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Kreiselternrats-Vorsitzende: Drogen an Schulen immer größeres Problem

Kreiselternrats-Vorsitzende: Drogen an Schulen immer größeres Problem

Nach viereinhalb Jahren im Amt ist Annett Grundmann erneut zur Vorsitzenden des Kreiselternrates (KER) gewählt worden. Dem Gremium gehören in der Regel die Elternsprecher aller 150 öffentlichen Schulen in Dresden an.

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Glaubt, dass Eltern inzwischen eine Lobby haben: Annett Grundmann, wiedergewählte Vorsitzende des Kreiselternrats.

Quelle: Dietrich Flechtner

Die 41-Jährige hat einen 15 Jahre alten Sohn, ihre Tochter ist jetzt 12.

Frage: Sie sind jetzt seit vierein- halb Jahren Vorsitzende des Kreiselternrats. Was hat sich verändert seitdem?

Annett Grundmann: Als ich angefangen habe, gab es ein erstes Gespräch mit Finanzbürgermeister Hartmut Vorjohann (CDU). Das ging damals auch durch die Presse. Der Tenor war: Eltern haben keine Lobby. Unmittelbar nach meiner Wahl zur KER-Vorsitzenden Mitte der Woche hat mir ein Elternvertreter eine E-Mail geschickt, in der sinngemäß drin stand, dass für ihn dieser Satz nicht mehr stimmt. Er meinte, Eltern hätten inzwischen eine Lobby. Ich denke, der Mann hat recht. Wir werden deutlicher wahrgenommen als noch vor zwei, drei Jahren. Wir haben keine überzogenen Vorstellungen, was wir wollen, ist realistisch.

Welche Probleme beschäftigen Eltern denn heute?

Drogen an Schulen werden offenbar immer mehr zum Problem. Da haben wir mehrere Rückmeldungen von Eltern bekommen. Es gab massive Nachfragen, wie dem Drogenkonsum vorgebeugt werden könnte. Wir wollen deshalb wie im vergangenen Jahr etwas zur Prävention anbieten. Damals haben wir interessierten Eltern ein Präventionsprojekt des Galli-Theaters vorgestellt, in dem es um sexuellen Missbrauch und Ausgrenzung ging.

Ein Riesenthema ist die Prioritätenliste des Schulverwaltungsamtes. Eltern wollen wissen, wann die Schule ihres Kindes mit der Sanierung drankommt. Sie haben nach wie vor viele Fragen zu Lehr- und Lernmitteln, wollen ihr Kind in der Wunschschule unterbringen, die möglichst wohnortnah gelegen sein sollte. Das ist natürlich immer schwierig. Die Eltern möchten, dass nicht zu viele Kinder in einer Klasse sitzen und wollen, dass sich Lehrer zum Beispiel in Richtung Inklusion fortbilden lassen. Und sie plädieren dafür, den Lehrerberuf wieder mehr wertzuschätzen.

Ist es überhaupt möglich, alle Eltern zu vertreten, oder sind die Interessenslagen nicht zu vielfältig?

Es funktioniert, wenn ein gutes Team dahintersteckt. Und wir sind ein gutes Team - nicht nur im Vorstand, auch die Elternsprecher der einzelnen Schulen haben uns sehr unterstützt. Ich glaube, es gab kein Thema, was wir nicht angepackt haben.

Wie erfahren Sie von Problemen, die nicht unbedingt beim Elternabend diskutiert werden, weil es zum Beispiel Probleme von Schülern in prekären sozialen Verhältnissen sind?

Oftmals rufen auch solche Eltern inzwischen bei mir an. Erst neulich wollten Eltern wissen, was sie tun müssen, um ihr Kind inklusiv beschulen zu lassen, wie sie beispielsweise ein Klageverfahren einleiten können.

Wie stehen Eltern zum Thema Inklusion wirklich?

Sie sind gespalten. Hier braucht es noch ganz viel Aufklärung. Eltern, Lehrer und Schüler müssen wissen, wie Inklusion funktionieren könnte. Da müssen wir gute Beispiele publik machen. Ich kann verstehen, dass nicht jeder bereit ist etwas umzusetzen, wenn er noch nicht einmal weiß, worauf er sich da genau einlässt. Inklusion besagt ja, dass allen Kindern, also auch behinderten, gleichermaßen die volle Teilhabe am Unterricht an einer allgemeinbildenden Schule ermöglicht werden muss.

Sie sind Mitglied der CDU. Kann man denn da politisch neutral sein?

Ganz klares Ja. Ich vertrete ausschließlich die Interessen der Eltern - und zwar in alle Richtungen. Ich bin ja schon lange CDU-Ortsbeirätin in Cotta, aber das ist meine Privatsache. Das hat mit dem Kreiselternrat nichts zu tun.

Wie klappt denn die Zusammenarbeit mit den Parteien, den Stadtratsfraktionen?

Da hat sich viel getan. Wir haben super Ansprechpartner in den Parteien gefunden, die für unsere Themen brennen. Für uns ist es ganz wertvoll, da auch mal einen anderen Blickwinkel zu bekommen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.10.2013

Katrin Richter

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