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Lehrerstreik: Alle Dresdner Gymnasien machen mit

Lehrerstreik: Alle Dresdner Gymnasien machen mit

Klappe, die dritte allein in diesem Schuljahr: Nach den großen Lehrerstreiks von Anfang September und Mitte November vergangenen Jahres treten heute wieder Pädagogen auch aus Dresdner Schulen in den Ausstand.

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Heute bleiben die allermeisten Tafeln in Dresdens Schulen leer, weil kein Unterricht stattfindet. 85 Prozent der Pädagogen wollen nach Angaben der Gewerkschaften in den Ausstand treten.

Quelle: dpa

Nach Angaben von Petra Thie, Vorsitzende des Kreisverbandes Dresden-Stadt im Sächsischen Lehrerverband (SLV), beteiligen sich Lehrer aus sämtlichen 15 staatlichen Gymnasien und fast allen Mittel- und Förderschulen am Streik (DNN berichteten). "Bei den Grundschulen habe ich die Rückmeldung, dass Lehrer aus 15 der insgesamt 57 Schulen aus den unterschiedlichsten Gründen u.a. wegen lange geplanter Projekttage nicht streiken", berichtet Thie.

3000 Menschen, darunter Lehrer aus Dresden, Bautzen, Riesa, Hoyerswerda, Freital und Görlitz, erwarten die Gewerkschaften heute, 11 Uhr, zur Großkundgebung am Finanzministerium. Sie fordern u.a. 6,5 Prozent mehr Gehalt für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst, 100 Euro mehr pro Monat für Referendare und ihre Übernahme in den sächsischen Schuldienst. Vor allem aber geht es um einen Tarifvertrag für die Lehrer, der ihre deutschlandweit einheitliche Eingruppierung in Gehaltsgruppen regelt. Seit 1995 gibt es in Sachsen lediglich eine Richtlinie des Finanzministeriums, die einen Großteil der Lehrer in niedrigere Gehaltsgruppen eingruppiert als das bundesweit der Standard ist.

An der 82. Mittelschule in Klotzsche geht nach Informationen von Schulleiter Uwe Jatzke jeder zweite Kollege heute streiken. "Bei uns gibt es einen Notplan, jede Klasse hat zwei Stunden Vertretungsunterricht", sagt er. Jatzke selbst gibt Mathe in "seiner" 7. Klasse. Die nachmittägliche Dienstberatung würde nicht verschoben und auch die Viertklässler könnten sich wie geplant zwischen 14 und 18 Uhr für die neuen 5. Klassen anmelden.

Einen Vertretungsplan gibt es an der 32. Mittelschule "Sieben Schwaben" in Tolkewitz nicht. "Immerhin 22 meiner 26 Kollegen streiken", sagt Schulleiter Andreas Neubert. Er rechnet mit maximal zehn Kindern vorwiegend aus der 5. Klasse, die in die Schule geschickt würden. "Bei uns streikt die Mehrheit der Kollegen, so dass kein geordneter Schulbetrieb möglich ist", berichtet auch Armin Asper, Leiter des Martin-Andersen-Nexö-Gymnasiums. Einen Vertretungsplan aufzustellen, mache keinen Sinn. Wie bei den vorangegangenen Streiks auch seien die Eltern per Brief informiert worden. Kinder, die dennoch in der Schule auftauchten, würden betreut. Eine Ausnahme bilden Asper zufolge die 12. Klassen. "Weil das Abi droht, halten die Kollegen ihre Stunden in den Kursen und gehen davor oder anschließend zum Streik."

An der 39. Grundschule in Plauen treten fast alle Pädagogen in den Ausstand. "Zwei Kollegen und ich werden die Kinder betreuen, die trotzdem kommen", erklärt Schulleiterin Ulrike Woigk. Sie rechnet damit, dass 20 bis 30 der insgesamt 200 Kinder in der Schule aufkreuzen, die u.a. in der Sporthalle bespaßt würden.

Ob sie ihre Kinder in die Schule gehen lassen, müssen Eltern für sich entscheiden. Zum einen hatten die Gewerkschaften die Eltern gebeten, die Kinder zu Hause zu lassen, wenn ihr Lehrer sich am Ausstand beteiligt. Zum anderen verweist die Bildungsagentur auf die Schulpflicht. Auch im Streikfall habe die Schule eine Aufsichts- und Betreuungspflicht gegenüber den Schülern.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2013

Richter, Katrin

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