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Napoleon und die Tränenwiese von Dresden-Kaitz - Geschichtsverein plant Denkmal

Napoleon und die Tränenwiese von Dresden-Kaitz - Geschichtsverein plant Denkmal

Der Mini-Stadtteil Kaitz im Dresdner Süden ist ein ganz besonderes Fleckchen Erde. Zum einen begeistert der Dorfkern Geschichtsinteressierte. "Denn die Rundweiler-Form - die erste Besiedlungsform auf sächsischem Boden - ist gut erhalten.

Von Catrin Steinbach

Außerdem befindet sich das älteste Winzerhaus Sachsens auf dem Kaitzer Weinberg", weiß der ehemalige Windmüller von Reitzendorf Klaus Kirchner, der längst wieder in seiner Heimat Kaitz wohnt. Zum anderen sind die "Eingeborenen" offensichtlich sehr heimatverbunden. 641 Einwohner gibt es in Kaitz. 60 (!) Mitglieder zählt der Geschichtsverein.

Und als der dann 2006 zum 800-jährigen Bestehen von Kaitz (der 1921 eingemeindete Ort wurde nämlich wie Dresden 1206 erstmals urkundlich erwähnt) nicht nur eine Feier organisierte, sondern auch eine selbst verfasste Ortschronik herausgab, ging die weg wie warme Semmeln. Längst hat der Geschichtsverein neue Projekte in Angriff genommen. So soll an der "Tränenwiese" ein Obelisk aufgestellt werden. Des Weiteren werden nach und nach Infotafeln an Denkmalen angebracht.

"In Kaitz findet man wirklich an jeder Ecke was Historisches", schwärmt Jens Krämer. Der 38-jährige Steinmetz kennt sich nicht nur mit alten Steinen aus, sondern könnte aus dem Stand eine Story nach der anderen aus der Kaitzer Historie erzählen. Denn für diese interessiert er sich brennend. Gern und immer öfter macht er deshalb auf Anfrage auch Führungen durch das kleine Dorf, das nur fünf Kilometer vom Dresdner Hauptbahnhof entfernt ist.

Der vor Jahren "aus dem Nachbardorf Mockritz" zugezogene Jens Krämer wohnt und arbeitet seit 2003 im historischen Gebäude "Sängereiche" an der Possendorfer Straße. "Früher hat der Männergesangsverein in der heutigen Steinmetzwerkstatt seine Treffen abgehalten. Weil der Gesangsverein 1885 eine Eiche im Garten pflanzte, hatte der Gebäudekomplex, in dessen Haupthaus sich dazumal eine Kneipe befand, seinen Namen weg. Die Eiche steht heute noch", erzählt der Steinmetz. Auf dessen Initiative geht übrigens die Gründung des Geschichtsvereins Kaitz im Jahr 2004 zurück.

Vereinsmitglieder haben nicht nur eine Ortschronik geschrieben, eine Feier zum 800-jährigen Jubiläum organisiert und an der Possendorfer Straße/Ecke Altkaitz ein aufwändig gefertigtes Sandstein-Postament mit Ortssiegel, Infos zur Entwicklung des Ortsnamens und kurzem geschichtlichen Abriss aufgestellt. Längst gibt es auch eine Homepage im Internet.

Des Weiteren soll das Interesse der jungen Generation für die Heimatgeschichte geweckt werden. Vereinsmitglied Christian Johne beispielsweise hat Schulkinder schon über den Hof seiner Familie geführt und den Jungs und Mädels anhand seiner Sammlung landwirtschaftlicher Geräte nahegebracht, was z.B. eine Egge ist. Auch Sauerkraut macht er wieder selbst und ist gern bereit, seine Erfahrungen diesbezüglich weiterzugeben. In naher Zukunft will der Verein insgesamt 25 Informationstafeln an Kaitzer Denkmalen und denkwürdigen Orten anbringen, so dass sich Spaziergänger die Ortsgeschichte erschließen können. "Drei Tafeln sind schon angebracht, drei in Arbeit", so Jens Krämer. Problem sind die Kosten. 200 Euro kostet eine Tafel. Sponsoren sind willkommen.

Des Weiteren bereitet der Verein für dieses Jahr eine Ausstellung über Fahrzeugbau und -handel in Kaitz vor, arbeitet an einer Ergänzung der Ortschronik und plant in Vorbereitung des 200. Jahrestages der Befreiungskriege gegen Napoleon die Aufstellung eines Sandsteinobelisken auf der "Tränenwiese". "Das war der Notverbandsplatz für die Soldaten. Hier wurde ohne Narkose amputiert", erklärt Jens Krämer. "Wir warten noch darauf, dass die Stadt das Aufstellen des Obelisken genehmigt. Dann müssen wir auf Sponsorensuche gehen."

www.geschichtsverein-kaitz.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.02.2012

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