungewiss. Nach wie vor liegt keine offizielle Genehmigung für die freie Grundschule von der Sächsischen Bildungsagentur (SBA) vor, sondern eine Duldung.

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Schulleiterin Julia Pörschke von der Dresdner Natur- und Umweltschule.

Quelle: Julia Vollmer

Schulleiterin Julia Pörschke will zum Wohle der 64 Kinder, Eltern und ihrer Kollegen, die seit 2011 die Schule besuchen, endlich mit einer dauerhaften Erlaubnis in die Zukunft starten. Die SBA besteht jedoch auf die Erfüllung von Auflagen.

„Bislang ist es dem Verbund sozialpädagogischer Projekte e.V. als Träger nicht gelungen, sein Schulkonzept so auszugestalten, dass die Sächsische Bildungsagentur in der Umsetzung ein besonderes pädagogisches Interesse am Betrieb der Grundschule bestätigen konnte“, so Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur. Demzufolge konnte dem Trägerverein der Schule noch keine endgültige Genehmigung zur Errichtung und zum Betrieb einer Grundschule erteilt werden, erklärte die Sprecherin weiter.

Bislang liegt nach Angaben der Dresdner Stadtverwaltung nur eine Duldung für das Schuljahr 2014/15 vor. Die SBA weist darauf hin, dass es während des laufenden Genehmigungsverfahrens nicht möglich ist, detaillierte Auskünfte zum derzeitigen Bearbeitungstand zu erteilen.

Das alternative Konzept der Natur- und Umweltschule

Hoch oben auf der Königsbrücker Straße liegt am Waldesrand die Natur- und Umweltschule. Die Schule setzt in ihren Konzept auf den Wald als Lehr- und Erfahrungsraum. Der Unterricht findet nicht im Klassenverband in Unterrichtsstunden sondern in sogenannten Projektblöcken in Lerngruppen statt. Je nach Alter der Kinder haben die Schüler einen Tages- oder Wochenplan, in dem sie ihre Lernziele in Absprache mit den Pädagogen selbst festlegen. Die Kinder im Alter zwischen sechs bis zehn Jahren gerade eher dem Subtrahieren oder dem Lesen lernen widmen wollen. „Wir arbeiten bei den 1. bis 3. Klasse in altersgemischten Lerngruppen, hier können sich die Schüler dann einen sogenannten Meister suchen, der ihnen die Thematik erklärt“, erzählt Schulleiterin Julia Pörschke.

Vorher gibt es Einführungskurse in Mathematik, Deutsch und Englisch. „Unser Ziel ist es, die Kinder zu selbstständigen, wissbegierigen Menschen zu erziehen, dann muss man es auch mal aushalten, wenn ein Schüler mal eine Pause braucht, um sich wieder besser konzentrieren zu können. Dieser rhythmisierte Schulalltag entspricht dem normalen Lernverhalten der Kinder“ so Pörschke. Um den Wissensstand der Lerngruppen zu überprüfen, gibt es regelmäßige Tests, statt Zensuren gibt es hier Punkte. Die Kinder sollen motiviert, statt unter Druck gesetzt werden.

Bewertungstext statt Zeugnis

Am Schuljahresende erhalten die Schüler statt eines Zeugnisses mit Noten, einen Bewertungstext. Die Natur- und Umweltschule sieht sich als Ganztagesschule, nach dem Mittagessen beginnt die sogenannten 3. Lernzeit und der Hort. Hier verbringen die Kinder die Zeit meistens an der frischen Luft, entdecken im Wald die Jahreszeiten und erleben die Natur und den Wald in enger Zusammenarbeit mit dem Förster. Bis 17 Uhr werden die Kinder betreut, danach holen die Eltern ihren Nachwuchs wieder ab.

Die Elternarbeit spielt an der NUS eine wichtige Rolle, 30 Stunden im Jahr arbeiten die Mütter und Väter mit am Außengelände, putzen die Klassenräume oder bieten Elternunterricht an. 2010 stellten die Gründer um Julia Pörschke den Antrag auf Zulassung bei der Sächsischen Bildungsagentur, 2011 begann der Schulbetrieb, allerdings erst nachdem gegen die Ablehnung der SBA die Gründer geklagt hatten. „Die SBA begründete ihre Ablehnung, dass sie kein besonderes pädagogisches Konzept sieht“, erklärt Pörschke. Nach einem Einspruch der Schulgründer schickte die SBA einen Änderungsbescheid mit Auflagen. Nun gibt es immer wieder Gespräche der beiden Parteien, regelmäßig kontrolliert die Bildungsagentur den Schulbetrieb. Doch eine Genehmigung liegt nach wie vor nicht vor. Wie es 2015 weitergeht, ist unklar, so Pörschke. „Wir wollen gern eine friedliche Einigung und eine gute Zusammenarbeit mit der SBA. Für die Kinder und die Eltern hoffen wir auf eine positive Zukunft unserer Schule“, so Julia Pörschke.

Sollte die Natur- und Umweltschule wegen der fehlenden Erlaubnis schließen müssen, stehen aber genügend Grundschulplätze für die Kinder bereit. Doch noch gibt es keine Gespräche über einen möglichen Schulwechsel, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Grundschulen im Grundschulbezirk Ortsamt Klotzsche haben Platz für 252 Kinder, im Ortsamt Neustadt für bis zu 532 Kinder.

jv

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