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Lehrer wollen am Mittwoch in Dresden gegen sächsische Bildungspolitik demonstrieren

Lehrer wollen am Mittwoch in Dresden gegen sächsische Bildungspolitik demonstrieren

Der Protest gegen Sachsens Bildungspolitik hält auch unter der neuen Kultusministerin Brunhild Kurth (parteilos) an. Am Mittwochnachmittag wollen zahlreiche Lehrer aus ganz Sachsen vor dem Finanzministerium in Dresden das von Schwarz-Gelb im vergangenen Dezember präsentierte „Bildungspaket 2020“ symbolisch zurückgeben und dann ein selbst gepacktes Paket mit Forderungen und Vorschlägen vor dem Landtag abstellen.

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Tausende Schüler und Studenten demonstrierten im Frühjahr in ganz Sachsen für bessere Bildung. Jetzt sind die Lehrer dran.

Quelle: Dirk Knofe

Dresden.

Die Gewerkschaften werfen der CDU/FDP-Koalition vor, das wahre Ausmaß der Personalnot an den Schulen herunterzuspielen. Das Bildungspaket enthalte nur heiße Luft, hieß es. Kritiker des Bildungspaketes sehen in ihm auch deshalb eine Mogelpackung, weil „Zahlenspielereien“ die Übersicht erschwerten. Nach Angaben der Gewerkschaften wurden planmäßig 583 Lehrerstellen an den Schulen abgebaut, bevor das Paket überhaupt wirksam werden kann. Hinter den für dieses Jahr angekündigten 655 Neueinstellungen stehe keine einzige zusätzliche Stelle. 283 Stellen davon seien nur dazu da, bereits vorhandene Lehrer weiter zu beschäftigen. Kurths Vorgänger Roland Wöller (CDU) war angelastet worden, heimlich rund 300 zusätzliche Lehrer eingestellt zu haben, um Personalmangel und Unterrichtsausfall in Grenzen zu halten. Ende März trat er zurück.

„Gute Schule braucht mehr und nicht weniger Lehrer“, sagte die Chefin der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Sachsen, Sabine Gerold. Schon die steigende Zahl von Schülern in den kommenden Jahren mache zusätzliche Einstellungen erforderlich. Die geplante Ausweitung der Kapazitäten für ein Lehrerstudium sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, könne das Problem aber nicht allein lösen. „Dafür muss der Lehrerberuf hier attraktiver werden.“ Auch der Sächsische Lehrerverband rechnete vor, dass Sachsen mit einem Verzicht auf den Beamtenstatus für Lehrer und schlechtere Bezahlung gegenüber anderen Bundesländern Standortnachteile habe.

„Der Umgang der Staatsregierung mit der jetzigen Lehrergeneration ist alles andere als werbend für den Lehrernachwuchs. Die Arroganz gegenüber allen Vorschlägen und Forderungen zur Erhöhung der Attraktivität des Lehrerberufes in Sachsen hat inzwischen ein Maß erreicht, das viele sächsische Lehrerinnen und Lehrer zunehmend zornig macht“, sagte Gerold weiter.

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Rund 1000 Schüler, Lehrer und Eltern demonstrierten am Mittwochnachmittag in Dresden für eine Reform des sächsischen Bildungssystems. Lehrermangel, Unterrichtsausfall und übervollen Klassen sagen sie den Kampf an.

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„Die Schulen werden als Sparschweine missbraucht - zulasten der Schüler und Lehrkräfte“, betonte die frühere Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange (SPD). Die Schulen seien von einer Unterrichtsgarantie - wie sie die Kultusministerin für das kommende Schuljahr verspreche - noch weit entfernt. Auch im kommenden Schuljahr würden weiter Lehrerstellen abgebaut, da die geplanten Neueinstellungen den tatsächlichen Verlust durch Altersabgang und Altersteilzeit von 918 Stellen nicht ausglichen. Damit komme es weiter zu langfristigem Unterrichtsausfall an allen Schularten.

Frank Haubitz, Landesvorsitzender des Philologenverbandes und Schulleiter des Gymnasiums Dresden-Klotzsche, schilderte Konsequenzen für seine Lehranstalt. Da würden 28 Schüler in ein Klassenzimmer gepfercht, das nur für 24 angelegt sei. „Uns steht das Wasser bis zum Hals, und wir sind weiter dabei voranzuschreiten“, sagte Haubitz nicht ohne Sarkasmus. Einige seiner Kollegen würden „hinschmeißen“ wollen. Schon am Anfang des neuen Schuljahres erwartet Haubitz die Offenbarung. „Wir fahren hier gegen die Wand. Am 4. September kommt der Crash“.

dpa / sl

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