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Hort-Streit: Weil die Plätze in Leubnitz-Neuostra nicht reichen, sollen Erstklässler bis nach Prohlis fahren

Hort-Streit: Weil die Plätze in Leubnitz-Neuostra nicht reichen, sollen Erstklässler bis nach Prohlis fahren

Pauline, ältestes der drei Kinder von Thomas Püschel, kommt im Sommer in Leubnitz-Neuostra in die Schule. Wenn ihr Vater daran denkt, ist ihm im Moment nicht wohl zumute.

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Warten am Wasaplatz: Wenn es so kommt wie befürchtet, müssen die künftigen Schulanfänger Bruno, Lorenz, Johann, Alex, Jonathan, John und Louis jeden Tag eine verkehrsreiche Strecke von ihrer Schule in Leubnitz-Neuostra über den viel befahrenen Wasaplatz bis zum Hort in Prohlis zurücklegen.

Quelle: Christian Juppe

Der Grund: Die Hortplätze an der 68. Grundschule in der Heiligenbornstraße reichen nicht für alle Schulanfänger, so dass die Kleine möglicherweise von der Schule bis in den Ausweichhort am Otto-Dix-Ring in Prohlis fahren müsste. Diese Interimslösung soll Püschel zufolge ein Jahr lang währen - bis die Stadt Container in der Nähe der Schule aufstellen lässt.

Silke Franzke vom Kita-Eigenbetrieb bestätigt die Situation: "Die maximale, per Betriebserlaubnis festgelegte Kapazität liegt inklusive der Außenstelle Heydenreichweg bei 284 Plätzen." Damit könnten voraussichtlich 13 Hortkinder keinen Betreuungsplatz an der "68." erhalten. "Damit alle Schulanfänger, deren Eltern es wünschen, in den Hort gehen können, eröffnet der Kita-Eigenbetrieb eine weitere Außenstelle an der 129. Grundschule für eine erste Klasse mit 28 Kindern", so Franzke weiter. Die anderen beiden 1. Klassen mit gleichfalls je 28 Kindern sollen die Horte an der Stammschule bzw. in der Außenstelle Heydenreichweg besuchen.

"Eine unzumutbare Situation", finden Thomas Püschel und mit ihm weitere Eltern der künftigen Erstklässler. Dass dem Hort Kapazitäten fehlen, sei seit etwa zwei Jahren bekannt. Teile des Horts nun aus Platzmangel in eine weit entfernte Schule nach Prohlis auszulagern, sei nie eine Option gewesen.

Bis zum 27. Juni müssen die Kinder nun im Hort angemeldet sein. Püschel zufolge sollen die sechsjährigen Knirpse von der Stadt eine Monatskarte erhalten. Wenn es so kommt wie befürchtet, müssen sie in Begleitung zweier Hortnerinen zunächst mit dem Bus vom Klosterteichplatz zum Wasaplatz, anschließend mit der Bahn nach Prohlis fahren und dann noch ein Stück zu Fuß bis zum Otto-Dix-Ring laufen. "Die von der Stadt veranschlagten 15 Minuten halten viele Mütter für illusorisch", berichtet Püschel. Und wie Pauline allein wieder von Prohlis nach Hause kommen soll, ist dem Vater auch schleierhaft. "Meine Frau müsste sie abholen, aber wir haben drei Mäuse zu Hause, Elias ist vier und Luise sechs Wochen", berichtet er. Für seine Frau sei das eine Zumutung.

Statt die Knirpse bis nach Prohlis fahren zu lassen, schlagen die Eltern vor, an der "68." noch etwas enger zusammenzurücken und für das Übergangsjahr eine Ausnahmegenehmigung zu erwirken. Das sei eine wesentlich risikoärmere Variante, als die Kinder quer durch die Stadt zu schicken.

Das Problem: Der Kita-Eigenbetrieb hatte schon im vergangenen Jahr beim Landesjugendamt (LJA) beantragt, "die festgelegte Kapazitätsbefristung auf 240 Plätze auszusetzen" - bis im August kommenden Jahres die Container stehen. Das sei bereits mit Bescheid vom 23. Juli 2012 abgelehnt worden. Die Eltern wollen nun erreichen, dass sich der Kita-Eigenbetrieb erneut um eine Sondergenehmigung bemüht. Und so viel steht schon mal fest: Die Eltern selbst werden keine Entscheidung treffen, welche der drei 1. Klassen den gefährlichen Weg bis nach Prohlis in den Hort auf sich nehmen wird.

Nach einem Elternabend im Mai, bei dem der Kita-Eigenbetrieb die neue Hortvariante vorstellte, soll es am 1. Juli ein weiteres Gespräch mit dem Eigenbetrieb und Elternvertretern geben.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.06.2013

Katrin Richter

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