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Medizinstudentin wird für Erklär-Plattform im Internet zur "Heldin des Alltags"

Medizinstudentin wird für Erklär-Plattform im Internet zur "Heldin des Alltags"

Die 27-jährige Medizinstudentin Anja Kersten ist von der Zeitschrift "Bild der Frau" als "Heldin des Alltags" gekürt worden. Auf der von ihr initiierten Online-Plattform können Patienten ihre Befunde einsenden und bekommen nach vier Tagen eine Übersetzung der medizinischen Fachtermina.

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Anja Kersten

"Jetzt ist es möglich, die Sprache der Ärzte besser zu verstehen und durchdachte Entscheidungen zu treffen", schwärmen die Nutzer. So verständlich habe noch kein Arzt den Befund erklärt, Entscheidungen über Operationen könnten viel besser getroffen werden.

Anja Kersten hat mit ihrer Idee und dem kostenlosen Angebot den Nerv der Zeit getroffen. Knapp 5700 Befunde wurden von dem "washabich"-Team seit dem Projektstart im Januar 2011 übersetzt. In der Woche wird die Webseite in Ärzte-Netzwerken über 80 000 Mal aufgerufen, externe Nutzer klicken das Portal www.washabich.de insgesamt 40 000 Mal in der Woche an.

Mit diesem Erfolg hat die Medizinstudentin nicht gerechnet. Damals im Bett machte sie sich Gedanken über die krebskranke Mutter ihrer Freundin. Die Ärzte hatten neue Metastasen entdeckt. Das ergab der Befund, den Kersten für die Krebskranke übersetzte, weil diese ihre eigene Diagnose nicht verstand. "An diesem Tag bin ich ins Bett gegangen mit dem Gedanken, dass es viele Menschen gibt, die niemanden fragen können", erinnert sich Kersten. Sie wollte ein Angebot schaffen, dass allen Menschen hilft. Ihre Studienkollegen Johannes Bittner und Ansgar Jonietz waren schnell überzeugt. Innerhalb von vier Tagen stand die Rohversion der Webseite. Nach zwölf Minuten kam die erste Anfrage. Nach einer Woche mussten die drei Medizinstudenten das Portal schließen, weil sie die Aufträge nicht mehr allein bewältigen konnten.

Heute arbeiten 412 Medizinstudenten von 38 Fakultäten aus ganz Deutschland, 91 Assistenz- und Fachärzte und zwei zwei Diplom-Psychologen ehrenamtlich für das Portal. Innerhalb von vier Tagen nach der Zusendung des Befundes erhalten die Patienten ihre Übersetzung völlig kostenfrei. "Das Portal hilft Patienten, aber auch den Medizinstudenten", erklärt Kersten. "Sie können für ihre praktische Arbeit viel lernen."

Kersten selbst steckt gerade mitten im Examen. Wenn sie damit fertig ist, will sie neben ihrem Beruf als Ärztin weiter für die Webseite arbeiten. "Es wäre schön, wenn das Angebot alle Patienten nutzen können", erklärt Kersten ihre Zukunftsvision. Denn momentan ist das Portal geschlossen, weil selbst die über 500 Mitarbeiter die Flut von Anfragen nicht mehr bewältigen können. Jeder Mediziner - ob Ärzte oder Studenten - kann sich an den Übersetzungen beteiligen. Voraussetzung ist der Abschluss des achten Semesters und die Zusendung des Personalausweises.

Der Preis "Heldin des Alltags" ist nicht die einzige Auszeichnung, die Kersten bisher erhielt. Mit ihrem Team wurde sie für den Springer Medizin Charity Award 2011 nominiert, sie bekam den ersten Preis des bundesweiten Studierenden-Wettbewerbs Generation-D und das Bundesministerium für Bildung und Forschung kürte das Projekt "washabich" im Wettbewerb "Deutschland - Land der Ideen." Überregionale Medien wie das ZDF, die Deutsche Welle, N24 oder die Süddeutsche Zeitung haben über das Projekt berichtet. Jetzt hofft Kersten, dass sie "Königin der Leserherzen" wird. Die 30 000 Euro Preisgeld könnte das "washabich"-Team gut für neue Kapazitäten gebrauchen. Unter https://washabich.de/abstimmen kann für die engagierte Studentin gestimmt werden. Die Entscheidung fällt am 21. März 2012.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.03.2012

K.Tominski

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