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Kompromiss im eKita-Streitabsehbar - Tagesmütter bald über Stadtportal auffindbar

Kompromiss im eKita-Streitabsehbar - Tagesmütter bald über Stadtportal auffindbar

Im Streit zwischen Tagesmüttern und Stadtverwaltung um das neue Kita-Platzverteilsystem "eKita" bahnt sich anscheinend ein Kompromiss an. Demnach bekommen die Tagesmütter und -väter zwar weiterhin keine Direktzugänge zum Elternportal, können ihre Tagespflegeangebote und Plätze aber auf Wunsch auf dem mit "eKita" verknüpften Themenstadtplan der Stadt bewerben und sind auch über das Recherche-Portal für die Eltern auffindbar.

Ausgangspunkt der Verhandlungen war ein Eilantrag von sieben Tagesmüttern und -vätern gewesen, die sich durch das neue, internetgestützte Antrags- und Vergabesystem für Kita-Plätze benachteiligt sehen. Das Verwaltungsgericht hatte es zwar abgelehnt, die Stadt zur Abschaltung von "eKita" per Eilverfügung zu verpflichten, allerdings könnten die Kläger gegen diese Entscheidung immer noch Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Bautzen einlegen oder einen regulären Prozess anstrengen. Man habe sich in diesem Punkt zwar noch nicht ganz festgelegt, sagte dazu Tagesmutter Bettina Parade namens der Klägerinnen. Aber der nun ausgehandelte Kompromiss sei akzeptabel, so dass es ganz danach aussehe, dass die klagenden Tagesmütter wohl auf eine Beschwerde in Bautzen verzichten könnten.

Hintergrund: Seit diesem Monat können Eltern über die Internet-Adresse https://kita-anmeldung.dresden.de nach Betreuungsplätzen für ihre Kinder suchen und bis zu fünf Wunscheinrichtungen angeben, die dann in einem mehrstufigen Prozess zentral vergeben werden. Wegen der hohen Anschaffungs- und Schulungskosten hatte vor allem der IT-Eigenbetrieb dagegen plädiert, neben den städtischen und freien Kitas auch alle 380 Tagesmütter direkt an das System anzuschließen. Statt dessen bekamen nur die drei Tagsmütter-Vermittlungsstellen direkte Zugänge. Nachdem das System nun geliefert und gestartet wurde, wäre dies laut Angaben von Kita-Eigenbetriebsleiterin Sabine Bibas jetzt nachträglich auch nur noch mit immensem Aufwand zu ändern. Zudem könne sie sich über eindeutige Beschlüsse des Jugendhilfeausschusses und des Stadtrats zum Thema auch nicht hinwegsetzen.

Dies sei zwar bedauerlich, aber nachvollziehbar, gibt sich auch Bettina Parade kompromissbereit. "Aber zumindest werden künftig die Tagesmütter für die Eltern über das Portal und den Themenstadtplan auffindbar sein." Sie hoffe nun darauf, dass die Vereine, die die Tagesmütter-Vermittlerstellen betreiben, zugleich aber eigene Kitas haben, die Tagespflege bei der Vermittlung von Kindern nicht benachteiligen. "Es gibt da ein gewisses Misstrauen bei vielen Tagesmüttern", sagte sie.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.09.2013

Heiko Weckbrodt

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