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Karsten Jonas, der neue Schulleiter des Dresdner Dreikönigsgymnasiums, im DNN-Interview

Karsten Jonas, der neue Schulleiter des Dresdner Dreikönigsgymnasiums, im DNN-Interview

Karsten Jonas heißt der neue Leiter des Gymnasiums Dreikönigschule (DKS). In drei Wochen tritt er die Nachfolge von Klaus Dieter Pursche an, der in Rente geht.

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Karsten Jonas hat neun Jahre lang an der Europäischen Schule in München unterrichtet und übernimmt jetzt die Leitung des Dreikönigsgymnasiums.

Quelle: Andor Schlegel

Der gebürtige Kamenzer hat an der früheren Pädagogischen Hochschule in Dresden Mathe und Physik studiert, am Goethe-Gymnasium in Bischofswerda unterrichtet und war von 2000 bis 2003 Referent im Kultusministerium. In den darauf folgenden neun Jahren hat der 48-Jährige im Auslandsschuldienst an der Europäischen Schule in München Mathe, Physik und Informatik gegeben.

Frage: Was für Kinder besuchen die Europäische Schule?

Karsten Jonas: Das sind vorwiegend Schüler, deren Eltern am Europäischen Patentamt in München arbeiten. 1600 Schüler gehen in diese Schule, 160 Lehrer gibt es dort. Da haben Sie eine bunte Mischung der Kulturen sowohl in der Schüler- als auch in der Lehrerschaft. Die Schüler kommen ja ursprünglich aus aller Herren Länder, zum Beispiel aus Italien, aus Kroatien. Das war meine schönste Zeit bisher und es ist auch eine gute Erfahrung gewesen, um jetzt hier in der Neustadt anzufangen.

Wie ist denn Ihr erster Eindruck vom Dreikönigsgymnasium?

Ich hab mich schon ein bisschen umschauen und informieren können. Was mir hier gefällt, ist, dass immer vom Kind aus gedacht und dann geschaut wird, wie man es am besten unterstützen kann. Mein Eindruck ist, dass die DKS mit ihrer Toleranz, Vielfalt und Kreativität gut in die Neustadt passt.

Vorsichtig formuliert ist das Dreikönigsgymnasium nicht im allerbesten baulichen Zustand.

Das ist wohl wahr und schon eine Herausforderung. Ich hoffe nicht, dass an meinem Schulleiter-Schild eines Tages Bauleiter dran steht. Abgesehen davon muss ich sagen: Es gibt einen bekannten Bildungswissenschaftler, John Hattie aus Neuseeland, der hat in einer großangelegten Studie nachgewiesen: Auf den Lehrer kommt es an. Es sind also weniger der Bauzustand und die finanziellen Mittel ausschlaggebend für das, was eine Schule ausmacht. Ansonsten stehen ja die Signale für die Sanierung unseres Gymnasiums auf Grün: Die neue Turnhalle wird kommen, es gibt inzwischen auch verschiedene Varianten für einen neuen Speiseraum und die Gestaltung des Innenhofs. Und irgendwann werden auch die Unterrichtsräume in den drei ehrwürdigen Schulgebäuden mit der Sanierung dran sein.

Eine ganze Schule zu leiten, ist ja noch mal etwas anderes, als einzelne Klassen zu unterrichten. Wie wollen Sie die Herausforderung anpacken?

Wir sind ja hier 600 Schüler und 60 Lehrer. An oberster Stelle steht bei mir der Respekt im Umgang miteinander. Ich bin immer dafür, dass man sich auf Augenhöhe begegnet und gemeinsam nach Lösungen sucht.

Sind Sie ein strenger Lehrer?

Das sollten Sie eigentlich lieber die Schüler fragen. Also ich glaube, dass ich streng bin, was Leistungsanforderungen angeht. Es ist aber nicht mein Ziel, den Kindern zu zeigen, was sie nicht können, sondern sie vorwärts zu bringen. Man muss immer eine Balance finden zwischen Strenge und Güte.

Vielleicht haben Sie so ein berufliches Credo -

Ich habe mein Referendariat am Gymnasium Luisenstift in Radebeul gemacht. Mein damaliger Schulleiter hat mir mal folgende rhetorische Frage gestellt: Glauben Sie eigentlich, dass man jedem Kind jeden Tag eine neue Chance geben sollte? Diese Frage hat mich über lange Zeit sehr bewegt. Vielleicht nutzen Schüler ihre Chance nicht gleich am nächsten Tag, aber irgendwann tun sie es.

Welches Buch lesen Sie gerade?

Ein ganz dickes. Es heißt "Limit" und ist von Frank Schätzing. Sehr zu empfehlen ist auch "Die Rüpelrepublik" von Jörg Schindler. Ein provozierendes Buch. Da geht es um den Umgang miteinander in Deutschland.

Was ist Ihre Lebensmaxime?

Leben und leben lassen. Ich kann nicht nachvollziehen, dass man andere Kulturen oder Religionen als eine Art Bedrohung empfindet. Für mich ist das immer eher inspirierend, eine Bereicherung.

Nach der Hektik des Schulalltags: Gibt es für Sie einen Ort des Friedens?

Stellen Sie sich einen Bergsee vor, umgeben von schneebedeckten Bergen, und Sie hören nichts weiter als den Schrei eines Adlers. Ich gehe leidenschaftlich gern klettern und wandern - in die Alpen, in die Sächsische Schweiz, ins Zittauer Gebirge. In Schweden begegnet man im Hochmoor mitunter 14 Tage lang keinem einzigen Menschen, da kommen Sie automatisch zur Ruhe. In den Pyrenäen habe ich mal eine Wanderung von Hütte zu Hütte gemacht, mein Zelt abends am Bach aufgestellt und dem Sonnenuntergang zugeschaut. Das waren auch so Orte des Friedens.

Was unternehmen Sie sonst noch so, wenn Sie nicht gerade in der Schule sind?

Ich gehe gern tauchen. Ich habe jahrelang Asien bereist, war in Thailand, in Malaysia. Die Vielfalt an Fischen ist ja enorm in diesen Ländern. Es gibt dort exotische Fische ohne Ende - Moränen, Feuerfische, Drachenköpfe.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 10.08.2013

Richter, Katrin

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