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Immer weniger Westdeutsche an der TU Dresden

Wegen Pegida? Immer weniger Westdeutsche an der TU Dresden

Die Zahl der Studenten, die sich neu an der TU Dresden einschreiben, sinkt unaufhaltsam. Insbesondere junge Menschen aus den alten Bundesländern kehren dem Universitätsstandort Dresden den Rücken zu.

Ein Hörsaal an der TU Dresden. Immer weniger Westdeutsche wollen hier studieren.

Quelle: dpa-Zentralbild

Dresden. Die Zahl der Studenten, die sich neu an der TU Dresden einschreiben, sinkt unaufhaltsam. Insbesondere junge Menschen aus den alten Bundesländern kehren dem Universitätsstandort Dresden den Rücken zu. Hatten bis zum 4. Oktober vergangenen Jahres noch 7558 neue Studenten an der TU ein Studium aufgenommen, waren es in diesem Jahr zum selben Zeitpunkt nur 7171.

Insbesondere die Zahl der Studenten aus den alten Bundesländern fiel von 1891 auf 1452. Dagegen stieg die Immatrikulationszahl von Studenten aus dem Ausland von 1097 auf 1189 leicht an. Die Zahl der Neuzugänge aus den neuen Bundesländern stagniert bei rund 4530.

Der Abstieg Dresdens begann 2014. Damals wurden nach Ende der Einschreibung noch 8842 Neuzugänge gezählt. Ein gutes Viertel der Studenten stammte damals aus dem Westen. Nach heutigem Stand macht diese Gruppe nur noch ein Fünftel aus.

Die aktuellen Zahlen, seien nur vorläufige Erhebungen und deshalb mit Vorsicht zu genießen. Die Einschreibungen laufen noch. Erfahrungsgemäß werden noch hunderte Nachzügler in den letzten Tagen und Wochen immatrikuliert. Belastbare Werte seien erst Anfang Dezember zu erwarten, so die Universitätsleitung.

Auch TU-Rektor Hans Müller-Steinhagen will sich nicht zu voreiligen Schlüssen verleiten lassen. „Die Zahl der Erstsemester aus den alten Bundesländern ist gesunken, die Zahl der Erstsemester aus dem Ausland ist zum jetzigen Zeitpunkt leicht gestiegen. Wir müssen nun analysieren, was die Ursachen für diese Entwicklung sind. Eine endgültige Antwort haben wir noch nicht“, sagte der Rektor.

Doch der Trend ist deutlich sichtbar. Der Anteil der westdeutschen Studenten sinkt und damit auch die Zahl der Neuzugänge insgesamt. Deutlich wird dies besonders im Vergleich mit anderen sächsischen Universitäten. So verzeichnet die Universität Leipzig einen Zuwachs von 7275 auf 7500 Studenten. 2400 der Neuzugänge kommen aus dem Westen. „Der Anteil der westdeutschen Studenten ist so hoch wie noch nie. Wir erwarten einen weiteren Anstieg“, hieß es aus Leipzig.

Damit ist klar: Es handelt sich nicht um ein sächsisches Problem. Stellt sich die Frage: Warum wollen Westdeutsche nicht mehr in Dresden studieren? Die Stadt ist insbesondere für Ingenieurs- und Naturwissenschaften einer der besten Standorte Deutschlands. Die Mieten sind im bundesweiten Vergleich relativ günstig. Neudresdner erhalten zudem ein Begrüßungsgeld, Studiengebühren werden nicht erhoben. Dresden ist Geburtenhauptstadt und bietet gerade für Studenten beste Bedingungen.

Auffällig ist, dass das Wegbleiben der westdeutschen Studenten mit dem Auftreten der Pegida-Bewegung einhergeht. Dazu wollte sich allerdings keiner der Verantwortlichen an der TU explizit äußern.

Von Hauke Heuer

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