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Gymnasium Plauen bewirbt sich um Sächsischen Schulpreis

Gymnasium Plauen bewirbt sich um Sächsischen Schulpreis

Zehn preisverdächtige sächsische Schulen bekommen in diesen Tagen Besuch von den Juroren des 2. Sächsischen Schulpreises. Zu ihnen gehört auch das Gymnasium Plauen an der Kantstraße.

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Die 15-jährige Sophia Lehne und der zwölf Jahre alte Konstantin Immler werden wie ihre Mitschüler am Gymnasium Plauen ihren Begabungen entsprechend gefördert.

Quelle: Andor Schlegel

Es hat sich der Begabungs- und Begabtenförderung verschrieben, gehört dem Netzwerk von Schulen zur Hochbegabtenförderung in Sachsen GIFTed an. Sachsenweit 77 Schulen hatten sich um den mit je 4000 Euro dotierten Schulpreis beworben. Am 16. Mai werden die drei Preisträger im Landesgymnasium für Musik gekürt.

Jedes Kind ist auf irgend eine Weise begabt. Davon sind die Lehrer des Gymnasiums Plauen felsenfest überzeugt. Und weil das so ist, sollten nicht nur hochbegabte, sondern alle Kinder in ihrer speziellen Begabung gefördert zu werden. Denn: "Wer sich seiner Stärke bewusst ist, geht auch selbstbewusster mit Schwächen um", begründet Pia Petzoldt, Mathe- und Physiklehrerin und Fachleiterin Naturwissenschaften.

Und so funktioniert's: Jeder Fünftklässler hat zwei Stunden "begabungsförderlichen Unterricht" pro Woche, in der 6. Klasse ist es dann eine Stunde. Erscheinen ist Pflicht, der Unterricht ist in die Stundentafel integriert. Neun Gruppen à rund 15 Schüler stehen zur Wahl. Die Kinder können zum Beispiel die Theater- und Kunstwerkstatt besuchen, Chinesisch lernen oder sich "Auf Cäsars Spuren durch Europa" begeben.

Konstantin Immler hat sich in der 6. Klasse das Thema "Nachbarn in der Geschichte" ausgesucht. "Wir haben zum Schicksal einer jüdischen Frau geforscht, die in der Nazizeit mit ihrer zweijährigen Tochter nach Bad Liebenwerda geflohen war und dort im Dorfteich tot aufgefunden wurde", berichtet der Zwölfjährige. Die Gruppe habe dafür in Archiven geforscht und sogar Zeitzeugen ausfindig gemacht.

Was die Zuteilung angeht, dürfen die Kinder drei Wochen lang in die verschiedenen Gruppen "hineinschnuppern" und ihre drei Favoriten aufschreiben. Damit sie auch wirklich eine Gruppe entsprechend ihrer Begabung erwischen, absolvieren sie einen normierten Interessentest (nach Renzulli) und lassen sich von ihren Lehrern beobachten. "80 Prozent der Kinder können wir tatsächlich ihren Erstwunsch erfüllen", weiß Pia Petzoldt. Die Gruppe wechseln dürfen die Schüler nicht. Unterrichtet werden die Fünft- und Sechtsklässler sowohl von Fachlehrern als auch von externen Kräften - darunter einer chinesischen Muttersprachlerin, die eine pädagogische Ausbildung hat.

Abgesehen davon werden überdurchschnittlich begabte Schüler der Klassenstufen 7 bis 10 noch einmal speziell gefördert. "25 Schüler schätzen wir als überdurchschnittlich begabt ein", erklärt die Pädagogin. Sie seien oftmals Einzelkämpfer und schnell unterfordert im Unterricht. Ihre Förderung steht auf drei Säulen: Die Schüler nehmen jeweils im Herbst an einem dreitägigen Lerncamp teil, bekommen die Möglichkeit, beispielsweise Workshops der TU zu besuchen, eine botanische Führung in Pillnitz oder eine Stadtführung durch Dresden mitzumachen. "Ich habe an der TU einen sehr interessanten Vortrag über Teilchenphysik gehört und mich mit Gebärdensprache befasst", berichtet Sophia Lehne aus der 9. Klasse. Das Finger-Alphabet könne sie noch immer.

Zudem bekommen die besonders begabten Schüler je einen Mentor an die Seite. Dieser - gleichfalls Pädagoge an der Schule - vermittelt zwischen Schüler und Fachlehrer. Der Schüler hat die Möglichkeit, dem Unterricht zeitweise fernzubleiben. "In dieser Zeit arbeitet er eigenständig und präsentiert der Klasse dann sein Ergebnis", erläutert Pia Petzoldt. Und schließlich gibt es einmal im Monat thematische Begabtentreffen - im Lohrmann-Observatorium der TU beispielsweise. Außerdem neu: ein Stammtisch für Eltern hochbegabter Kinder ab Klasse 5.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.02.2014

Katrin Richter

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