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Lehrermangel: Rentner, Arbeitslose und Lehramtsabsolventen helfen in Schulen in Dresden aus

Lehrermangel: Rentner, Arbeitslose und Lehramtsabsolventen helfen in Schulen in Dresden aus

Mittlerweile pfeifen es die Spatzen von den Dächern: In den kommenden Jahren scheiden Lehrer in Größenordnungen aus dem Schuldienst aus. Schon jetzt gibt es verschiedentlich Engpässe.

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Quelle: Carola Fritzsche

Das Kultusministerium versucht, dem drohenden Lehrermangel über mehrere Wege beizukommen. Erste Hilfe leisten derzeit 105 Rentner, Lehramtsabsolventen und Arbeit suchende Lehrer an Dresdens Schulen. Sie springen befristet für ein paar Wochen oder Monate ein, wenn ein Pädagoge wegen Krankheit ausfällt. Langfristig hat man das Referendariat von zwei Jahren auf ein Jahr verkürzt, um junge Lehrer schneller in den Schuldienst übernehmen zu können. Und es gibt das Modellprojekt "Quer" für Seiteneinsteiger. DNN beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

Wie viele Lehrer gehen in den kommenden Jahren in Rente?

Nach Angaben von Katrin Reis, Sprecherin der Bildungsagentur, Regionalstelle Dresden, erreichen 36 Dresdner Pädagogen in diesem Jahr das Rentenalter. Bis 2018 werden es weitere 123 sein. Sachsenweit scheiden die meisten Lehrer im Schuljahr 2018/19 aus. Es sind 1337 Pädagogen. Zum Vergleich: In diesem Schuljahr sind es zehn Mal weniger - also lediglich 134 Lehrer. 31?813 Pädagogen gibt es derzeit in Sachsen an öffentlichen Schulen.

Umgekehrt: Wie viele Lehrer im Rentenalter unterrichten derzeit an den Schulen?

Nach Informationen der Bildungsagentur unterrichten in Dresden insgesamt 105 Personen vertretungsweise und also befristet in verschiedenen Schularten. Dabei handelt es sich allerdings nicht nur um Rentner, sondern auch um Lehramtsabsolventen und Arbeit suchende Lehrkräfte. Bewerber ohne pädagogische Ausbildung würden nur in wenigen Ausnahmefällen berücksichtigt, erklärt Dirk Reelfs, Sprecher des Kultusministeriums. Dazu zählten zum Beispiel Trainer zur Absicherung des Sportunterrichts.

Bezahlt werden die Lehrkräfte über das Honorarprogramm "Unterrichtsversorgung". Reelfs zufolge waren zum 1. Februar sachsenweit 278 solcher Vertretungslehrer im Umfang von 150,5 Stellen beschäftigt. "Im Januar und Februar wurden dafür rund 1,15 Millionen Euro ausgegeben", so Reelfs. 2013 stünden insgesamt knapp sieben Millionen Euro zur Verfügung.

Wie sieht es mit der Unterrichtsversorgung aus?

Im Großen und Ganzen sei der Unterricht derzeit abgesichert, betont Sprecherin Reis. "Es gibt keinen planmäßigen Unterrichtsausfall in Dresden." "Planmäßig" heißt, dass der Unterricht mangels geeigneter Lehrkräfte gar nicht angeboten werden kann. Außerplanmäßiger Ausfall zum Beispiel durch Krankheit werde zum Teil schulintern kompensiert, so Reis. "Wenn sich krankheitsbedingt die Ausfälle von Lehrern an einer Schule häufen, kann es kurzzeitig zu Engpässen kommen", räumt sie ein. Langfristiger Ausfall könne momentan sehr gut durch das eingangs erwähnte Programm "Unterrichtsversorgung" abgedeckt werden.

Wie viele neue Lehrer sind im Februar eingestellt worden?

Im Großraum Dresden haben nach Angaben der Bildungsagentur 29 junge Pädagogen einen Job bekommen - elf an den Grundschulen, vier an Förderschulen, fünf an Mittelschulen, neun an Gymnasien. Sachsenweit gab es 253 Bewerber für die unbefristeten Vollzeitstellen, 105 davon sind eingestellt worden. 83 der jungen Pädagogen haben ein einjähriges Referendariat absolviert. Damit Lehramtsabsolventen schneller in den Schuldienst übernommen werden können - und natürlich auch um Geld zu sparen -, hatte Sachsen als einziges Bundesland das ursprünglich zweijährige Referendariat auf die Hälfte eingedampft.

Wie viele Quereinsteiger haben Interesse fürs Lehrerdasein angemeldet?

239 Frauen und Männer wollen als Quereinsteiger in Sachsen Lehrer werden und dafür noch einmal die Schulbank drücken. Wie das Kultusministerium in seiner Antwort auf eine Parlamentsanfrage mitteilte, gab es im Februar 144 Bewerbungen für das Lehramt an Grundschulen, 130 für die Mittelschulen und 118 für das Höhere Lehramt an Gymnasien. Ab April will die TU Dresden über ihr Modellprojekt "Quer" Seiteneinsteiger für den Pädagogenberuf ausbilden. So sollen aus Biologen Biologielehrer, aus Mathematikern Mathelehrer werden. Allerdings stehen nur je 25 Plätze für künftige Lehrer an Grund- und Mittelschulen und zehn Plätze für Gymnasiallehrer zur Verfügung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.03.2013

Katrin Richter

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