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Juristenausbildung: Initiative will zwei Lehrstühle an der TU Dresden finanzieren

Juristen schlagen Alarm Juristenausbildung: Initiative will zwei Lehrstühle an der TU Dresden finanzieren

Dresdens Juristen lassen nicht locker. Weil der Hochschulentwicklungsplan 2025 die Streichung der Bachelor- und Masterstudiengänge der TU Dresden sowie die Verlagerung von fünf Lehrstühlen an die Uni Leipzig vorsieht, will eine Initiative nun zwei Lehrstühle an der TU finanzieren.

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Vetreter der Initiative: Oswald van de Loo,

Dresden.  „Ich möchte nicht in einem Land leben, in dem Justiz nicht funktioniert“, erklärt Heribert Heckschen. Doch laut Auffassung des Dresdner Notars – die mehr als 400 seiner Juristen-Kollegen und die Mitarbeiter der Juristischen Fakultät der TU Dresden teilen – könnte das bald Wirklichkeit werden. „Das sächsische Justizsystem läuft im Moment geradezu in große Probleme“, führt Heckschen weiter aus. Das Problem: Zwischen 2020 und 2030 werden knapp 5000 Juristen aus dem Öffentlichen Dienst und dem privaten Sektor in Ruhestand gehen – und der Nachwuchs fehlt.

Um dem Problem zu entgegnen entschied sich der Freistaat in seinem aktuellen Hochschulplan bis 2025 für eine Verlagerung von fünf Jura-Lehrstühlen der TU Dresden nach Leipzig – um die Universität dort breiter aufzustellen. „Damit würden in Dresden die Bachelor- und Master Studiengänge wegfallen. Die verbleibenden acht Lehrstühle würden dann nur noch den Grundbedarf an der TU bedienen“, erklärt Arnd Uhle, Dekan der Juristischen Fakultät. Aus Sicht der Juristen in Dresden völlig das falsche Signal. Deshalb haben sich unter der Leitung von Arnd Uhle sowie Heribert Heckschen und seinem Partner Oswald van de Loo mehr als 400 Juristen aus 50 Kanzleien aus Dresden und Sachsen zusammen geschlossen, um mit einer Initiative für mehr Abschlüsse an der TU zu sorgen.

Der Plan sieht vor, zwei zusätzliche Lehrstühle, die durch die Initiative finanziert werden, an der Fakultät zu installieren und gleichzeitig die Verlegung der Bachelor- und Masterstudiengänge nach Leipzig zu verhindern – damit hätte die TU dann 15 Lehrstühle. Ziel der Initiative sei es, dass Staatsexamen nach Dresden zurück zu holen. Gleichzeitig soll ein Übergang vom Bachelor zum Staatsexamen möglich werden, um die Abbruchquote, die beim Staatsexamen mit 40 bis 70 Prozent deutlich höher als beim Bachelor liegt, zu senken.

Volljurist, also Rechts-, Staatsanwalt und Richter kann nur der werden, der ein Staatsexamen hat. Seit 2009 ist das nur noch in Leipzig möglich, an der TU wurden damals dafür Bachelor und Master eingeführt. Für die Verwirklichung der Pläne hat die Initiative bereits feste Gelder in Höhe von einer Million Euro akquiriert, um die Lehrstühle zu finanzieren. Ein Großteil davon stellt die Johanna und Fritz Buch Gedächtnis-Stiftung, die 50.000 Euro pro Jahr zur Verfügung stellen wird. „Es ist sehr schwierig in Dresden, wo es keine großen Kanzleien gibt, überhaupt so viel Geld zusammenzutragen“, so Heckschen.

Die gemeinsame Initiative der Juristen in Dresden will „das Problem von der Wurzel beheben.“ Es sei zwingend notwendig, mehr eigenen Nachwuchs in Dresden auszubilden. Derzeit verlassen die TU jährlich etwa 200 ausgebildete Juristen mit Bachelor- oder Masterabschlüssen.

Von Sebastian Burkhardt

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