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Künftig Exzellenzprämien für ausgewählte Universitäten

Exzellenzinitiative: Künftig Exzellenzprämien für ausgewählte Universitäten

Die Expertenkommission zur Bewertung der Exzellenzinitiative spricht sich dafür aus, das Projekt „mindestens im gleichen Umfang“ fortzusetzen. Die Kommission geht dabei davon aus, dass die Initiative wie bisher mindestens mit 500 Millionen Euro pro Jahre dotiert sein wird.

Quelle: dpa

Die Expertenkommission zur Bewertung der Exzellenzinitiative spricht sich dafür aus, das Projekt „mindestens im gleichen Umfang“ fortzusetzen. Das geht aus dem Abschlussbericht der Bund-Länder-Kommission mit Dieter Imboden an der Spitze hervor. Die Kommission geht dabei davon aus, dass die Initiative wie bisher mindestens mit 500 Millionen Euro pro Jahre dotiert sein wird. In den bisherigen zwei Förderrunden war auch die TU Dresden erfolgreich und hatte damit den Titel „Eliteuniversität“ errungen. Zuletzt hatten sich jedoch Sorgen breit gemacht, dass die Förderung nicht wie ursprünglich geplant noch einmal verlängert werden würden. Die Universität setzte daher große Hoffnungen auf einen positiven Bericht der Expertenkommission.

Die Exzellenzinitiative soll die Universitäten in Deutschland für den nationalen und internationalen Wettbewerb stärken. Die Experten haben dafür aber auch mehrere „Baustellen“ identifiziert. Die Kommission unterstrich unter anderem die Bedeutung der Differenzierung der Hochschulen. Dieser Prozess bedürfe aber auch einer entsprechenden Führung der Universitäten. Hier gebe es noch erheblichen Nachholbedarf. Exzellenzcluster würden sich zu gesonderten Einheiten in den Universitäten entwickeln und die Hochschulleitung daher mit „Zentrifugalkräften“ konfrontieren.

Die Wirkung auf akademischen Nachwuch ambivalent

Die Wirkung der Elite-Förderung auf den akademischen Nachwuchs bezeichnete die Kommission als „ambivalent“. Entscheidungen für oder gegen eine akademische Karriere hätten sich durch PostDoc-Stellen im Rahmen der Initiative eher nach hinten statt nach vorn ins jüngere Alter verschoben.

Die Kommission ist der Ansicht, eine Exzellenzinitiative II müsse ihr zentrales Ziel, „nämlich die Stärkung der Spitzenforschung in Deutschland und die Verbesserung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit der Universitäten als zentrale Träger des Forschungssystems, noch stärker in den Fokus nehmen“ und dürfe im Hinblick auf die begrenzten Mittel „ihre Wirksamkeit nicht durch Vermischung mit anderen Zielen schwächen“, seien diese noch so berechtigt und dringend.

Da die Zeit bis zu einer Anschlussregelung extrem kurz ist und dieser Zeitdruck für neue Anträge „extrem kontraproduktiv“ sei, schlägt die Kommission vor, alle bisher laufenden Projekte um zwei Jahre, bis Ende 2019, zu verlängern. Die Lösung würde auch der speziellen Situation Rechnung tragen, die erst in der zweiten Runde begonnen haben. Das trifft beispielsweise auf das Zukunftskonzept der TU Dresden zu, um das sich die Hochschule besondere Sorgen machte.

Die Kommission schlägt zwei Förderlinien vor. Sie sollen die bisherigen Förderlinien zwei und drei fortsetzen, damit wurden die Exzellenzcluster und die Zukunftskonzepte unterstützt. Die Graduiertenschulen sollen nicht über die Exzellenzinitiative weitergeführt werden. Dafür steht aber bereits die Fortführung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in der Diskussion.

Die Förderlinie für die Zukunftskonzepte (bisher 11 geförderte Universitäten) soll künftig „Exzellenzprämie“ heißen. Sie wird nicht auf Antrag vergeben, sondern ausschließlich aufgrund bisheriger Leistungen an die besten zehn Universitäten. Ob die TU Dresden dazu gehören wird, ist bislang nicht klar. Pro Jahr soll es je Universität 15 Millionen Euro geben.

„Für uns ist wichtig zu sehen, dass die Exzellenzinitiative ein Erfolg war“, sagte der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Bildung, Forschung, Kunst, Kultur und Medien, Michael Kretschmer, gegenüber den DNN. Die Kommission habe aber auch zwei bedeutsame Hinweise gegeben. „Konzentriert euch auf die Spitzenforschung und Internationalität“, betonte Kretschmer. Andere Dinge wie die Qualität der Lehrer oder die Wirkung in der Breite würden sich dann daraus ergeben.

Eine zweijährige Übergangsphase für die jetzigen Projekte erscheint Kretschmer aber „zu lange“. Er geht davon aus, dass es jetzt schnell zur Vereinbarung über die nächste Runde zwischen Bund und Ländern kommt, zunächst auf der Ebene der Wissenschaftsminister und im Juni mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Ministerpräsidenten. Bereits 2017 sollte es schon die erste Auswahlrunde geben, sagte Kretschmer, der auch Generalsekretär der sächsischen Union ist. Seiner Ansicht nach haben Sachsen und speziell Dresden „sehr gute Startchancen“ bei der nächsten Runde. „Wie in kaum einem anderen Land gibt es hier außeruniversitäre Forschung“, erklärte der CDU-Politiker.

Erleichterung in Politik und Uni in Dresden

„Der Bericht ist eine Bestärkung des eingeschlagenen Wegs“, erklärte Sachsens Wissenschaftsministerin Eva-Maria Stange. Sachsens Universitäten hätten von der Exzellenzinitiative profitiert und sich in einzelnen Forschungsbereichen sehr gut weiterentwickelt. An der TU Dresden und an der TU Chemnitz seien Forschungscluster entstanden, die international mit führend sind. „Diese Entwicklung darf nun nicht auf halber Strecke abbrechen, sondern muss fortgesetzt werden. Ich bin sehr froh, dass die Kommission das auch so sieht.“

„Wir würden es sehr begrüßen, wenn die politischen Entscheidungsträger aus diesen Empfehlungen jetzt wie angekündigt schnellstmöglich klare Rahmenbedingungen für die nächste Runde ableiten würden“, freute sich auch Professor Hans Müller-Steinhagen, Rektor der TU Dresden, über den Imboden-Bericht. „Die Exzellenzinitiative hat viele gute Entwicklungen auf den Weg gebracht,  die nicht durch übermäßigen Zeitdruck und sich abzeichnende Förderlücken aufs Spiel gesetzt werden sollten.“ Die TU müsse den Leistungsträgern bald eine Perspektive aufzeigen können.“

Ingolf Pleil

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