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"Haus der kleinen Entdecker" ist Dresdens größte Kita

"Haus der kleinen Entdecker" ist Dresdens größte Kita

Im Minutentakt parken die Familienkutschen ein und aus, an ihnen vorbei eilen Mütter und Väter den Buggy vor sich herschiebend über den Gehweg. Wenige Meter weiter überquert ein Soldatentrupp in Tarnfleck die Straße - eine seltsame Impression, aber ein normaler Moment vor der größten Kindertagesstätte Dresdens.

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Die Jungen und Mädchen der Sonnenblumen-Gruppe in der zweiten Etage können in nigelnagelneu eingerichteten Räumen spielen und lernen. 30 Erzieherinnen und zwei Erzieher kümmern sich um 174 Kinder in der Kita an der Marienallee, bald werden hier über 40 Erzieher und mehr als 300 Kinder sein.

Quelle: M. Arndt

Seit Juni 2013 betreibt das Deutsche Rote Kreuz (DRK) das "Haus der kleinen Entdecker" an der Marienallee 12, in einer denkmalgeschützten Infanteriekaserne. Zuletzt war hier das Magazin der Sächsischen Landesbibliothek untergebracht. Geburtenanstieg und Rechtsanspruch auf Krippenplätze führten zu dem Schritt, eine Großkita für 310 Kinder zu eröffnen. Die Einfahrt zum Gebäude gleicht noch einer Baustelle, auch flattern rotweiße Absperrbänder vor den Rabatten des beeindruckend großen Außenspielplatzes. 3000 Quadratmeter seien es, sagt die Kita-Leiterin Janett Schmeling. Das ist so weitläufig, dass es sich die Einrichtung leisten kann, das Gelände zu teilen - in einen Kindergarten- und einen Krippenbereich, das Zwergenland.

Innen verfügt die Einrichtung über genauso viel Platz, der sich über drei Etagen erstreckt. "Wir haben aktuell 174 Kinder, alle 118 Krippenplätze sind belegt. Hier gibt es auch eine Warteliste", berichtet Schmeling. "Wir sind keine Behördenkita", verneint sie. Obwohl es die Nähe zum Militärgelände vermuten lässt, habe die Bundeswehr keine Plätze geblockt. Die Kleinen kommen vielmehr aus der ganzen Neustadt, Klotzsche und dank kurzem Weg über die Waldschlößchenbrücke auch aus Blasewitz.

Trotz der Kinderschar ist es im Erdgeschoss erstaunlich ruhig. Ein Junge krabbelt über den breiten Flur einer Erzieherin entgegen. Nebenan wird gewickelt. Das Erdgeschoss gehört den Jüngsten zwischen einem und zwei Jahren. Vier Erzieher kümmern sich um zwei Gruppen mit maximal 24 Jungen und Mädchen. Viele Eltern befürchten, dass ihre Kinder in Großkitas öfter krank werden, weil sich die Kleinen gegenseitig ansteckten. Das kann Schmeling so nicht bestätigen, die lange Zeit als stellvertretende Kita-Leiterin in der wesentlich kleineren Schatzinsel in Reick angestellt war und somit den Vergleich hat. Sicher, in der ersten Zeit auf der Marienallee nähmen die Kleinen alle Viren und Bakterien mit. Das sei aber normal. Auch der Bundesfreiwilligendienstler, der zum 1. Januar in der Marienallee angefangen hat, lag gleich in der zweiten Woche krank zu Hause.

