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Jungbrunnen: Die Lehrerschaft an der 30. Grundschule im Dresdner Hechtviertel ist deutlich jünger als anderswo

Jungbrunnen: Die Lehrerschaft an der 30. Grundschule im Dresdner Hechtviertel ist deutlich jünger als anderswo

So schnell kann es manchmal gehen: Keine zehn Jahre ist es her, da waren Mathias Gläsel und Sylvia Zimmer die jüngsten Lehrer an der 30. Grundschule im Hechtviertel.

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Das Durchschnittsalter der Lehrer an der 30. Grundschule beträgt 36 Jahre. Noch vor zehn Jahren war Schulleiter Mathias Gläsel (M.) mit Anfang 40 der Jüngste.

Quelle: Dietrich Flechtner

Anfang 40 waren die beiden damals und sämtliche Kolleginnen standen kurz vor der Rente. Heute sind der Schulleiter und seine Stellvertreterin die Ältesten im Lehrerkollegium. Das haben sie so gewollt. 22 Pädagogen inklusive zweier Referendare unterrichten an der Schule. Die jüngste Kollegin ist gerade mal 26. Der Altersdurchschnitt an der "30." beträgt jetzt 36 Jahre. "Damit dürften wir in Dresden die Grundschule mit der jüngsten Lehrerschaft sein", vermutet der Schulleiter.

Ein Blick in die Statistik zeigt, dass sich das Durchschnittsalter an Dresdens Grundschulen in den vergangenen zehn Jahren nur unwesentlich verändert hat: Im Schuljahr 2004/05 waren die Pädagogen im Schnitt 48 Jahre alt. Jetzt sind es 47 Jahre. An den Oberschulen und Gymnasien sieht es nicht viel besser aus. Im Gegenteil: Vor zehn Jahren betrug der Altersdurchschnitt an den Oberschulen 47 Jahre. Heute sind es 49. Und die Gymnasiallehrer sind nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Kamenz jetzt im Schnitt 47 Jahre alt. Zehn Jahre zuvor waren es noch 46. Grund für die überalterte Lehrerschaft ist bekanntlich der jahrelange Einstellungsstopp für junge Pädagogen. Viele der in Sachsen gut ausgebildeten jungen Lehrer sind damals in andere Bundesländer abgewandert.

An der 30. Grundschule jedenfalls kommt der Generationswechsel gut voran. "Vor zehn Jahren haben wir angefangen, kontinuierlich auszubilden", berichtet Schulleiter Gläsel. Als Beispiel fällt ihm Maria Koch ein: Die junge Frau sei erst an der Hechtstraße zur Schule gegangen, habe dann bei ihrer früheren Klassenlehrerin das Referendariat gemacht, sei jetzt selbst Lehrerin und bilde ihrerseits Referendare aus. "Das ist der Idealfall", sagt Gläsel, der jetzt bereits 32 Jahre an der Schule unterrichtet und kurz nach der Wende die Leitung der "30." übernommen hatte.

In diesem Zusammenhang lobt Gläsel die Bildungsagentur: "Oft durften die Referendare, die wir einmal ausgebildet haben, dann auch bei uns bleiben", berichtet er. Nicht selten habe er zwar auch kämpfen müssen. "Aber zum Schluss haben wir die Referendare, die zu uns passen, auch immer als Lehrer behalten dürfen", meint er. Insgesamt 16 junge Leute hätten ihr Referendariat an der "30." absolviert. Sechs von ihnen seien an andere Schulen gewechselt, zumeist weil ihre Partner irgendwo anders Arbeit gefunden haben. Zehn seien als Lehrer geblieben - obwohl das Schulhaus nach wie vor nicht im allerbesten Zustand ist. Grundsätzlich dürfe man sich seine Referendare nicht heraussuchen, erklärt der Schulleiter. "Aber wir merkten schon sehr schnell, wer zu uns passt", fügt er hinzu. Auch privat versteht sich die Mannschaft gut: "Die Kolleginnen und Kollegen gehen zusammen wandern, waren im Spreewald paddeln, grillen gemeinsam im Schulgarten", erzählt Gläsel.

Natürlich ist der Schulalltag bei einem solch jungen Lehrerkollegium nicht immer einfach zu händeln. "Wir haben immer zwei Schwangere und zwei Mütter in der Elternzeit", berichtet der Schulleiter. Hauptsächliches Problem sei, dass beinahe täglich jemand wegen Krankheit der Kinder ausfalle. "Aber ich habe die Hoffnung, dass es in fünf Jahren, wenn die Kinder aus dem Gröbsten raus sind, wieder leichter wird", fügt er mit einem Schmunzeln hinzu.

Nicht ganz uneigennützig hat sich der Schulleiter dafür eingesetzt, dass es mit fünf Kollegen auch überdurchschnittlich viele Männer an der Schule gibt. Macht immerhin 23 Prozent. Der stadtweite Schnitt bei den Grundschullehrern liegt bei kläglichen 8,9 Prozent. Und das sind schon deutlich mehr als noch vor zehn Jahren (6,1 Prozent). Bei Männern seit jeher begehrter sind die Oberschulen und Gymnasien. Im Schnitt jeder vierte Lehrer ist dort ein Mann.

Mathias Gläsel will auf jeden Fall bis zur Rente weitermachen: "Man fühlt sich ja selbst jung - durch die Kinder und die jungen Kollegen", meint er. Auch mit 53.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.06.2014

Katrin Richter

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