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Historische Perle Erlwein-Gymnasium: Stadt investiert 19 Millionen Euro

Historische Perle Erlwein-Gymnasium: Stadt investiert 19 Millionen Euro

Hell und freundlich ist das Hans-Erlwein-Gymnasium geworden. Seit zwei Jahren läuft die Sanierung im Haus an der Eibenstockstraße in Gruna, das Stadtbaurat Hans Erlwein 1914 erbauen ließ.

Aufgrund dessen hundertjähriger Geschichte wurde auf den denkmalgerechten Umbau viel Wert gelegt. Schon beim Eintritt in den Nordflügel fällt die Liebe zum historischen Detail auf.

Dazu haben auch die Schüler beigetragen, sagt Raina Kurz, Projektleiterin des städtischen Hochbauamtes. So hat die AG Geschichte in alten Zeitungen Beschreibungen der Schule gefunden. Heutige Farbgebungen wie die pastellgrüne Fassade und die bordeaux-farbenen Türen wurden danach ausgerichtet. Im Erdgeschoss brachte ein Restaurator die bunten Motive unter den hohen Türbögen zum Leuchten. "Sehr aufwendige Schablonenmalereien. Sie wurden in einer Fassung aus den 1980er Jahren aufgearbeitet", erklärt Matthias Höhne vom Planungsbüro Elbcontor. Über einer Tür im Südflügel wurde sogar eine Fassung von 1914 freigelegt - zur Freude der Kunstlehrer. Ein überraschender Fund war im ersten Stock ein unter Farbschichten verstecktes Wandbild, das zwischen den Weltkriegen entstanden sein muss, wie Höhne vermutet. Ein Teil des Bildes, auf dem die barocke Silhouette Dresdens zu sehen ist, wurde nun freigelegt. Gelb gekachelte Trinkbrunnen und aufgearbeitetes Mobiliar, wie ein alter Geldschrank im Sekretariat, sind ebenso Zeugen der Vergangenheit.

Die Turnhalle in der Mitte des Hauses hat sich in eine festliche Aula verwandelt. Hier wurden Malereien in den Deckenfeldern aufgefrischt. In einem Feld taucht das Motiv schrittweise intensiver auf, so dass sich hier die Etappen des Restaurierens studieren lassen. Alte Haken in der Saalmitte lassen erahnen, wie sich hier früher die Knaben zur körperlichen Ertüchtigung in die Seile schwangen. Moderne Elemente zur akustischen Dämmung und zur Lüftung wurden dagegen dezent untergebracht. Hinter der schmalen Bühne kann man durch schlanke Fenster auf eine Galerie blicken - eine neue Verbindung zwischen beiden Gebäudeflügeln, die einst als Knaben- und Mädchenschule separiert waren. Auch unter dem Dachstuhl wagten die Architekten den Durchbruch mit einem neuen Verbindungsgang.

In der historischen Gebäudehülle steckt nun eine hochmoderne Schule. Es gibt Fachkabinette für Biologie, Chemie und Physik mit Medienliften, Laboren und interaktiven Tafeln. Aufzüge und behindertengerechte WCs wurden eingebaut. Neu ist eine Bibliothek, die sich auf einer Empore im Sockelgeschoss der Mensa befindet und in der künftig die Schüler zwischen den Regalen an PC-Plätzen arbeiten können.

Nach dem Abriss der DDR-Turnhalle am Gymnasium läuft seit 2013 auch der Neubau der Außenanlagen mit 100-Meter-Bahn, Spielfeld, Weitsprung- und Kugelstoßanlage und der Dreifeldsporthalle. Diese ist ein Wiederholungsprojekt: Eine ähnliche Halle wurde 2010 am Hülße-Gymnasium errichtet. Insbesondere die Tragkonstruktion aus hellem Fichtenholz hat sich als wirtschaftlich erwiesen. "Wir haben innen eine Tribüne mit 68 Sitzplätzen und mobile Einheiten mit 144 Plätzen für die Zuschauer", erklärt der Planer Ulrich Spanner.

Die Arbeiten am Gymnasium kosten insgesamt 19 Millionen Euro. Dabei fördert der Freistaat den Neubau der Turnhalle mit 2,2 Millionen Euro. Während der Bautätigkeit lernen die Schüler im Ausweichstandort an der Boxbergstraße. Ab 1. September können die knapp 700 Schüler in ihr saniertes Haus zurück. Das bietet perspektivisch Platz für bis zu 960 Jungen und Mädchen.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.07.2014

Madeleine Arndt

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