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"Hilfe für Verbesserung des Unterrichts" - Schulinspekteure treffen sich zum Kongress in Dresden

"Hilfe für Verbesserung des Unterrichts" - Schulinspekteure treffen sich zum Kongress in Dresden

Schulinspektionen sollen helfen und sind nicht als Überwachung gedacht. Das empfiehlt Wulf Homeier, Präsident der Konferenz der internationalen Schulinspektorate.

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Wulf Homeier

Quelle: Corinna Fischer

Derzeit tagen in Dresden Europas Bildungsinspekteure.

Die Schulen sollen freier und eigenverantwortlicher werden. Warum muss dann kontrolliert werden?

Das ist kein Widerspruch. Je eigenverantwortlicher Schulen agieren, desto mehr Rechenschaftslegung bedarf es. Schulen sind ja nicht frei schwebende Einrichtungen, sondern arbeiten im Auftrag der Länder. Die haben ein Recht darauf, zu erfahren, was mit dem Geld passiert, das sie für Bildung ausgeben.

Reagieren Schulleiter und Lehrer dankbar oder genervt?

Die Rolle der Inspekteure wird unterschiedlich bewertet. Wir wissen ja aus Beispielen in der Industrie: wenn Qualitätskontrollen durchgeführt werden, brechen auch nicht in jedem Falle Beifallsstürme aus. Aber die große Mehrheit der Schulen schätzt die Hinweise, die sie nach Inspektionen bekommen, außerordentlich. Die sind als Hilfsmittel oft sehr anerkannt und dies bestätigen unsere Daten.

Wird gemalert, werden Schüler gebrieft, wenn Inspektionen angekündigt sind?

Die Schulen sind gut beraten, sich so darzustellen, wie sie sind und nicht wie sie sein wollen. Oder wie sie glauben, dass die Inspekteure sie sehen wollen. Die sind etwa drei Tage in der Schule, befragen Lehrer, Schüler und Eltern, hospitieren im Unterricht. Vieles passiert nach Losverfahren, ist also kaum beeinflussbar. Da bekommt man ein wirkliches Bild vom täglichen Schulleben.

Wie und was testen die Inspekteure?

Europaweit ist das sehr unterschiedlich. In Schottland kommt ein großes Team von Inspekteuren und bleibt eine Woche. Bei uns dauern die Besuche zwei bis vier Tage. Die Inspekteure testen nicht die Leistungsfähigkeit der Schüler. Das ist Sache großangelegter Studien wie dem Pisa-Test. Im Zentrum unseres Interesses steht der Unterricht. Uns interessiert alles, was die Schule macht, damit der Unterricht besser und individueller wird. Wie werden Schüler motiviert? Wie wird auf deren Fähigkeiten eingegangen? Aber am Ende hat das natürlich alles Einfluss auf die Leistungen.

Wie schneiden Sachsens Schulen im bundesweiten Vergleich ab?

Alles in allem sind die Ergebnisse in Deutschland sehr ähnlich: Es gibt Defizite in der Schüleraktivierung und im differenzierenden Unterricht. Für den Vergleich schaut man sich am besten die Pisa-Ergebnisse an.

Was passiert mit den Abschlussberichten?

Die Praxis ist in Europa sehr unterschiedlich. In vielen Ländern sind die Inspektionsberichte im Internet öffentlich einsehbar. In den meisten deutschen Ländern gilt: Der Inspektionsbericht gehört der Schule. Die soll ja nicht an den Pranger gestellt, es soll kein Schindluder damit getrieben werden, sondern Hilfe für die Verbesserung des Unterrichts sein.

Beeinflussen die Resultate die Qualität der Schule oder gar die Bildungspolitik?

Wir wissen inzwischen, dass Inspektion positive Wirkung auf die Qualitätsentwicklung hat. Die Schulen sind also gut beraten, unseren externen Empfehlungen zu folgen. Im besten Falle haben unsere Erkenntnisse auch Einfluss auf die Bildungspolitik. Unsere Daten sind ja sehr verlässlich.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.10.2014

Andreas Friedrich

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