Die Zimmerausstattung auf den drei Ebenen ist altersgerecht abgestimmt. "So wie die Kinder wachsen, wechseln sie. Wenn die Zeit reif ist, wandern sie je ein Stockwerk höher", erklärt die Kita-Leiterin. So gibt es für die drei Gruppen in der ersten Etage einen Rollenspielraum, einen Kreativraum und ein Bau- und Konstruktionszimmer. Dieses ist besonders weitläufig, damit die Bauwerke aus Knautschwürfeln und Holzklötzen eine Weile stehen bleiben können. Man fördere in den Räumen die Interessen, die im Alter von zwei bis vier Jahren besonders stark ausgeprägt sind, so Schmeling. Nicht nur die Kleinen, auch die Erzieher profitieren von den Themenräumen. Denn sie müssen keine Allrounder sein, sondern können sich auf einzelnen Gebieten spezialisieren. "Ich bin nicht die Basteltante, mich findet man eher im naturwissenschaftlichen Raum", gibt die 38-Jährige ein Beispiel.

Man arbeite situationsorientiert und teiloffen, erklärt sie. Das heißt die Gruppen werden auch mal durchmischt. Ein vollständig offenes Konzept, bei dem sich Kinder nach Belieben Spielgruppen in verschiedenen Räumen anschließen können, komme auf Grund der Kita-Größe nicht in Frage, so die Leiterin. Damit auch ja kein Kind verloren geht, sichern sich die 30 Erzieherinnen und zwei Erzieher des Hauses doppelt ab: Zum einen tragen sie auf Listen die Kinder ein und aus, zum anderen besitzt jedes Kind ein eigenes Kärtchen mit Bild und Namen. Wechselt ein Junge zum Beispiel am späten Nachmittag vom Kreativraum zum Spätdienst in das Bau- und Konstruktionszimmer, nimmt er sein Kärtchen mit und gibt es dort der Erzieherin. Da kein Mitarbeiter die Namen aller Kinder parat haben kann, lässt sich anhand der Liste und des Fotos gut ein Abgleich machen. "Sicherheit ist in einem großen Haus wichtig", betont die Kita-Leiterin. Und da komme es auch schon mal vor, dass ein Papa seinen Ausweis zeigen muss, wenn er eher selten das Kind abholt.

Wegen der großen Kinderzahl wird in zwei Speisesälen gegessen. "Wir hätten gern einen Vollkost- und Bioanbieter aus der Gegend gehabt, aber bei 310 Essen haben alle die Hände gehoben", sagt Schmeling. Darum habe man sich für das "Cook-and-freeze-Verfahren" entschieden. Das Essen wird für jeweils eine Woche von einer Großküche in Niedersachsen zu 80 Prozent vorgekocht, bei Minus 40 Grad schockgefrostet und tiefgekühlt nach Dresden geliefert. In der Küche der Kita werden die Portionen mit Dampfgarern fertig gekocht, erklärt die Leiterin.

Stimmengewirr kommt aus der zweiten Etage entgegen. Hier ist es wesentlich lauter, obwohl im Kindergartenbereich derzeit nur 56 Mädchen und Jungen untergebracht sind. "Der Bedarf an Kindergartenplätzen ist noch nicht so groß", erklärt Schme- ling. Er wächst aber stetig. So gebe es kontinuierlich Nachfragen von Eltern, die ihre Kinder noch bis zum dritten Lebensjahr von Tagesmüttern betreuen lassen. Und auch im eigenen Haus wechseln monatlich Kinder die Etagen.

Im zweiten Obergeschoss befinden sich die Bewegungsräume, die von allen genutzt werden, ein Sinnesraum sowie ein Matschraum, in dem mit Licht, Wasser und Farbe experimentiert werden kann. Eine Bibliothek mit Lesesaal soll noch in diesem Monat eingerichtet werden. Auch gibt es extra einen Sprach- und Matheraum. Hier können die Erzieher die Vorschulkinder auf die Schule vorbereiten. Jetzt zum Anfang sind es nur fünf. 2018 werden es 50 Vorschulkinder sein. "Das wird eine Herausforderung", weiß Schmeling.

iDRK-Kita "Haus der kleinen Entdecker", Marienallee 12, Tel.: Besichtigung der Kita: jeden Mittwoch um 15.30 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 29.01.2014

Madeleine Arndt

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