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Lehrerstreik in Dresden – 2000 Pädagogen wollen Arbeit niederlegen

Lehrerstreik in Dresden – 2000 Pädagogen wollen Arbeit niederlegen

In Dresden fällt am Mittwoch in den meisten Schulen der Unterricht aus. Die „Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft“ (GEW) ruft nach dem 7. September zum zweiten Mal in diesem Jahr zum Warnstreik auf.

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Sachsens Lehrer fordern bessere Arbeitsbedingungen.

Quelle: dpa

„Wir würden lieber Unterricht machen als welchen ausfallen lassen“, sagt Michael Woye, stellvertretender Vorsitzender des Bezirksverbandes Dresden.

„Aber der Freistaat lässt uns keine Wahl.“ Gewerkschaft und Lehrerverbände fordern eine Altersteilzeit für Lehrer. Diese würde nicht nur den Älteren den Ausstieg, sondern auch dem dringend benötigten Nachwuchs den Einstieg erleichtern. Schon heute sind Dresdens Lehrer im Schnitt über 50, ein Viertel sogar über 60. „Der Freistaat müsste jährlich 1500 Lehrer einstellen, um den zu erwartenden Altersabgang abzufangen“, rechnet Woye vor.

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Unterstützt wurden die Lehrer auch von der Gewerkschaft der Polizei (GdP).

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Viel zu lange habe man gewartet. Und in diesem Jahr habe der Freistaat wieder rund 500 junge Lehrer abgewiesen. „Es muss doch wenigstens verhandelt werden“, zeigt sich der Gewerkschafter verständnislos. Dabei, so Woye, sei die Einnahmensituation des Freistaats in diesem Jahr durchaus günstig gewesen, um die Einführung einer Lehrerteilzeit zu versuchen. Doch das Finanzministerium hält an seiner ablehnenden Haltung fest. Staatsminister Georg Unland (CDU) lud die Gewerkschafter zwar zu Gesprächen ein, machte jedoch deutlich, dass dabei nicht verhandelt würde.

Entsprechend verschaukelt fühlen sich die Betroffenen. Rund 2000 Dresdner Lehrer wollen sich nach GEW-Angaben am ganztägigen Ausstand beteiligen. Er beginnt um 8 Uhr im Gewerkschaftshaus am Schützenplatz. Für Betreuung an den Schulen sei gesorgt, betont die Gewerkschaft. Glaubt man Michael Woye, gleicht das sächsische Bildungswesen einem Schildbürgerstreich.

„An vielen Schulen haben ältere Lehrer mit DDR-Ausbildung bislang nicht – wie die nach bundesdeutschem Standard Ausgebildeten – die Lohnklasse elf, sondern lediglich die zehn.“ Dies führe zu dem paradoxen Zustand, dass der Nachwuchs, der nach dem Referendariat auf Stufe elf einsteige, teils mehr verdiene als dessen erfahrene Ausbilder. Zwar wird diese Asymmetrie zumindest bei den Grundschullehrern zum 1. August 2013 endlich aufgehoben. Für Mittel- und Förderschullehrer bleibt die Ungleichheit aber bestehen. Für den Freistaat ist es daher fast schon lukrativ, billigeres Altpersonal zu halten statt jüngere Leute einzustellen.

Viele Lehrer fühlten sich jedoch außer Stande, bis ins Rentenalter vor der Klasse zu stehen, hält Michael Woye dagegen. Die Altersteilzeit könnte helfen, die Verjüngung des hoffnungslos überalterten Lehrkörpers zu vollziehen. Während Finanzminister Unland diese beharrlich verweigert, droht die Gewerkschaft indirekt, zum Äußersten zu gehen: „Gegebenenfalls braucht es tatsächlich einen unbefristeten Streik.“

Jane Jannke

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