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Nach Veto der TU Dresden: Doktorarbeit im „Giftschrank“

Nationalbibliothek sperrt fragwürdige Arbeit Nach Veto der TU Dresden: Doktorarbeit im „Giftschrank“

Eine angeblich internationale Doktorarbeit an der TU Dresden und der Comenius Universität in Bratislava über die deutsche Krankenhausfinanzierung - in Wirklichkeit aber eine plagiatverseuchte Pfuscharbeit - hat die bundesweit zuständige Deutsche Nationalbibliothek jetzt aus dem Verkehr gezogen.

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Eine angeblich internationale Doktorarbeit an der TU Dresden und der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei) über die deutsche Krankenhausfinanzierung - in Wirklichkeit aber eine plagiatverseuchte Pfuscharbeit - hat die bundesweit zuständige Deutsche Nationalbibliothek (DNB) jetzt aus dem Verkehr gezogen.

Quelle: Archiv

Dresden. Eine angeblich internationale Doktorarbeit an der TU Dresden und der Comenius Universität in Bratislava (Slowakei) über die deutsche Krankenhausfinanzierung - in Wirklichkeit aber eine plagiatverseuchte Pfuscharbeit - hat die bundesweit zuständige Deutsche Nationalbibliothek (DNB) jetzt aus dem Verkehr gezogen. Darauf hatte ein Sprecher der TU (zuerst in dieser Zeitung am vergangenen Wochenende) gedrungen, nachdem zahlreiche Plagiatsstellen auf der Internetplattform Vroniplag Wiki dokumentiert wurden. Die Arbeit ist jetzt in einem „Giftschrank“ der DNB weggesperrt, wie ihr Justiziar sagt. Sie gilt nicht mehr als „Dissertation“, sondern als x-beliebiges „Medienwerk“ im Selbstverlag des Verfassers, ohne Hinweis auf irgendeine Universität.

Autor Andreas Schubert, der damit ins Zwielicht gerät, ist derzeit Geschäftsführer des Caritasverbandes Hannover, eines katholischen Hilfswerks mit 450 Mitarbeitern für alle Altersstufen – vom Kindergarten bis zum Seniorenheim. In seiner Vertrauensstellung als Caritas-Chef sieht sich Schubert durch die Plagiatsvorwürfe schwer erschüttert. Laut der amtlichen „Grundordnung des kirchlichen Dienstes“ ist er „zur Sicherung der Glaubwürdigkeit der Einrichtungen, die die Kirche unterhält“, persönlich verpflichtet.

Schubert verteidigt sich damit, sein DNB-Text sei eine irrtümlich abgegebene Früh- oder Zwischenfassung seiner späteren Promotionsschrift. Tatsächlich veröffentlichte er diese „irrtümliche“ Fassung aber erst nach erfolgter Promotion. Im Übrigen entspricht sie der in der Unibibliothek in Bratislava einsehbaren Untersuchung. Beide tragen dasselbe Datum.

In die angeblich vorläufige Fassung hat Schubert nach eigenen Angaben Passagen aus fremden Werken (ohne Quellenangabe) einkopiert, um sie später ordentlich zu verarbeiten. Diese Angabe erinnert an den damaligen Bundesverteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, der mit einer ähnlichen Behauptung seine plagiierte Doktorarbeit erklären wollte.

Im Falle Schubert ist jetzt die Comenius Universität am Zuge, in deren Bibliothek das gleiche Werk wie bei der DNB als Promotionsschrift eingestellt ist. Ob die Plagiate zur Aberkennung des Doktorgrades führen, bleibt allein eine Entscheidung der slowakischen Hochschule. Bis dahin wird der Caritasverband „Schubert als Vorstand unterstützen“, erklärt der Aufsichtsratsvorsitzende, Propst Martin Tenge.

Hermann Horstkotte

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