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Kitaplätze ab Juli in Dresden nur noch per Internet - 800 000 Euro Startkosten

Kitaplätze ab Juli in Dresden nur noch per Internet - 800 000 Euro Startkosten

Im März startet zunächst testweise und verwaltungsintern das neue elektronische System für die Vergabe von Kita-Plätzen, damit es spätestens zum 1. Juli - also einen Monat, bevor der Rechtsanspruch auf Krippenplätze in Kraft tritt - offiziell freigeschaltet werden kann.

Von Heiko Weckbrodt

Das kündigten Michael Breidung und Jacqueline Naumann vom städtischen Eigenbetrieb für Informationstechnologien (IT) an. "Wir liegen im Plan, auch kostenmäßig", betonte Betriebsleiter Breidung. Das Computerprogramm selbst kostet rund 360 000 Euro. Inklusive der Einrichtungskosten rechnet Breidung mit maximal 800 000 Euro.

Sinn und Zweck des neuen Vergabe-Systems ist es, die Auslastung der kommunalen und freien Kitas sowie der Tagesmütter-Plätze in Dresden zu verbessern, Verwaltungskosten zu sparen und den Eltern Wettrennen zu unzähligen Krippen zu ersparen. Bisher hatten viele Mütter und Väter ihre Kinder in vielen Kitas gleichzeitig angemeldet, um ihre Chancen auf eine Zusage zu verbessern. Das führte oft dazu, dass vor allem im Herbst viele Plätze zeitweise unbesetzt blieben - dem akuten Krippenmangel in Dresden zum Hohn.

Angeschlossen werden 338 freie und städtische Kitas mit rund 42 000 Plätzen. Indirekt verteilt das Programm dann auch die reichlich 1600 Plätze der rund 350 Tagesmütter und -väter - allerdings nur über die ans System gekoppelten drei Tagespflege-Vermittlungsstellen, da die Computerexperten den Schulungs- und Technikaufwand als zu hoch eingeschätzt hatten, jede Tagesmutter einzeln anzuschließen. "Jede Tagesmutter, die das wünscht, kann sich aber über das Internetportal präsentieren", unterstrich Projektleiterin Naumann.

Über dieses Portal - in das der Themenstadtplan mit den einzelnen Kita-Präsentationen integriert wird - können die Eltern ab Juli ihre Vorzugskitas recherchieren. Dann tragen sie ihre fünf Wunscheinrichtungen in absteigender Priorität ein. Die Anmeldungen werden nur noch elektronisch angenommen, wobei Familien, die keinen Internetanschluss daheim haben, ihre Wünsche in den Kitas und Vermittlungsstellen eingeben dürfen.

Das System leitet die Anfragen nacheinander an die Wunsch-Kitas weiter. Sagen alle fünf Favoriten ab, kommt der Antrag der Familie in einen allgemeinen Pool. Aus dem suchen der Computer beziehungsweise Mitarbeiter dann ein Alternativangebot aus, das sich nach den - ebenfalls durch die Eltern eintragbaren - Präferenzen wie konfessionelle oder konfessionsfreie Kita, Wohn- oder Arbeitsplatznähe, gewünschtem pädagogischen Konzept et cetera richtet.

Die freien Kitas behalten umgekehrt die Möglichkeit, sich "ihre" Kinder auszusuchen. "Wir werden die Rechte der freien Träger nicht durch die technische Hintertür aushebeln", betonte Breidung. Allerdings hatte Kita-Eigenbetriebschefin Sabine Bibas mit Blick auf die Engpässe in Dresden bereits betont, man werde mit freien Kitas, die ein Kind nach dem anderen ablehnen, "ernste Gespräche führen".

Insgesamt hatten sich neun Unternehmen um das neue Dresdner System beworben, wie Breidung berichtete. Den Zuschlag erhielt letztlich die Hamburger Firma "Steria Mummert Consulting AG", die ähnliche Lösungen bereits in Berlin und Ulm realisiert hatte. Für das Steria-Programm hätten unter anderem die "positiven Rückmeldungen der freien Träger" in Ulm gesprochen, so Naumann. Zudem haben die Hamburger eine Lösung gefunden, die die Installation spezieller Softwarepakete in den einzelnen Kitas überflüssig macht: Das Programm wird zentral installiert, die Kitas und Eltern machen ihre Angaben über freie und gewünschte Plätze mittels Internet-Ansichtsprogrammen (Browser) wie "Firefox" oder "Internet Explorer", die selbst auf schwachbrüstigen PCs lauffähig sind. Und: Die Kitas können all die zahlreichen Meldungen und Statistiken, die bisher einzeln an Stadt und Land geschickt werden, künftig gesammelt über die Software angeben. Dies soll zu geringerem Verwaltungsaufwand führen.

Für Sehschwache sind im Übrigen Layouts mit starken Kontrasten und großer Schrift einstellbar. Neben Deutsch versteht das Programm auch Englisch. Russisch und Vietnamesisch, wie vom Jugendhilfeausschuss angeregt, unterstützt die Software nicht. Möglicherweise würden diese Sprachen aber später nachgereicht, sagte Breidung.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 25.02.2013

Heiko Weckbrodt

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